Daimler-Chef Dieter Zetsche mit Model Petra Nemcova und dem GLC. Foto: (gk)

Mercedes-Benz GLC

1. Juli 2015

Weg von der Ecke

Mit dem GLC setzt Mercedes-Benz die neue Namensgebung bei seinen SUV weiter um. Der GLK-Nachfolger geht ab Mitte September zu Einstiegspreisen ab 44.506 bis 46.410 Euro an den Start. Auch einen Plug-in-Hybrid kündigen die Stuttgarter an. Mit der Neuauflage ihres Kompakt-SUV sind sie in der Premiumklasse im Umfeld etwa von Audis Q5 oder dem X3 von BMW unterwegs.

Es mag überraschen, weil der Vorgänger wegen seiner kantigen Kastenform nicht unumstritten war, aber: „Innerhalb der SUV ist der GLK unser Bestseller“, rechnet Daimler- und Mercedes-Chef Dieter Zetsche jetzt bei der GLC-Weltpremiere im schwäbischen Metzingen vor, dass sich der GLK seit 2008 mehr als 650 000 Mal verkauft hat. G und L in den neuen Namenskürzel verweisen jeweils auf die Geländegängigkeit der Modelle, das C steht in diesem Fall dafür, dass der neue Mercedes im SUV-Bereich des C-Klasse-Segments auf Kundenfang geht.

Mit Blick auf das nunmehr abgerundetere Äußere des neuen GLC spricht Chefdesigner Gorden Wagener von einem „Paradigmenwechsel weg von der eckigen Form hin zu modernem Luxus“. Die Stuttgarter gehen damit offenbar zu einem sich besser verkaufenden (Crossover-) Mainstream mit eigener Note zurück. Auf 4,7 Metern Länge kommt der GLC sauber verarbeitet daher, mutet wertig an. Platz ist dank 2,9 Metern Radstand selbst im Fond noch ordentlich vorhanden. Das Gepäckabteil fasst stattliche 550 bis 1600 Liter, beim Plug-in-Hybrid sind es mit 350 bis 1445 deutlich weniger.

Cockpit und Bedienung samt Infotainmentsystem mit farbigem Mediadisplay, Dreh-/Drückknopf auf der Mittelkonsole und Touchpad in der Handauflage sowie Möglichkeiten der Vernetzung sind weitgehend aus anderen aktuellen Mercedes-Baureihen bekannt. Der mit moderner Technik bestückte Permanentallradler, der über elektromechanische Direktlenkung und belüftete Scheibenbremsen vorn und hinten verfügt, parkt zudem auf Wunsch selbsttätig ein, bietet den Angaben zufolge erstmals bei einem Auto dieser Kategorie Technologien wie Lenkassistenz oder Stopp-&-Go-Pilot. „Für den Fahrer bedeutet das zum Beispiel“, so Zetsche, „teilautonomes Fahren auf der Autobahn.“

Dass der „Offroader im Maßanzug“ ferner keine Scheu hat, sich schmutzig zu machen, belegt Thomas Weber mit dem Hinweis auf das optionale Offroad-Paket, das die Kletterfähigkeit steigern soll. „Und wer tatsächlich mal feststeckt“, versichert der oberste Daimler-Forscher und Mercedes-Entwickler bei der ersten öffentlichen Vorstellung in der Metzingener Hugo-Boss-Zentrale, „den ‚schaukelt’ der GLC auf Knopfdruck wieder frei.“

Motormäßig sieht Mercedes mit dem GLC 250 zunächst einen Turbo­benziner mit 211 PS und mit dem GLC 220d und dem GLC 250d zwei Turbodiesel mit 170 und 204 PS vor. Der auf dem Benziner basierende Plug-in-Hybrid GLC 350e bringt es, ergänzt um einen 114 PS starken Elektromotor, auf 320 PS Systemleistung und 34 Kilometer elektrische Reichweite. Dessen Verbrauch geben die Stuttgarter in Verbindung mit der Siebenstufen-Automatik mit lediglich 2,6 Litern an, im Datenblatt jedenfalls, was umgerechnet nur noch 60 Gramm Kohlendioxid-Ausstoß pro Kilometer entsprechen würde.

Diesel und Benziner, alle mit Neunstufen-Box und spritsparender Stopp/Start-Funktion kombiniert und um bis zu 80 Kilo abgespeckt, finden sich sonst mit 5,0 bis 7,1 Litern in der Liste. Die 2,0 und 2,1 Liter großen Vierzylinder machen die leer 1735 bis 2025 Kilo schweren GLC in der Spitze 210 bis 235 Stundenkilometer schnell. Es folgt noch der AMG-GLC 450 mit 367 PS. Das Fahrwerk ist aufwändig konstruiert.

Variables Dämpfersystem und gleich fünf Fahrprogramme sind Serie. Eine Besonderheit stellt die neue Mehrkammer-Luftfederung dar, die auf der Straße Stabilität, Agilität und Komfort erhöht und im Gelände für den nötigen Grip sorgt. Standard in Sachen Sicherheit sind unter anderem Müdigkeits-, Kollisionswarner und Seitenwindassistent.

Alles in allem: Mit dem (A-Klasse) GLA hat die neue Mercedes-SUV-Nomenklatur begonnen. Mit dem (E-Klasse-) GLE selbst als SUV-Coupé sind die Stuttgater außerdem gerade dabei, den M-Klasse-Nachfolger bereits fahrdynamisch vorzustellen. Im September liefern sie den (C-Klasse-) GLC aus, den sie wohl auch noch sportlich erweitern werden. Und ebenfalls in diesem Jahr ist mit dem (S-Klasse) GLS noch eine überarbeitete SUV-Option vorgesehen, eine eben auf Luxusniveau.

(gk)

 

Mercedes-Benz GLC – 1 Vierzylinder-Turbobenziner – 1 Vierzylinder-Plug-in-Hybrid – 2 Vierzylinder-Turbodiesel –Hubraum: 2,0 und 2,1 l – Leistung: 125/170 bis 235/320 kW/PS – Verbrauch (WA): 2,6 – 7,1 l/100 km – Beschleunigung: 5,9 – 9,3 sec. – Höchstgeschwindigkeit: 210 – 235 km/h – CO2-Ausstoß (WA): 60 – 166 g/km –Grundpreis: ab 44.506 Euro

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