Elegante Linienführung und absolut Geländetauglich – das Evoque Cabrio – Foto: so

Land Rover Evoque Cabriolet

5. Juni 2016

Land Rover Evoque Cabriolet Kurt Sohnemann
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.3


Ungetrübter Blick auf die Natur

Keine technischen Möglichkeiten bleiben offensichtlich unversucht, den Autofahrern noch mehr Freude auf vier Rädern zu geben, als es ohnehin schon möglich ist. Einen richtigen Coup hat Land Rover jetzt mit dem Evoque Cabriolet gelandet. Die Vorstellung, ein echtes Geländefahrzeug könne sich auf Knopfdruck in ein schickes Cabrio verwandeln, war bisher ebenso exotisch wie der Gedanke, „Mutti“ Merkel käme als Angelina Jolie aus der Umkleide der Badeanstalt zurück. Ersteres ist dem britischen Fahrzeughersteller perfekt gelungen und hat entsprechende Resonanz nach sich gezogen.

Ohne das Fahrzeug überhaupt auch nur gesehen zu haben, ist der offene Evoque schon von hunderten Autofahrern geordert worden. Das Öffnen der Wundertüte dürfte nur positive Resonanzen nach sich ziehen, denn das Cabrio von der Insel begeistert auf der ersten Ausfahrt. Statt am Hebelchen in der Mittelkonsole zu ziehen, um sich der Außenwelt zu öffnen, muss selbiges gedrückt werden. Das ist typisch britisch – immer etwas anders sein, als die Masse. Wer links auf den Straßen fährt, muss wohl mehr als nur extravagant sein, das wird auch nach wenigen Kilometern deutlich.

Während große Limousinen der Oberklasse mit Lob überschüttet werden, weil ihnen ein 8-Gang-Automatikgetriebe angediehen wurde, verrichtet im Evoque die Schaltvorgänge eine 9-Gang-Automatik von ZF vom Feinsten. Die Gangwechsel finden statt, ohne die Insassen von dem seidigen Vorgang der Beschleunigung abzubringen. Schon die 150-PS-Motorisierung reicht aus, um bei 380 Newtonmetern Drehmoment alle Hindernisse im Gelände zu bewältigen. Es hat schon etwas Erhabenes, durch die Unwegsamkeiten von Steinbrüchen zu fahren, die Böschungswinkel erlauben beim vollen Genuss der Natur tiefe Schlaglöcher wie auch Auf- und Abfahrten, die einem Mittelklassefahrzeug zur unüberwindbaren Hürde erwachsen. Nach nur 18 Sekunden ist das Faltdach im Heck verschwunden – dann kann das Vergnügen beginnen. Ein Windschott hinter den beiden Vordersitzen lässt es nicht zu, dass die Fahrfreuden auch bei hohen Geschwindigkeiten eingetrübt werden. Dem Hersteller ist es gelungen, unangenehme Einflüsse außen vor zu lassen. Wer mag, kann auch mit vier Personen im Evoque Cabrio sitzen. Das ist hinsichtlich des Platzes überhaupt kein Problem.

Einzig die Luftverwirbelungen sorgen dann für zusätzliches Leben im Innenraum. Werden Regenwolken am Horizont dunkler, genügen 21 Sekunden, um das Cabrio wieder zu schließen. Dann erstaunt die gute Verarbeitung des Daches, dass nur wenige Geräusche in den Innenraum lässt. Einziger Nachteil der Dachlösung ist der eingeschränkte Stauraum. Wer sich aber sicher ist, das Cabrio nicht vornehmlich für Transporte einsetzen zu wollen, kann sich gelassen mit dem Bestellvorgang des Fahrzeugs befassen. Es kostet mit dem 2-Liter-Turbodiesel unter der Fronthaube günstigstenfalls 51.200 Euro, wobei sich der Preis mit zunehmender Aufwertung durch Extras noch namhaft in die Höhe treiben lässt. Wer 180 statt 150 PS möchte, zahlt 2.900 Euro mehr. Der Benziner mit 240 PS sollte in Deutschland eher eine Rarität auf der Straße sein, denn der Verbrauchswert liegt deutlich höher als die angegebenen 5,7 Liter für hundert Kilometer des 150-PS-Diesels.

Kurt Sohnemann

Land Rover Evoque Cabriolet 2.0 TD4 150 – Hubraum: 1.999 ccm – Zylinder: 4 Reihe Turbo – Leistung kW/PS: 110/150 bei U/min.: 4.000 – Max. Drehmoment: 380 Nm/1.750 – Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 12,0 sek. – Leergewicht: 1.967 kg – Zul. Gesamtgewicht: 2.475 kg – Anhängelast gebr.: 1.500 kg – Verbrauch (WA): 5,7 l/100 km – Gepäckraum: 251 l – Tankvolumen: 54 l – Kraftstoffart: Diesel – CO2-Ausstoß: 149 g/km (WA) – Euro 6 – Effizienzklasse A – Grundpreis: 51.200 Euro

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