Macht es Sinn, dass Ungarn die Grenzen schließt?

20. September 2015

Kürzlich schloss das Land die letzte Lücke in seinem 175 Kilometer langen Zaun an der Grenze zu Serbien.

Unter starkem Polizeischutz begannen Armeeangehörige nahe der ungarischen Gemeinde Röszke, mit Stahldrähten das etwa 15 Meter breite Loch zu verschließen. Zuvor waren wieder Hunderte Flüchtlinge entlang der Eisenbahnstrecke von Serbien nach Ungarn gelangt.

Die Hilfesuchenden wurden mit Bussen in drei nahe gelegene Aufnahmelager gebracht. Da Ungarn offensichtlich nach der vollständigen Sperrung seiner Grenze Probleme erwartete, wurden in der Nähe des Grenzzauns viele Hundert Polizisten zusammengezogen. Pferdestaffeln patrouillierten entlang des Zauns, Hubschrauber überflogen den Ort.

„Ab heute wird sich die Lage dramatisch ändern“, kündigte der stellvertretende Parlamentspräsident, Gulyas Gergely, an. „Allerdings kann Ungarn nicht alleine die Probleme Europas lösen“, sagte er: „Wenn Griechenland die EU-Außengrenze nicht schützen kann, sind wir bereit zu helfen.“ Am Dienstag trat in Ungarn ein neues Gesetzt in Kraft, wonach ein illegaler Grenzübertritt als Straftat gilt. Bislang ist dies nur eine Ordnungswidrigkeit.Auf der serbischen Seite brachen einige ankommende Flüchtlinge in Tränen aus, als sie sahen, dass der Grenzübergang nicht mehr offen war. Unter den Flüchtenden waren auch kleine Kinder.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters erlaubte die Polizei aber weiterhin kleinen Gruppen, die Grenze zu passieren. Medien hatten zuvor berichtet, dass die Polizei das Flüchtlingslager in Röszke geräumt und die Menschen gezielt an die österreichische Grenze gebracht habe. Im ungarischen Szentgotthard seien in der Nacht zum Montag 35 Busse mit Migranten direkt von der serbischen Grenze eingetroffen. Von dort liefen demnach alle Flüchtlinge ungehindert zu Fuß nach Heiligenkreuz in Österreich.


Es ist klar, dass man den Flüchtlingen helfen muss. Trotzdem sollte es geregelt zugehen. Entweder durch Grenzen oder Grenzzäune. Zuerst sollte Geld für Syrien von der EU und der USA locker gemacht werden, um das Übel bei der Wurzel zu packen. Wir haben Waffen dorthin geschickt und daran verdient. In den 60er Jahren haben wir auch drei Millionen Menschen aufgenommen und innerhalb von fünf Jahren war alles wunderbar. Und so könnte es auch jetzt sein. Wir benötigen dringend Nachwuchskräfte besonders im Handwerk – Kai Sonnenberg aus Walsrode

Kai-Sonnenberg

 

Den Menschen muss geholfen werden. Ich vermute, dass durch die Maßnahmen der Grenzschließung in Ungarn Druck auf die anderen europäischen Länder ausgeübt werden soll, damit eine gerade Linie gefahren wird. Es geht nicht, dass Deutschland alle aufnimmt. Es muss im kontrollierbaren  Rahmen bleiben und bürokratisch in geordnete Bahnen gebracht werden können. Die anderen Länder sind auch verpflichtet Flüchtlinge aufzunehmen. Andere Länder halten nur bei Subventionen die Hand auf und müssten auch mal eine Gegenleistung erbringen – Christel Dietrich aus Bierde

Christel-Dietrich

 

 

Ich bin dafür, dass den Menschen geholfen wird. Es ist schwierig, denn einzelne EU-Partner sind nicht für eine EU-Quote und es wird alles auf uns abgewälzt. Es ist klar, dass wir bald keine Kapazität mehr haben. Die Flüchtlinge müssen versorgt und integriert werden. Das dauert seine Zeit und geht nicht von heute auf morgen. Manche haben auch eine falsche Vorstellung von Deutschland. Zur Integration zählt auch die Aufnahme in die Arbeitswelt und dazu müssen sie bereit und offen sein. Manche nutzen unsere Hilfe aus, aber grundsätzlich möchte man helfen – Tina Harris aus Hodenhagen

Tina-Harris

 

Es ist nicht richtig, dass die Grenzen in Ungarn geschlossen werden. Die Flüchtlinge sollten die Möglichkeit haben, weiterzureisen und nach Deutschland zu gelangen. Sie sind vor dem Krieg geflüchtet und brauchen Unterstützung. Ich finde aber, sie sollten in alle Europäische Länder gleichermaßen per Schlüssel verteilt werden. Hier ist Brüssel gefordert. Es kann nicht nur ein deutsches Problem sein. Wir können nicht alle aufnehmen. Aber wir benötigen Leute in der Pflege und auch andere Arbeitskräfte. Ich würde gerne helfen, wenn es Probleme gibt – Leroy Weber aus Soltau

Leroy-Weber


 

Wir können es nicht endgültig beurteilen, weil uns das ausreichende Hintergrundwissen fehlt. Ich finde es schön, dass die Unterbringung in Oerbke keine wesentlichen Komplikationen bringt und es den Flüchtlingen gut geht. Das ist den äußeren Umständen der Kaserne geschuldet. Die Flüchtlinge sind willkommen, aber es sind sehr viele Trittbrettfahrer dabei, die hätte ich gerne herausgefiltert. Leider fehlen uns die Leute für solche Kontrollen. Ich unterstelle, dass die Grenzkontrollen richtig sind und wohl überlegt – Joachim Westphal aus Walsrode

Joachim-Westphal


 

Generell sind die Flüchtlinge willkommen. Etwas besorgt bin ich in Bezug auf die Infrastruktur und die Versorgung. Es hat eine unglaubliche Dimension angenommen. Es dürfen nicht zu viele Flüchtlinge werden, sonst können sie nicht mehr integriert werden. Die Grenzschließung in Ungarn klingt erst erschreckend, ist aber zur Regulierung notwendig, um überhaupt den Überblick zu behalten. Aber ansonsten benötigen wir Leute, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken, denn es sind keine ungelernten Kräfte, die ankommen. Daher ist auch Integration wichtig – Tim Hosnowsky aus Krelingen

Tim-Hosnowsky

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