Der 20-jährige Brochdorfer Florian von Fintel ist der beste deutsche Nachwuchs-Straßenbauer. Foto: (rie)

Mit Lockerheit zum Erfolg

29. November 2015

Ohne große Erwartungen hatte sich Florian von Fintel auf den Weg nach Krefeld zur deutschen Meisterschaften in den Bauberufen gemacht. Sechs starke Konkurrenten aus Hamburg, Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg warteten auf den 20-jährigen Nachwuchs-Straßenbauer, der nach seiner Ausbildung nun im familiären Betrieb in Brochdorf arbeitet. Zudem galt er auch als Außenseiter, da bei den Titelkämpfen mit Naturstein gearbeitet wird.

Und dabei haben die Teilnehmer aus dem südlichsten Teil der Republik mehr Erfahrung. „In Bayern und Baden-Württemberg wird relativ viel mit diesem Material gearbeitet“, weiß der Brochdorfer. Er hat in seiner Ausbildung fast nur mit Betonpflastersteinen gearbeitet und „da ist jeder Stein gleich“. Also ging er recht locker in den Wettbewerb, während seinen Konkurrenten die Anspannung teilweise anzumerken war. In siebeneinhalb Stunden galt es die Aufgabe, eine kunstvolle Einfassung einer Baumpflanzinsel für eine Fußgängerzone zu erstellen, zu erfüllen. In dem engen Feld war laut des 20-Jährigen bis zur Siegerehrung nicht abzusehen, wer am Ende die Nase vorn hat. Letztlich soll die Genauigkeit seiner Arbeit knapp die Entscheidung zugunsten des Brochdorfers gebracht haben. Deutlich eindeutig war sein Erfolg zuvor bei der Landesmeisterschaft gewesen.

Zwei seiner Konkurrenten waren schon nach wenigen Stunden aus dem Rennen, da sie sich vermessen hatten. Und bei seinem dritten Gegner war bereits rund 60 Minuten vor Ablauf der Zeit zu sehen, dass er Florian von Fintel den Sieg nicht streitig machen würde. Die Begeisterung für den Straßenbau wurde ihm durch den familiären Betrieb fast in die Wiege gelegt. „Mit vier Jahren saß ich das erste Mal auf dem Radlager“, war für den Brochdorfer frühzeitig der berufliche Werdegang klar. „Das war ganz alleine meine Entscheidung, ich bin nie dazu gezwungen worden“, betont der 20-Jährige, den sein Ausbildungsbetrieb gerne behalten hätte. „Mindestens im zweiten Lehrjahr war schon abzusehen, dass er auf dem Weg zum Innungsbesten war“, erinnert sich Jörg Klose, Inhaber der Visselhöveder Firma Eimer Bau.

„Im dritten hat er dann bereits Arbeitsgruppen als Vorarbeiter mitgenommen.“ Eigentlich sollten die Lehrlinge laut Klose in ihrem Abschlussjahr auch bereits selbstständig arbeiten können, doch „da gibt es nur noch wenige, die das können“, freut er sich, mit Florian von Fintel eine positive Ausnahme gehabt zu haben. Denn der Beruf des Straßenbauers sei ein anspruchsvoller Beruf. Neben körperlicher Fitness und handwerklichem Geschick sei mathematisches Können gefragt. Florian von Fintel plant im Oktober 2016 mit der Meisterschule zu beginnen, hat dafür gute Aussichten auf ein Stipendium.

Zuvor stehen aber noch die Europa- und Weltmeisterschaft auf dem Programm. Dabei drohen die europäischen Titelkämpfe für den Straßenbau aber auszufallen „Es müssen sich dafür mindestens fünf Länder anmelden.“ Diese Zahl ist noch nicht erreicht. An beiden Wettkämpfen möchte der 20-Jährige dann gerne teilnehmen, denn „diesen Weg möchte ich jetzt auch zu Ende bringen“.

 

(rie)



Back to Top ↑