Foto: Charlotta Spöring

Lissabon als echter Allrounder

12. November 2017

Spannende Kreativfabrik im Herzen der portugiesischen Hauptstadt

Eine Brücke wie in San Francisco, eine Jesus-Statue, wie man sie aus Rio de Janeiro kennt und Tuk-Tuk-Taxis wie in Asien, die Besucher an ihre Wunschziele bringen: Zu sehen gibt es in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon so einige außergewöhnliche Dinge.

Im ehemaligen Industrieviertel der Stadt findet sich die Lx-Factory. Nachdem eine namenhafte Fabrik für Stoffe und Garne nach Jahrzehnten der harten Arbeit ihre Pforten schloss, wurde das ehemalige Industriegelände im Jahr 2007 wiederbelebt. Ein portugiesisches Unternehmen startete Hand in Hand mit ortsansässigen Firmen und Künstlern verschiedene Projekte. Ziel war es, dem heruntergekommenen Gelände wieder neues Leben einzuhauchen, ohne dem Ort seine Seele zu nehmen. Das Besondere an dieser Idee ist, dass die Gebäude nicht renoviert, sondern lediglich aufbereitet wurden. Die noch vorhandenen Gegenstände und Geräte wurden wiederverwertet. Nichts ist aufgemotzt, hier und da bröckelt der Putz. Doch gerade das verleiht dem Ort seinen Charme.

Entstanden ist eine kleine „Stadt“ am Fuße der „Ponte 25 de Abril“, an der man sich kaum sattsehen kann. Restaurants, Läden und kleine Künstlerstübchen zeichnen das Bild der Lx-Factory. Graffitis zieren die alten Wände der Fabrikgebäude. Besonders beeindruckend ist die Buchhandlung, die bis hoch an die Decken der alten Fabrikhalle mit Literatur bestückt ist. Auch ein Café gehört zum Inventar des Bücherparadieses. Tische und Stühle dieses Cafés sind auf der alten Druckmaschine der Stofffabrik platziert, welche den Hallen ebenso erhalten geblieben ist wie das Gefühl der Zeitlosigkeit. Bei einem Spaziergang durch die „Kreativfabrik“ fühlt man sich einige Jahrzehnte zurückversetzt. Der Eintritt ist kostenlos, weshalb vor allem am Wochenende viele junge Leute und Familien in die Restaurants und Bars einkehren oder einfach über das Gelände schlendern.

Ein ebenso spannendes Erlebnis ist ein Besuch im Ozeanium Lissabon. Auf dem ehemaligen Gelände der Expo, direkt am Fuße des Flusses Tejo, beinhaltet das moderne Gebäude das größte Indoor-Aquarium Europas. Neben putzigen Fischottern und exotisch-bunten Aquariumfischen beinhaltet das Ozeanium ein Hauptbecken, in dem sich Thunfisch-Schwärme, Pinguine und Haie tummeln. Als besonderes Highlight werden dort „Shark nights“ angeboten, in denen abenteuerlustige Besucher direkt neben dem Haifischbecken übernachten können.

Langweilig wird es in der „weißen Stadt am Tejo“ nie, wie Lissabon aufgrund der hellen Außenfassaden seiner Gebäude oft genannt wird. Auch wenn drei Tage nicht ausreichen, um die gesamte Vielfalt Lissabons zu entdecken, lohnt sich ein Wochenendtrip in Portugals Hauptstadt definitiv.

Charlotta Spöring

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