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Mirko Slomka – Motivation und Disziplin für Erfolg unverzichtbar

4. Dezember 2016

„Nur erfolgreich, wenn jeder seine Stärken ausspielen kann“ Fußballtrainer Mirko Slomka referierte zum Thema „Team und Teambildung“. Slomka ist ein Trainer, der möglichst alle wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Hilfe nimmt, um möglichst wenige Zufälle zuzulassen. 

Ostenholzer Moor. Normalerweise sitzt ein Fußballtrainer auf der Tribüne oder vor dem Fernseher, wenn sich die Mannschaften der Champions-League um das Weiterkommen in ihren Gruppen bemühen. Nicht so kürzlich, als Mirko Slomka vor dem Rotary Club und Gästen über „Team und Teambildung“ referierte. Mirko Slomka, der derzeit viel mit dem Trainer Arsene Wenger unterwegs ist, in Südafrika Trainingscamps betreut und dort nach Talenten sucht, ist durch seine Fußballtrainer-Stationen bekannt, die neben Gelsenkirchen (Schalke 04) auch nach Hamburg führten und ihren Schwerpunkt bei Hannover 96 hatten.

Slomka hat das Team der Landeshauptstadt über viele Jahre mitgeformt und dort ebenso Erfolge feiern können wie auf Schalke, wo er die Mannschaft in die Champions-League führte. Spieler wie Manuel Neuer, Per Mertesacker, Mesut Ösil oder Benedikt Hövedes wurden unter ihm zu Nationalspielern und Weltmeistern. Nicht ohne Stolz weist Slomka gern auf diese Erfolge hin und beteuert, dass Fußball immer nur ein Geschäft auf Zeit ist. Er würde natürlich gern einen Bundesligaverein trainieren, als Referate zu halten. „Es ist aber ein schweres Geschäft, einen Auftrag zu erhalten, der auch akzeptabel ist.

Wenn ich einen Vertrag unterschreibe, weiß ich auch gleich, dass das Ende schon in absehbarer Zeit folgen kann“, sagt er gegenüber dem Wochenspiegel am Sonntag. Dabei habe er in den vergangenen Jahren einige lukrative Angebote gehabt. „Es ist allerdings so, dass ich keineswegs bei jedem Klub zusagen würde“, kann sich der gelernte Mathematiklehrer ausrechnen, wann das Engagement erfolgreich bleibt.

„Zumeist ist es nicht förderlich, wenn neben dem Sportdirektor auch andere Vorstandsmitglieder oder auch noch Sponsoren in die Dinge hineinreden, die ausschließlich einem Trainer obliegen. Gut, in Hoffenheim ist das anders, aber das ist nicht die Regel.“ Slomka ging auf den Hamburger SV nicht näher als mit einem Lächeln ein. Schließlich hatte er dort bereits Erfahrungen gesammelt. „Ich halte es aber zu oberflächlich, die Leistungen von Leipzig derzeit einfach nur nach dem Geldgeberprinzip zu beurteilen. Geld schießt keine Tore und Leipzig hat keine Unsummen für Spieler investiert. Das Team besteht aus jungen, hungrigen Fußballern, die vom Trainer bestens motiviert werden“, so der gebürtige Hildesheimer. „Wichtig ist es, ein Team so zusammenzusetzen, dass jeder seine optimalen Fähigkeiten einbringen kann.

Es gibt talentierte Fußballer, die bei einer richtigen Einstellung gute Spieler werden können. Andere müssen sich alles erarbeiten, wie beispielsweise Per Mertesacker, den ich für ein Musterbeispiel an Trainingsfleiß halte“, so der Trainer, der als erster in der Branche GPS einsetzte, um die Laufwege der Spieler zu analysieren. Motivation und Disziplin hält Slomka für die grundlegenden Faktoren für den Erfolg. „Ohne Spielfreude wird es auch diesen nicht geben“, so Slomka und verweist auf die Dänen, die aus dem Urlaub kommend, spontan Europameister in Deutschland wurden. Dass Slomka Profile von den einzelnen Spielern erstellte, nach denen er ihnen die Aufstellungsposition zuweist, verwundert nicht. Slomka ist ein Trainer, der möglichst alle wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Hilfe nimmt, um möglichst wenige Zufälle zuzulassen.

(so)



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