Der neue Mitsubishi L200 – Foto: Günther Koch

Mitsubishi L200

2. August 2015

Für Profis und Leute, die anpacken können

Das Segment scheint noch Potenzial zu haben, denn die Konkurrenz wird noch größer werden, wenn als nächstes auch Fiat, Mercedes oder Renault mit einem Pickup aufwarten.

Einen solchen eher robusten Fahrzeugtyp hat Mitsubishi mit dem Dreirad-Truck Mizushima schon 1946 auf den Markt gebracht. Mit dem L200, dessen fünfte Generation Ende September an den Start geht, sortieren sich die Japaner aktuell bei uns hinter Fords Ranger, dem Amarok von VW sowie den ebenfalls bald aktualisierten Nissan Navara und Toyota Hilux ein. Der in Thailand gefertigte L200 ist in der deutschen Eintonner-Klasse unterwegs. Er kommt bei nahezu unveränderten äußeren Abmessungen deutlich markanter gezeichnet daher, tritt kraftvoller auf als der nun noch etwas mickriger wirkende Vorgänger. Zwei bis zu 5,28 Meter lange Karosserievarianten werden angeboten: Der Club Cab, künftig ebenfalls mit vier Türen versehen, ist ab 26.290 (netto 22.093) Euro zu haben, der Doppelkabiner ab 28.490 (netto 23.942) Euro.

Die fünf Jahre Herstellergarantie bis 100 000 Kilometer, die Mitsubishi auf beide „Profis für Profis“ gibt, stellen eine Besonderheit im Segment dar. Ladeflächen von 1,85 und 1,52 Metern, dazu 47,5 Zentimeter Bordwandhöhe und Zuladungsreserven von je nach Ausstattung 935 bis 960 Kilo sollen den L200 nach Angaben von Werner Frey sogar zum „schwerlasttauglichen Transportspezialisten“ machen. Mit bis zu 3,1 Tonnen gebremster Anhängelast nennt ihn der Mitsubishi-Deutschland-Chef jetzt bei der Fahrvorstellung im thüringischen Nohra nahe Weimar zudem ein „echtes Zugpferd“, das mit unter zwölf Metern Wendekreis in der Fünfmeter-Pickup-Klasse darüber hinaus noch relativ wendig sei.

In der Kabine geht es für einen Wagen dieser Art vergleichsweise komfortabel zu. Die Innenraumlänge kann sich sehen lassen. Die Ergonomie ist besser geworden, die Übersicht ganz gut. Armaturentafel, Mittelkonsole und Türverkleidungen sind neu gestaltet. Die verwendeten Materialien sogar bis hin zu Chrom- und Klavierlackausführungen muten wertiger an. Drei Ausstattungslinien gibt es neben den Editionsmodellen. Serie an Bord sind unter anderem schon Berganfahrhilfe, Tempomat samt Begrenzer und Gespannstabilisierung.

Ab Stufe zwei gehören etwa Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Freisprecheinrichtung, Klimaautomatik, CD/MP3-Radio mit Touchscreen-Display, Rückfahrkamera, Leichtmetallräder und beim Doppelkabiner sogar Spurhalteassistenz zum Umfang. Ab Stufe drei sind es zum Beispiel Bi-Xenon-Scheinwerfer, Digitalradio, Leder und Navigation. Motormäßig setzen die Japaner, so Produktmann Stephan Denzer, auf einen 2,4-Liter-Turbodiesel mit 154 und 181 PS. Der macht die leer 1895 bis 1950 Kilo schweren L200 in der Spitze 169 bis Tempo 179 schnell.

Ein mit spritsparender Stopp/Start-Funktion kombiniertes Sechsgang-Schaltgetriebe oder beim Doppelkabiner wahlweise ein 1700/1800 Euro teurer Fünfstufen-Automat übertragen die Kraft auf die Räder. Im Mix soll sich das Nutzfahrzeug beim Verbrauch im günstigsten Fall mit 6,4 und 7,2 Litern begnügen, zumindest laut Datenblatt. Der über einen Drehschalter aktivierbare Allrad für den 154-PS-Diesel ist zuschaltbar und arbeitet mit Untersetzung, der für den 181-PS-Selbstzünder ist permanent und zusätzlich mit einem sperrbaren Mittendifferenzial verknüpft.

Das, betonen jedenfalls Frey und Denzer, sei ein „Alleinstellungsmerkmal im Segment“. Alles in allem: Auch wenn Pick­ups teilweise schon von Privatkunden für die Freizeit genutzt werden, stehen sie doch eher auf der Kaufsliste von beruflichen Interessenten aus Gewerbe, Handwerk, Land-, Forstwirtschaft und Kommunen, die mehr nach einem robusten Arbeitstier als nach einem Lifestylemodell schauen.

Das Fahrwerk mit der Einzelradaufhängung vorn, mit der an Blattfedern angebrachten Achse hinten, der servounterstützten Lenkung, den vorn innenbelüfteten Scheibenbremsen und den Trommelbremsen hinten sorgen mittlerweile für einen immer Pkw-ähnlicheren Komfort beim Fahren. Was auch Fiat freuen dürfte: Bei dem neuen Pickup der Italiener soll es sich nämlich um einen Ableger des Mitsubishi L200 handeln.

Günther Koch

 

Mitsubishi L200 – Vierzylinder-Turbodiesel – Hubraum: 2,4 l – Leistung PS: 154/181 – Max. Drehmoment: 380/430 Nm/1500-2500 U/min. – Höchstgeschw.: 169-179 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 10,4/12,2 Sek. – 16/17 Zoll-Räder – 2 bis 7 Airbags – Stabilitätskontrolle – Multi-Info-Display – Klimaanlage – 205/245er Reifen – Kraftstoffart: Diesel – Verbrauch (WA): 6,4/7,2 l/100 km – CO2-Ausstoß: 169/189 g/km – Grundpreis: 26.290 – 28.490 Euro



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