Foto: Ulrike Straube

Künstlerische Experimente wagen

3. März 2019

Angela Kirchfeld entscheidet als Mitglied eines Kuratoriums über förderungswürdige Theaterprojekte

In diesem Jahr schrieb der Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) zum ersten Mal die „amarena Innovationsförderung 2019“ mit einem thematischen Schwerpunkt zu „Diversität und Vielfalt im Amateurtheater“ aus. Das seit 2011 agierende Förderprogramm konnte unter 25 Bewerbungen aus dem gesamten Bundesgebiet auswählen. Das Kuratorium unter dem Vorsitz von Frank Grünert, Vizepräsident des BDAT, vergab eine Gesamtfördersumme von 14.000 Euro.

Die Visselhövederin Angela Kirchfeld, künstlerische Leiterin der Bomlitzer Theatergruppe LaFiBo, ist seit 2017 ebenfalls Mitglied im Kuratorium des BDAT in Berlin und berichtet von ihren Erfahrungen bei der letzten Zusammenkunft und wie es zur Mitgliedschaft im Kuratorium kam:

„Im Rahmen der alljährlichen Theatertage auf Baltrum wurde ich 2016 von Petra Wahed-Harms, künstlerische Leiterin des Amateurtheaterverbands Niedersachsen, gefragt, ob ich ihre Nachfolgerin im Kuratorium sein möchte, da sie aus zeitlichen Gründen nicht mehr dabei sein wollte“, berichtet Angela Kirchfeld und sagte zu. Schon nach kurzer Zeit erhielt sie die Nachricht aus Berlin, dass sie nun zum neuen Mitglied im BDAT gewählt worden ist. Einmal im Jahr, meistens im Februar/März, treffen sich die Mitglieder des Kuratoriums zur Abstimmung, zum Beispiel für den „amarena-Preis“ und sind nach Möglichkeit auch bei der Preisübergabe im Herbst dabei.

In diesem Jahr schrieb der BDAT zum ersten Mal die „amarena Innovationsförderung“ mit einem thematischen Schwerpunkt aus, bei dem Projektmittel in Höhe von 14.000 Euro vergeben werden sollten. Das Kuratorium entschied sich Anfang Februar in Berlin dazu, drei Projekte mit bis zu 5.000 Euro zu fördern. Angela Kirchfeld berichtet: „Es war wieder eine tolle Erfahrung! Die Sitzung verlief sehr harmonisch, und die Beiträge waren inspirierend und einmalig.“ Besonders erfreulich für die 54-jährige Visselhövederin: „Meine Favoriten waren nicht nur im Rennen, sondern gehörten auch zu den drei auserwählten Projekten.“

Gesucht waren Projekte zum Thema „Diversität und Vielfalt im Amateurtheater“. Insbesondere gesucht waren Projekte, die die Vielfalt unserer Gesellschaft als Anstoß nehmen, um generationsübergreifendes Theater zu initiieren, besondere Zielgruppen ansprechen, Kooperationsmodelle entwickeln, Theater an anderen Orten ausprobieren oder künstlerische Experimente wagen. Im Vorfeld wurden den Kuratoriumsmitgliedern 25 Anträge per E-Mail zugesandt, sodass eine Sichtung vorweg möglich war. Insgesamt beantragten die Bewerber aus ganz Deutschland eine Fördersumme von 112.514 Euro.

„Die Projekte siedelten sich in den unterschiedlichsten Sparten und Genres an, unter anderem generationsübergreifendes Theater, inklusives Theater, Theater im öffentlichen Raum sowie Musik- und Tanztheater“, zählt die Regisseurin auf. Die drei ausgewählten Projekte spiegeln die Bandbreite der Bewerbungen wider und zeigen zeitgleich ein außerordentliches Engagement in den selbst gewählten Wirkungsbereichen.

Das Projekt „Gott im Dorf der hohen Häuser“ des Sommerblut Kulturfestivals in Nordrhein-Westfalen wird als „interkulturelles und interreligiöses Theaterprojekt“ in Köln-Chorweiler Menschen aus verschiedensten Glaubensrichtungen zusammenbringen und ein Theaterprojekt in den „stadtbildprägenden Hochhaussiedlungen der 70er- Jahre“ entwickeln.

Das Projekt „Creative SuperLab“ des Kulturhauses Osterfeld in Baden-Württemberg spiegelt die Vielfalt der theatralen Schaffensprozesse wider, indem es die Produktionsprozesse einer Theaterinszenierung umdreht und für 20 bis 50 Jugendliche verschiedenster Herkunft erfahrbar macht.

Angela Kirchfelds absolutes Lieblingsprojekt „Nadeschda heißt Hoffnung“ des „dokumentartheaters berlin“ zeigt, entgegen rechtsextremer und populistischer Bewegungen in Europa, mögliche Konsequenzen solcher Tendenzen in einem Begegnungsprojekt auf. „Nadeschda Slessarewa, Zeitzeugin des Nationalsozialismus, wird mit 20 Menschen aus verschiedenen Ländern, Berufs- und Altersgruppen in Berlin zusammenkommen und Stationen ihres Lebens begehen. Eine szenische Lesung, ein Theaterstück und eine Filmdokumentation werden die Ergebnisse des Projektes dokumentieren“, lautet die Begründung des Kuratoriumsmitglieds Kirchfeld, dieses Projekt ausgewählt zu haben.

(aki/chi)

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