Mehr Freiheiten für Geimpfte und strengere Regeln für Ungeimpfte?

1. August 2021

Experten warnen vor der Delta-Variante.

„Geimpfte werden definitiv mehr Freiheiten haben!“ Klare Aussage von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU). Sollten die Neuinfektionen weiter so zunehmen, müssten Ungeimpfte ihre Kontakte wieder reduzieren, führte Braun aus. „Das kann auch bedeuten, dass gewisse Angebote, wie Restaurant-, Kino- und Stadionbesuch selbst für getestete Ungeimpfte nicht mehr möglich wären, weil das Restrisiko zu hoch ist“, setzte er hinzu. Braun warb eindringlich fürs Impfen und betonte, die Impfung schütze zu 90 Prozent vor einer schweren Corona-Erkrankung.

Auslöser seiner Aussagen war, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland kontinuierlich ansteigt. Der Kanzleramtsminister sagte, ohne bessere Impfquote oder ein anderes Verhalten der Bürger könne es zurzeit der Bundestagswahl im September jeden Tag 100.000 Neuinfektionen geben und eine Inzidenz von 850. Die Landesregierung setzt auf die geplante Impfkampagne, die Opposition lehnt Verbote ab. Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) betonte, dass sich die Frage nach Einschränkungen für ungeimpfte Personen derzeit nicht stelle, sondern sie von den Vorteilen einer Impfung überzeugt werden sollen. Dazu gehört neben den Impfangeboten auch mehr Informationen für bisher noch unentschlossene Bürger. Niedersachsen will Anfang August eine Impfaufklärungskampagne in mehreren Sprachen starten, um mehr Menschen davon zu überzeugen, sich impfen zu lassen. Debatten über eine Impfpflicht können sich dabei eher als kontraproduktiv erweisen und zu Trotzreaktionen führen, sagte Behrens. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann erklärte, er halte die Überlegungen des Kanzleramts nicht für zielführend. Braun habe seines Erachtens daran erinnern wollen, dass der Wettlauf gegen die Delta-Variante gerade bei den Jüngeren nur gewonnen werden könne, wenn sich alle jetzt möglichst schnell impfen ließen.

Auf keinen Fall sollte es mehr Freiheiten für Geimpfte geben, sonst haben wir eine richtige Zwei-Klassen-Gesellschaft. Jeder kann seine Meinung vertreten, aber ich sehe es so. Ich habe einen Impftermin und bin als Selbstständiger im Serengeti-Park tätig. Es wird bald nichts mehr ohne Impfung geben, vor allem, wenn man im Berufsleben steht. Man kommt ohne Impfung nirgends rein und kann nicht reisen. Da handelt es sich schon um einen versteckten Impfzwang und das wissen die meisten Leute. In unserem Gewerbe haben wir vor allem Angst davor, dass die Weihnachtsmärkte einen zweite Gau erleben. Das wäre für viele Schausteller der Untergang – Oliver Laubinger aus Hodenhagen

Man lässt sich nicht umsonst impfen, sondern man will zurück zu einem Stück Normalität. Impfung ist ein Beitrag für alle, für die Allgemeinheit. Wer das nicht will, muss mit Einschränkungen leben. Sicher muss man eine Zeit abwarten, bis alle Gruppen erreicht sind. Irgendwann muss aber der Punkt kommen, wo man damit durch ist. Ich bin bereits doppelt geimpft. Es gibt immer mehr Möglichkeiten, sich impfen zu lassen, das ist kein Problem mehr. Anfangs wurde von der Obrigkeit Panik verbreitet, und es war ein Durcheinander, was die Impfstoffe betraf. Doch jede Impfung, jedes Medikament hat Nebenwirkungen. Ist zwar bedauerlich, aber kein Grund es zu verteufeln – Michael Lebid aus Bomlitz

Ich bin dafür, dass Geimpfte gewisse Vorteile genießen. Es hat mittlerweile jeder die Chance, sich impfen zu lassen, und wir wollen doch zurück zur Normalität. Was meine Familie betrifft, die hatte keine Schwierigkeiten oder Nebenwirkung nach der Impfung. Durch die Impfung ist man geschützt. Es ist auf alle Fälle besser, als an Corona zu erkranken. Ich bin geimpft. Da ich Vorerkrankungen habe, habe ich schnell einen Impftermin bekommen. Die Vorteile sollte man in Betracht ziehen. Die Impfmuffel schaden der Allgemeinheit und sollten überdenken, was sie anderen antun. Ob man dann noch Maske tragen muss oder nicht, sollte jeder für sich entscheiden – Iris Wittkopf aus Walsrode

Es ist so, dass sich nicht alle wegen Vorerkrankungen impfen lassen können. Daher finde ich es unfair, wenn sie benachteiligt werden und nicht am öffentlichen Leben teilhaben können. Bei meinem Großvater ist es so, dass er sich nicht impfen lassen kann, weil die Nebenwirkungen zu schlimm wären. Daher sehe ich den Impfzwang als Freiheitsberaubung. Ich bin noch nicht geimpft und möchte erst mal abwarten, was im Laufe der Zeit erfolgt. Wenn es erforscht ist und alles gut ist, werde ich mich auf jeden Fall impfen lassen. Bisher hatte ich noch nie Probleme irgendwo rein zu kommen, und Urlaub ist zurzeit auch nicht geplant. Ich arbeite von zu Hause aus und achte unterwegs auf die Hygieneregeln – Joanna Müller aus Walsrode

Da zeige ich mich solidarisch mit denen, die verunsichert sind, ob Impfung oder nicht und wenn, mit welchem Medikament. Es war zeitweise ein heilloses Durcheinander, was den Impfstoff betraf. Auch von der Politik kam es unklar rüber. Selbst bei den Hausärzten sind die Informationen nicht gleich angekommen. Es ist schwierig. Wie geht man mit den Nichtgeimpften um? Es wird ihnen alles geboten. Es gibt keine Impfpflicht, aber einen indirekten Druck. Ich bin bereits zwei Mal geimpft. Wir besuchen nun Freunde in Schweden, die auch geimpft sind und tragen aus Vorsicht weiter unsere Masken – Arnold Belz aus Düshorn

Wir sind mit dem Impfen seit vier Wochen durch und waren jetzt in Zingst, auf dem Darß, vor Rügen, im Urlaub. Es war durch die Impfung und dank der Luca-App alles einfacher. Man konnte sich in den Restaurants einloggen. In der Ferienwohnung musste man bei der Anreise seinen Impfausweis, den wir auch bereits digital haben, vorzeigen. Wer nicht geimpft war, musste einen Negativtest vorlegen. Es haben alle die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Wer gegen das Impfen ist, muss eben stets den Coronatest machen. Wer es einfacher haben will, lässt sich impfen. Es dient ja der Allgemeinheit – Dieter Knoop aus Ostenholz

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