Foto: Sohnemann

Foto: Sohnemann

Kriegerische und friedliche Begegnungen

3. Dezember 2017

Die Besucher von Djursland bekommen interessante Einblicke in das Leben der Dänen am Kattegat

„Irgendwie fühlt sich das an wie ein Neoprenanzug“, versucht die siebenjährige Levke die Oberfläche des Rochens zu erklären. Sie hat gerade das Tier mit den ausladenden Wasserflügeln gestreichelt, was sich merklich wohl fühlt und offensichtlich gezielt die Hände der Kinder ansteuert. Dabei lässt es auch nicht die Möglichkeit aus, mit den Augen aus dem Wasser zu sehen, wobei die ansehnliche Schar der Besucher des Kattegat-Centers in Grenaa begeistert ist. Dänemark unterteilt sich bekanntlich in mehrere Landstriche, wobei Djursland einer davon ist und die Küste des Kattegats für sich in Anspruch nimmt.

Das von Ferienhäusern gesäumte Gebiet um Ebeltoft herum meint, der wildeste Teil der nördlichen Nachbarn zu sein, was zumindest von anderen Gebieten unter der Hochherrschaft des Dannebrog bezweifelt werden dürfte. An der Ostsee ist das Klima zumeist etwas milder, als an der rauen Nordsee, zu den Zeiten, wenn das Wasser einmal da ist. Aber darüber werden sich die Urlauber nicht den Kopf zerbrechen, wenn sie eines der schmucken Ferienhäuser bezogen haben, die nahezu alle mit Sauna, Whirlpool, Terrasse und mehreren Schlafzimmern eine weitgehende Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen bietet.

Wer Djursland erkundet, kommt um die Sehenswürdigkeiten nicht herum, die in der Region geboten werden. Da wäre beispielsweise die Fregatte im Hafen der 6.000-Einwohner-Stadt Ebeltoft, die unübersehbar als touristischer Blickfang agiert. Wer einen ungeteilten Blick auf das historische Kriegsschiff werfen will, muss schon ein paar Kronen in die Kasse des Museumswarts werfen, um der Fregatte näher zu kommen. Dafür erwartet die Besucher ein liebevoll aufgearbeitetes Schiff mit aussagekräftigen Decks, die das Leben der Matrosen im Kriegsfall wiederspiegelt. Dass es zu Zeiten der dänischen Seekriege, und es gab einige davon, nicht viel zu lachen gab, lässt sich an jedem Meter an Deck ablesen. Lediglich der Kapitän scheint ein recht anspruchsvolles Leben geführt zu haben, so verdeutlicht es die Kombüse, in der er mit seinen Offizieren die Angriffsstrategien plante.

Mannschaftsdienstgrade hatten die Kanonen zu füttern, die Decks instand zu halten und ihre Notdurft über dem Donnerbalken wie Schwalben auf der Stromleitung abzusetzen. In einem großen Kessel wurden die Gerichte aus den Zutaten gekocht, die der Laderaum hergab. Wer das Leben an Bord der Kriegsschiffe genau nachvollziehen will, ist im Hafen von Ebeltoft an der richtigen Adresse. Kindern wird in Workshops das Leben an Bord vergangener Zeiten gezeigt, und zum Höhepunkt kommt das Spektakel nicht selten, wenn eine der Kanonen gezündet wird.

Aber nicht nur das Leben auf dem Meer ist für die Dänen von Bedeutung. Auch das Leben im Meer ist von spannenden Momenten, wie das Aquarium in Grenaa zeigt. In der interessanten Anlage können die Gäste sich an einer Fülle von Fischen erfreuen, die nicht nur im Kattegat zu Hauses sind. Wenn Biologiestudentin Amanda in den Eimer greift und die Haie füttert, die sich bereitwillig auf den Rücken legen und von ihr streicheln lassen, hat sie die Herzen hunderter Zuschauer für sich erobert, die zu der Fütterungszeit das offene Haibecken säumen. Auch ihre zutraulichen Kunststücke mit den Seehunden sind beliebt und sorgen am Schluss der Vorstellung für ungeteilten Applaus.

Diese und weitere Vorstellungen sind nicht nur den Kindern in Erinnerung, die das Kattegat-Center besucht haben. Es sind auch die zahlreichen Aufforderungen, sich aktiv mit dem Meer und seinen Bewohnern auseinanderzusetzen. Das Spektrum reicht vom Erzeugen von Sturm und dem Beobachten von Auswirkungen bis zur Messung von Geschwindigkeiten der Meeresbewohner. Ein echtes Abenteuer für den wissbegierigen Nachwuchs.

Kurt Sohnemann

Infos: www.visitdjursland.de, www.visitdenmark.com, www. kattegatcentret.dk, www.fregatten-jylland.dk

 



Comments are closed.

Back to Top ↑