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Materialien weiterwenden und Müll vermeiden

3. Mai 2020

Reparieren statt wegwerfen – „Vissel for Future“ gründet Repair-Café

Der Küchenstuhl wackelt, und die Schreibtischlampe hat einen Wackelkontakt? Also, ab zum Sperrmüll mit Stuhl und Lampe! Nein, man kann sie auch reparieren, beziehungsweise reparieren lassen. Die Visselhöveder Gruppe „Vissel for Future“, die Plattform für die Umsetzung der Bedürfnisse von alternativen, nachhaltigen Lebensformen, kam auf die Idee, ein Repair-Café zu eröffnen. Dessen Ziele sind die Weiterverwendung der Materialien, das Sparen von Ressourcen, die Müllvermeidung und Umweltschonung. Es soll zudem zur Einforderung von Nachhaltigkeit im Geräte- und Maschinenbau dienen.

„Im Laufe der letzten Jahre haben die Medien vielfach darüber aufgeklärt, dass die Wertigkeit der Waren, die wir erstehen, sinkt. Insbesondere Haushalts- und Bürogeräte, Heimwerker- und Gartenmaschinen funktionieren nur noch einen Bruchteil der Zeitspanne, wie noch vor ein paar Jahrzehnten. Aber nicht nur mindere Material-Qualitäten sorgen dafür, auch eingebaute vorprogrammierte Sollbruchstellen. Ein besonders bitteres Ärgernis“, fand Harald Gabriel, Mitbegründer der Gruppe „Vissel für Future“ in Visselhövede. In der offenen Initiative fand sich sofort eine sechsköpfige Gründungsgruppe für ein Repair-Café, für das Ingenieur Hermann Hölter den entscheidenden Anstoß gegeben hatte.
„Wir alle kennen das Ohnmachtsgefühl, wenn die Reparaturannahmestelle einer Markenfirma die Reparatur eines Elektrogeräts verweigert und zum Kauf eines Neuen rät. Das sei preisgünstiger. Aber wir wissen, dass das gesamte übrige und intakte Material auf dem Schrott landet, weggeworfen und zu einem großen Teil vernichtet wird. Wir wollten das nicht mehr so einfach hinnehmen“, so Hölter, der das System „Repair-Cafés“ in Celle kennenlernte. Warum also nicht auch in Visselhövede?
Die Ziele des neuen Angebots sind die Weiterverwendung der Materialien, das Sparen von Ressourcen, das Vermeiden von Müll und somit auch die Schonung der Umwelt. Gleichzeitig soll es zudem auch zur Einforderung von Nachhaltigkeit im Geräte- und Maschinenbau dienen.
„Die Treffen der Repair-Café werden in Visselhövede im Haus der Bildung stattfinden. Geplant sind organisatorische Treffen, vorerst jeweils an einem Mittwoch ab 18 Uhr“, informiert Elvira Schneider, Mitglied der Gruppe. Nach der Organisationsphase sollen die Reparatur-Treffen sonnabends stattfinden.
Für einen glatten Start hat die Orga-Gruppe die Weichen gestellt. Eine Lizenz ist erworben, rechtliche und handwerkliche Voraussetzungen sind recherchiert, Bedingungen und Grenzen des Möglichen erkundet. Die Gründer gehen erst einmal von den Bereichen Elektronik, Kleinelektrogeräte, Textilien und Holz aus. Fahrräder, Mopeds, Kühlschränke und andere Großgeräte werden nicht angenommen. „Allerdings sollen die Besucher nicht einfach ihre defekten Objekte abgeben, sondern mit den Reparateur vor Ort in Kontakt bleiben und miteinander ins Gespräch kommen“, betont Schneider.
Die derzeitigen Teilnehmer haben fachliches Know-how und/oder werden bei der Organisation oder dem Ablauf eines Repair-Café-Treffens helfen. „Weitere interessierte Reparateure sind willkommen. Gesucht werden noch Leute, die auf einem Spezialgebiet oder auch handwerklich fit sind“, vermittelt Harald Gabriel. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe arbeiten ehrenamtlich und unentgeltlich. Die Aktiven entscheiden, ob sie eine Reparatur annehmen. Materialkosten sind von dem jeweiligen Kunden zu übernehmen. Ansonsten sind Spenden willkommen.
Das erste geplante Treffen für die Teilnehmer fiel aufgrund der Corona-Krise aus. Es soll sobald wie möglich nachgeholt werden, zumal es der Organisation und dem gegenseitigen Kennenlernen der Aktiven dienen soll. Weitere Infos gibt es auf der Website repaircafe-vissel.de. Interessierte Reparateure können sich bei Hermann Hölter unter Telefon (01577) 2482206 oder per E-Mail an info@repaircafe-vissel.de wenden.

 

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