Foto: Hauser Exkursionen/Egmont Striegel

Miteinander statt Massentourismus

16. Juni 2019

Bedürfnisse der Inuit stehen im Vordergrund bei der Erkundung der ursprünglichen Natur Ostgrönlands

Schroffe Berge erheben sich über tiefblaue Fjorde, mächtige Eisschollen treiben durch das Polarmeer und am Horizont blitzt schier endloses Inlandeis auf. Mit Hauser Exkursionen, deutscher Marktführer für Slow-Trekking-Reisen, erkunden Outdoorfans die ursprüngliche Natur Ostgrönlands. Sie wandern über weite Gletscher, zelten unter der Polarsonne oder fahren mit Booten auf Walbeobachtung. Es gibt nicht viele Plätze, an denen man Einsamkeit und Wildnis noch so intensiv erleben kann. Denn während der Westen und Süden der weltweit größten Insel längst von Kreuzfahrtanbietern dominiert werden, gilt die Ostregion um die Stadt Tasiilaq erst seit 25 Jahren als erschlossen. Manfred Häupl, Inhaber von Hauser Exkursionen, entwickelte dort gemeinsam mit Visionär Robert Peroni eine neue Art des sanften Tourismus, welche die Bedürfnisse der Inuit in den Mittelpunkt stellt. Bis heute ist Hauser wichtigster Reiseveranstalter in Ostgrönland.
Ostgrönland ist arktische Wildnis im Urzustand. In den wenigen Siedlungen nahe des nördlichen Polarkreises bestimmt der Rhythmus der Natur den Alltag, die Inuit leben noch immer größtenteils von der Jagd. So auch in Tasiilaq, „Hauptstadt“ Ostgrönlands. Die 2.000-Einwohner-Gemeinde am Kong Oscars Havn, einem gut acht Kilometer langen Fjord im Süden der Ammassalik-Insel, erreicht man nur über den Luft- oder Seeweg. Im Winter verirren sich kaum Besucher in das verschneite Städtchen. Im Frühjahr erwacht Tasiilaq jedoch zum Leben und bietet Aktivreisenden ein Outdoor-Paradies fernab des Massentourismus.
Auf einem Hügel südlich von Tasiilaq steht das „Rote Haus“ von Robert Peroni. Der farbenfrohe Holzbau ist Gästehaus und Treffpunkt für Einheimische zugleich. Wer dort eincheckt, hat die Wahl zwischen komfortablem Hotelbett oder gemütlichem Mehrbettzimmer in einer Lodge. Der Südtiroler Extrembergsportler Peroni durchquerte 1983 als Erster das 1.400 Kilometer breite grönländische Inlandeis im äußersten Norden und beschloss, sich nach dieser Expedition in Ostgrönland niederzulassen. Inspiriert vom Denken der Inuit kam er auf die Idee, mit seinen Nachbarn eine neue Form des Erlebens und Reisens in der Region zu etablieren. Dazu allerdings brauchte es das touristische Know-how seines Freunds Manfred Häupl, Inhaber von Hauser Exkursionen.
Vor 25 Jahren legten Häupl und Peroni die Grundlagen dafür, dass sich der Osten Grönlands nachhaltiger entwickeln konnte als der schon damals stark vom Kreuzfahrt- und Tagestourismus gezeichnete Süden und Westen. Eine Konferenz mit den Inuit ging der Frage nach, wie sich die Region nach den Bedürfnissen ihrer Bewohner touristisch entwickeln kann. Statt mit Consulting-Ideen, Business-Plan oder Marketing-Offensive trat Häupl mit folgendem Versprechen an: „Wir werden uns ausschließlich nach den Wünschen und Regeln der Inuit richten – und das bedingungslos!“ Es wurde bis heute nicht gebrochen.
Hotelburgen oder andere zivilisatorische Auswüchse sucht man in Tasiilaq immer noch vergeblich. Dennoch profitiert die Region stark vom Tourismus. Als deutscher Marktführer vor Ort bietet Hauser Exkursionen aktuell vier Reisen dorthin an. Auch Robert Peronis „Rotes Haus“, von Hauser mitfinanziert, prägt das Leben der Inuit in Tasiilaq nachhaltig. „Der Tourismus in Ostgrönland ist unsere größte Chance auf eine positive Zukunft“, weiß Tobias, der seit vielen Jahren in Peronis Hotel arbeitet. „Das ‚Rote Haus‘ gewährt uns ein Weiterleben nach unseren uralten Vorstellungen und Traditionen. Wir brauchen den Tourismus, aber wir sind auch Jäger und wollen Jäger bleiben. Das hat Robert verstanden.“ Die rund 70 einheimischen Mitarbeiter haben durch den Südtiroler ein sicheres Einkommen gefunden. Auch dem Umweltschutz hat sich Peroni in seiner Wahlheimat verschrieben. Statt der oft günstigeren und effizienteren Motorschlitten greift er bei seinen Touren auf die klassischen Hundeschlitten zurück – zum Wohl von Tier und Natur.
Weitere Infos unter www.hauser-exkursionen.de.

(ahm/so)

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