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Mitsubishi Outlander Hybrid

12. Januar 2015

Mitsubishi Outlander Hybrid Kurt Sohnemann
Verarbeitung
Verbrauch
Gepäckraum
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.5


Wer überholt, muss nicht als erster am Ziel ankommen.

Das lässt sich technisch konkret widerlegen und findet ein ideales Beispiel im Outlander Hybridmodell von Mitsubishi. Der japanische Fahrzeughersteller ist auf dieser Ebene allen Mitbewerbern davongefahren und hat eine Kombination aus Benzinantrieb und Elektroantrieb gesetzt, die ihresgleichen im Markt sucht. Schon vor einigen Jahren machte der Konzern mit dem Modell iMiEV von sich reden. Das erste ausschließlich elektrisch angetriebene vollwertige Serienfahrzeug im deutschen Markt läuft noch heute bei vielen Energiekonzernen als Aushängeschild modernster Technik, ohne durch Komplikationen aufzufallen.

Mit dem Outlander schiebt Mitsubishi ein Fahrzeug nach, das durch die Kombination beider Antriebsarten optimal einsetzbar ist. Da der Outlander ein vollwertiges Familienfahrzeug mit uneingeschränkter Alltagstauglichkeit ist, sollte auch beim Hybridmodell keine Einschränkung entstehen. Die Vorgabe haben die Techniker aus dem Lande Nippons so bravourös umgesetzt, dass diese Hybridergänzung sogar erhebliche Vorteile für den Autofahrer mit sich bringt, wie zum Beispiel den geringen Verbrauch und die höhere Reichweite. Es muss also niemand fürchten, unterwegs nach einer Steckdose zu suchen. Mitsubishi propagiert gern, dass es sich mit dem Outlander-Hybrid segeln lässt. Damit ist die Fahrt gemeint, die ausschließlich von den beiden Elektromotoren ermöglicht wird. Dann gleitet der Outlander lautlos durch die Lüfte wie eine nächtlich fliegende Eule. Erstaunlich ist daran, dass er es auch bis Tempo 120 km/h so macht. Wer will, kann den Ottomotor in Ruhestellung lassen. Der Aktionsradius bei aufgeladenem Akku reicht etwa 40 Kilometer, was den durchschnittlichen Fahrkilometern beim Weg zur Arbeit und zurück mehr als gerecht wird. Ist die Fahrt länger und die elektrische Ladung verbraucht, schaltet sich der Ottomotor automatisch dazu.

Es ist allerdings auch ein Mischmodus möglich. Der Outlander motiviert auf jeden Fall, das Spritsparen als Herausforderung anzunehmen. Im Testbetrieb kam das Fahrzeug auf einen Benzinverbrauch von ausschließlich 4,6 Litern, was ein herausragender Wert für ein Hybridfahrzeug im Winter ist. Dass Mitsubishi dafür zahlreiche Umweltpreise einheimste, erstaunt nicht weiter. Wird während der Fahrt gebremst oder entschleunigt, fließt die Energie, die durch diesen Prozess erzeugt wird, in den Akku zurück. Diese Rekuperationsenergie kann den Aktionsradius nochmals erhöhen. Während beide Elektromotoren (vorn und hinten im Fahrzeug) jeweils 82 PS erzeugen, bringt es der Ottomotor auf 121 PS, damit ist der Outlander durchaus spritzig und beschleunigt auf dem Stand auf Tempo 100 km/h innerhalb von 11 Sekunden. Abgeregelt ist die Höchstgeschwindigkeit bei 170 km/h. Das sollte bei Vorherrschaft des Verstandes eines Autofahrers allemal reichen, um seine Ziele zu erreichen. In Testversuchen bei besten Bedingungen haben die Mitsubishi-Techniker einen Verbrauch von 1,9 Litern Benzin und 13,4 kWh für die Strecke von hundert Kilometer ermitteln können.

Dass mit diesem Fahrzeug viel Geld gespart werden kann, muss nicht sonderlich betont werden, sondern kann jeder Autofahrer am eigenen Portmonee erfahren, wenn er sich einen Outlander Hybrid leistet. Der Anschaffungspreis liegt mit 39.990 Euro für das Basismodell durchaus im gängigen Bereich für ein Fahrzeug, dass eine Mischung aus SUV und Kombi darstellt. Überdies ist schon die Grundausstattung so umfangreich, dass bei anderen Herstellern dafür zumeist mehr als 10.000 Euro draufgelegt werden müssen. Wer den Outlander betanken will, füllt auf herkömmliche Art Treibstoff ein oder schließt das Fahrzeug fünf Stunden lang an sein Stromnetz, dann sind auch die Akkus geladen. Sollte man natürlich nicht machen, wenn man in einer belebten Innenstadt wohnt. Hier könnte doch der eine oder andere Passant auf die Idee kommen, sich mit dem Strom des stehenden Fahrzeugs zu rasieren. Irritieren dürfte einen friedliebenden Fahrer einzig die „Piepshow“ des Outlanders.

Nahezu jede Aktion, die der Japaner vornimmt, wird von einem Piepton begleitet. Das sorgt zumeist dafür, dass als erstes der Lane-Assistenz ausgeschaltet wird, der jede Berührung einer weißen Linie auf der Straße nervtötend ausposaunt. Das sind aber auch die einzig nennenswerten „Macken“ des Fahrzeugs, so dass es keine, aber auch gar keine Argumentation gegen den Outlander Hybrid gibt.

(so)

Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid 4 WD

Hubraum: 1.998 ccm/2 E-Motoren – Zylinder: 4 Reihe – Leistung PS: 121+2×82 bei U/min.: 4.500 – Max. Drehmoment: 190 Nm/4.500 – Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 11,0 Sek. – Leergewicht: 1.885 kg – Zul. Gesamtgewicht: 2.310 kg – Tankvolumen: 45 Liter – Gepäckraumvolumen: 463-1.472 Liter – Anhängelast gebr.: 1.500 kg – Kraftstoffart: Super – Verbrauch (Test): 4,6 l/100 km – CO2-Ausstoß: 44 g/km – Euro 5 – Effizienzklasse A+ – Grundpreis: 39.990 Euro

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