Können Sie sich ein Leben ohne „Handy“ noch vorstellen?

7. Mai 2017

Das Handy ist ein Begleiter in allen Lebenslagen.

Viele Jugendliche haben eine emotionale Beziehung zu ihrem Smartphone aufgebaut. Zudem fühlen sie sich mit dem Handy sicherer, wenn sie allein unterwegs sind. Erwachsene warnen oft, dass Jugendliche mit Handy sozial verarmen könnten, weil sie weniger Kontakt mit ihren Mitmenschen aufnehmen. Jugendliche selbst haben eher das Gefühl, ohne digitale Medien sozial zu verarmen. 

Auf Partys oder unter Freunden würden Handys auch nerven – und das ständige “Starren aufs Display” und “dauerndes Getippe” gelten bei manchen Jugendlichen mittlerweile als uncool und vermeidbar. „75,9 Prozent gehen täglich online!“, berichtete Ralf Willius, Sozial- und Informationspädagoge vom Verein zur Förderung der Medienkompetenz   „smiley“ aus Hannover.

Es ist wie mit Werkzeug, das man sinnvoll nutzen, sich aber auch daran verletzen kann. Wie Kinder lernen damit umzugehen, ohne sich weh zu tun, läge an den Eltern. Bei den neuen Medien handle es sich um das Bedürfnis, dabei zu sein, mitzumachen und mitreden zu können! Die Kinder sind auf der Suche nach Vorbildern und Orientierung. Die Eltern sind und bleiben das große Vorbild der Kinder. Dazu gehört sich, Zeit zu nehmen, Geduld zu haben und Diskussionen zu ertragen. „Eben auch mal etwas aushalten, wenn es um ein Nein, zum Beispiel beim Handyverbot bei Mahlzeiten, gehe!“, so der Sozialarbeiter, der auch hier an die Eltern appelliert, ebenfalls bei Tisch vorbildlich das Handy auszulassen. Die Eltern hätten auch jedes Recht der Welt, zum Beispiel Gewaltspiele am Computer zu verbieten.

Ich kann mir ein Leben ohne Handy vorstellen. Die Informationen bekomme ich über Radio oder Fernsehen. Natürlich hat ein Handy schon Vorteile. Da mein Mann sehr krank ist, ist es gut, dass er mich zwischendurch erreichen kann, wenn ich länger weg bin. Ich nutze das Handy auch zum Fotografieren, aber Glückwünsche übermittele ich immer noch persönlich oder schreibe eine Karte. Es ist einfach schöner. Das Zwischenmenschliche bleibt durch Handy und Internet oft auf der Strecke – Carola Hernsdorf aus Walsrode

Das kann ich mir gut vorstellen! Das Handy nutze ich nur im Notfall und habe es auch nur selten dabei. Viele greifen viel zu schnell zum Handy, kaum dass sie angekommen sind, geht es los. Das zieht sich durch alle Altersschichten, außer bei den Älteren. Die Eltern sollten auf jeden Fall einwirken und bestimmte Regeln und handyfreie Zeiten einführen. Zum Beispiel beim Essen und wenn man sich mit jemanden unterhält und zu Besuch ist. Eine sinnvolle Nutzung des Mediums ist eine Bereicherung im Leben – Kerstin Precht aus Bomlitz

Es kommt darauf an. Ich höre ziemlich viel und gerne Musik. Ich spiele auch Geige, habe jetzt mit Klavier angefangen und singe seit sieben Jahren im Chor. Ich brauche die Musik. Sie ist Teil meines Lebens. Oft ignoriere ich die Nachrichten, die ich über WhatsApp erhalte, Ich gucke erst abends drauf und antworte erst am nächsten Morgen. Damit kann ich ruhig schlafen, ich bin nicht davon abhängig. Ich poste auch mal Fotos, aber sehr selten und nutze das Handy ab und zu zum Googeln – Anne Stöckmann aus Benzen

Ich bin im Außendienst tätig und brauche es für die Arbeit. Von daher ist es unabdingbar, da ich stets erreichbar sein muss. Ich habe auch eine Fußball WhatsApp-Gruppe. Damit kann man Änderungen schnell mitteilen. Beim Essen gucke ich einfach nicht drauf, sondern ignoriere es. Auch abends, wenn man auf dem Sofa liegt, brauche ich es nicht. Da habe ich keine Befürchtungen, etwas zu verpassen und kann auch beruhigt schlafen gehen – Manuel Hothan aus Hameln 

Ich habe ein altes Handy, das meistens im Schrank liegt. Aber meine Frau hat ihres meistens mit, wenn wir zusammen unterwegs sind. Eigentlich müsste ich immer eins eingeschaltet bei mir haben, wenn ich mit den 13 Jahre alten Roller unterwegs bin. Meine Kinder schimpfen schon. Aber ich sehe oft Leute, die nicht nur beim Essen, sondern auch beim Autofahren mit dem Handy telefonieren. Dadurch passieren viele Unfälle. Das müsste viel härter bestraft werden – Udo Dreuter aus Walsrode

Ich habe es immer dabei. Man guckt schon mal drauf, ob neue Nachrichten eingegangen sind, aber abends wird es ausgemacht. Ich habe einen siebenjährigen Sohn, der ist auch ganz begeistert davon. Aber in seinem Alter befürworte ich es überhaupt nicht. Erst wenn er auf die weiterführende Schule geht, ab der fünften Klasse, dann bekommt er ein „abgelegtes“ Handy. Ohne Vertrag kostet es auch viel Geld. Bei Tisch bleibt das Handy aus. Handy am Tisch ist fast so unhöflich, wie einfach aufstehen – Lisa Böttcher mit Maxine aus Jarlingen

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