Machen Ihnen die Terroranschläge in Frankreich Angst?

18. Januar 2015

„Es gibt Grund zur Sorge, auch zur Vorsorge, aber nicht zu Panik und Angst!“, so lautet die Botschaft von Bundesinnenminister Thomas de Maiziére bei Interviews nach den Terroranschlägen in Frankreich. Die Bundesregierung will auf keinen Fall zur Beunruhigung beitragen – zugleich aber den Eindruck vermeiden, dass man nichts gegen die drohende Gefahr von islamistischen Terroristen unternimmt. Beim Gipfeltreffen der EU-Innenminister in Paris vereinbarten elf EU-Minister und der Justizminister der USA einen verschärften Kampf gegen den Terrorismus und einen besseren Informationsaustausch untereinander.

Auf öffentlicher Bühne vermeiden die Ministerien für Inneres und Justiz auch weiterhin die politische Konfrontation. Dafür wagt sich Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) vor. Er spricht von einer „äußerst zögerlichen Reaktion“ des Bundesjustizministers auf die jüngsten Terroranschläge aus dem Bereich der Islamisten. „Es ist bedrückend, dass Bundesjustizminister Heiko Maas zu spät und zu ungenügend in seinem Verantwortungsbereich auf die sich schon länger stellenden sicherheitspolitschen Herausforderungen reagiert“, sagte Beuth. „Leider muss offenbar immer erst etwas passieren, ehe der Bundesjustizminister den Fuß von der Bremse nimmt.

Die von Maas angekündigte Gesetzesinitiative zur Verhinderung der Ausreise sogenannter Dschihad-Touristen und die Behinderung bei der Finanzierung von Terroraktivitäten hätten schon viel früher angestoßen werden müssen“, so Beuth. Mit dem Entzug der Personalausweispapiere für potenzielle Dschihadisten gehe die Bundesregierung zwar in die richtige Richtung, aber sie lasse das Problem der vielen Doppelstaatler mit zwei Personaldokumenten für den Grenzübertritt ungelöst.

Der Terror ist überall. Auch hier in Walsrode fühlt man sich bedroht. Ich trau mich im Dunkeln nicht mehr allein aus dem Haus. Terroranschläge können in jedem Land passieren, davor ist man nicht geschützt. Ich lebe trotzdem weiter wie bisher. Man darf sich nicht verstecken, nur weil es ein paar Verrückte gibt. Die gibt es leider überall auf der Welt, in jeder Hautfarbe – Ulrike Lemke mit Queen Latifa aus Walsrode 

Ulrike-Lemke

 

Weltweit ist die Bevölkerung in Angst, auch um die Familien. Es kann jederzeit in jeder Großstadt ein Terroranschlag passieren. Hier in Walsrode, in der Provinz, ist man eher geborgen. Die Ballungsgebiete sind da schon eher Anschlagsziele, zum Beispiel beim Fasching in Köln und Düsseldorf. Es kann aber auch in Hannover oder Braunschweig etwas passieren. Man sollte sein Leben genießen, jeden Tag aufs Neue, da es täglich, auch auf natürliche Art, zu Ende sein kann – Hansi Steinbauer aus Südkampen

Hansi-Steinbauer

Ich würde mich auf jeden Fall auf die Seite der Demonstranten stellen und für alles kämpfen, was wir lieben – Freiheit, Demokratie und Meinungsfreiheit. Die Brutalität der Morde schreckt ab und begleitet den Alltag. Für die jungen Leute sollte mehr getan werden, um sie zu beschäftigen, um sie im Vorfeld zu integrieren, so dass sie nicht zur Gefahr werden. Ich kann mir gut vorstellen, auch zur Demonstration zu gehen, wenn der Termin passt. Aber man muss aufpassen, welche Sache man vertritt – Irmgard Gebers mit Zoe aus Bomlitz

Irmgard-Geber

Angst habe ich nicht, aber es gibt keine absolute Sicherheit. Was man tun kann, um den Terror zu verhindern, sollte man tun. Vorratsdatenspeicherung ist wichtig, daher würde ich meine persönlichen Bedenken zurückstellen, wenn es hilft, Menschenleben zu retten. Hier in Walsrode und im Landkreis haben wir nicht den Drang zu Demonstrationen, aber ich finde es gut, dass die Menschen Flagge zeigen und auch gegen die Pegida demonstrieren. Ich kann mir durchaus vorstellen, mitzulaufen – Wilhelm Mestwerdt aus Hodenhagen

Wilhelm-Mestwerdt

Es ist keiner mit den Terroranschlägen einverstanden, das kann man nicht gutheißen. Aber es war vorauszusehen, dass so etwas passiert. Die Karikaturen, die gezeichnet wurden, sind Gotteslästerungen und das lässt sich so ein Volk nicht gefallen. Es sind Menschen, die sich nicht mit Worten, sondern mit Waffen wehren. Man muss abwägen, ob man jemanden lächerlich macht und mit Füßen tritt. Wenn man uns karikiert, würden wir darüber lachen. Wir wünschen uns auch Respekt unserer Religion gegenüber – Dirk Sternberg aus Walsrode 

Dirk-Sternberg

Wir müssen weiterleben wie bisher, sonst hat der Terror gewonnen. Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen. Was mich wundert, ist die rohe Gewalt, die angewendet wurde. Man weiß nicht, was in deren Köpfen vorgeht, warum sie so hasserfüllt sind. Es wird viel verheimlicht, aber ich fühle mich hier in Deutschland sicher. Man will ja auch keinen Überwachungsstaat haben. Daher muss man abwägen – die Sicherheit der Menschen und anderseits deren Rechte und Freiheit – Wolfgang Wehrhoff aus Schneeheide 

 

Wolfgang-Wehrhoff

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