Angelt mit neuer Eleganz in der Golfklasse nach Kunden – der Mazda3 Foto: so

Mazda3 – Vom Mauerblümchen zur Edelrose

4. September 2016

Mazda3 – Vom Mauerblümchen zur Edelrose Kurt Sohnemann
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.7


Erstaunliche Wandlung des Mazda3 in der Golfklasse

Walsrode. Tokyo konnte sich nie mit Mailand oder Paris messen, wenn es um Haute Couture ging. Ganz im Gegenteil, immer wenn in Europa ein neues Schnittmuster unter dem Licht der Scheinwerfern zu erkennen war, schauten die Designer aus dem Lande der aufgehenden Sonne genau hin, um Inspirationen mit auf die fernöstliche Insel zu nehmen.

Aber auch hier gibt es Ausnahmen. Eine ganz große Ausnahme trägt den Namen Mazda und hat in den vergangenen Jahren für optische Paukenschläge auf den Laufstegen aus Asphalt gesorgt. Ganz gleich, ob von Ford oder anderen Herstellern inspiriert, gelangen Mazda nie so optisch überzeugende Fahrzeuge wie jetzt. Ein Beispiel dafür, wie man ganze Fankurven um die Pisten schafft, ist der Mazda3. Das Mauerblümchen ist zu einer Edelrose mutiert. Es gibt kaum Lebewesen auf zwei Beinen, die nicht verbalen Beifall klatschen, wenn ihre Meinung zum Mazda3 gefragt ist. Die Verkaufszahlen sollten den gelungenen Wurf ebenfalls bestätigen.

Was unter der formschönen Kulisse steckt, ist zudem bewährte Technik, die den modernen Ansprüchen genügt und teilweise beeindruckende Werte liefert. Mazda baut den 3er in unterschiedlichen Karosserievarianten und ist einer der ganz wenigen Hersteller, die einen Viertürer auf die Räder gestellt haben, der sich optisch nicht hinter dem Fünftürer verstecken muss. Das Geheimnis der optischen Akzeptanz liegt sicherlich auch darin, weil die elegante Linie nicht vor dem Heck Halt gemacht hat und geschickt mit einbezogen wurde.

So hat der Fahrer zwar nur eine relativ eng bemessene Ladeluke zur Verfügung, aber den Vorteil, seine Ladung getrennt vom Fahrgastraum unterbringen zu können. Da ist der frisch gefangene Fisch auch nach einigen hundert Kilometern noch nicht zu riechen, wenn er im Kofferraum vor sich hin gart. Mit einem Volumen von 419 Litern ist der Raum ohnehin groß genug, um Einkäufe aller Art zu verstauen. Dass die Optik nicht nur vor der Tür bleibt, wird den Insassen schnell klar, wenn sie hinter dem Armaturenbrett sitzen. Modern und trotzdem gediegen wirkt das Interieur und vermittelt Hochwertigkeit. Auch wenn für die Bezüge von Cockpit oder Innentüren keine Tiere geopfert werden mussten, wirken die Auspolsterungen ausreichend, was sich in der Geräuschkulisse deutlich macht. Lediglich an den Klang der zufallenden Türen könnte Mazda noch etwas feilen.

Eine Tür muss nicht klingen, wie eine leere Dose Fisch beim Fall auf den Boden. Bei dem annehmbaren Preis ist allerdings auch nicht das erhebende Geräusch einer Tresortür zu erwarten. Seit die Europäer ihre Vorliebe für Selbstzünder leben, lässt das auch Nippons Söhne nicht mehr kalt. Für den Mazda3 wurde ein Vierzylinder mit zweistufiger Turboaufladung konzipiert, der eine überzeugende Leistung abliefert und dabei auch noch einen sehr schmächtigen Verbrauch offenbart. Die 150 PS sind so gut über die Drehmomentkurve verteilt, dass es so gut wie nie das Verlangen nach mehr Leistung gibt.

Schon bei 1.800 Umdrehungen stehen satte 380 Newtonmeter zur Verfügung, was dem Mazda3 in allen Verkehrssituationen die nötigen Kraftreserven gibt, um aktive Sicherheit abzurufen, wenn sie nötig ist. Dass dabei eine Beschleunigung resultiert, die das Gefährt innerhalb von 8 Sekunden auf Tempo 100 sausen lässt, wunder bei der Kraftentfaltung nicht. Auch sind 213 km/h Höchstgeschwindigkeit keineswegs selbstverständlich in der Klasse. Der Madza3 mit Dieselantrieb lässt in puncto Sportlichkeit die Konkurrenz reihenweise erblassen. Im Testverbrauch bewegte sich die Limousine mit 4,7 Litern zwar deutlich über den angegebenen 3,9 Litern für hundert Kilometer. Das Fahrzeug wurde aber auch keiner besonderen Schonung unterworfen.

Trotzdem sind 4,7 Liter bei der Leistung ein Wert, vor dem der Hut gezogen werden kann. Mazda ist mit dem Modell ein Wurf gelungen, der in der Golf-Klasse mehr als nur aufhorchen lässt. Durch seine überzeugende Optik ist er ein ganz heißer Kandidat für noch mehr Zuspruch, zumal er auch von bewährter und solider Technik flankiert wird. Ob nun Head-up-Display, 3-stufige Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, Licht- und Regensensor, Bi-Xenon-Hauptscheinwerfer mit automatischer Leuchtweitenregulierung oder Klimatisierungsautomatik mit getrennter Regelung. Das alles und noch eine Fülle weiterer innovativer Entwicklungen sind beim Mazda3 Skyaktiv-D 150 Sports-Line schon im Preis von 28.590 Euro enthalten. Da beginnt bei manchem Hersteller erst die Aufpreisliste. Wem das kein überzeugendes Argument ist, dem kann auch sicherlich nur selten geholfen werden.

Kurt Sohnemann

 

Mazda3 Limousine Skyactive-D 150 Sport-Line – Hubraum: 2.191 ccm – Zylinder: 4 Reihe Turbo – Leistung kW/PS: 110/150 bei U/min.: 4.500 – Max. Drehmoment: 380 Nm/1.800 – Höchstgeschwindigkeit: 213 km/h – 6-Gang-Skyactiv – Leergewicht: 1.385 kg – Zul. Gesamtgewicht: 1.910 kg – Wendekreis: 11,4 m – Verbrauch (Test): 4,7 l/100 km – Tankvolumen: 51 Liter – Kraftstoffart: Diesel – CO2-Ausstoß: 104 g/km (WA) – Euro 6 – Effizienzklasse: A+ – Grundpreis: 28.590 Euro

 

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