Können Sie sich auch für die Weltmeisterschaft der Frauen begeistern?

23. Juni 2019

Wo bleiben die Deutschlandfähnchen und Wimpel?

Überhaupt, wo sind die schwarz-rot-goldenen Fanartikel? Wo bleiben die Einladungen zum Public Viewing oder zum gemeinsamen Fußballgucken? Hallo, es ist doch Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen! Die Fanartikel von der Männer-Weltmeisterschaft müssen doch noch irgendwo herumliegen. Verschlissen können sie nicht sein, denn so weit wie die Frauen haben es die Männer bekanntlich nicht gebracht. In neun französischen Stadien kämpfen 24 Teams um den Titel bei der Frauenfußball-WM. Von der Männer-EM vor zwei Jahren haben es nur zwei Spielstätten in das diesjährige Turnier geschafft. Der letzte WM-Titel der deutschen Damen-Nationalmannschaft liegt mittlerweile zwölf Jahre zurück.

In diesem Sommer zählt die Mannschaft von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg wieder einmal zu den Favoritinnen. Am 7. Juni startete in Frankreich die insgesamt achte Weltmeisterschaft – das Finale steigt am 7. Juli im 61.566 Zuschauer fassenden Stadion Parc Olympique Lyonnais. Die Spiele der deutschen Nationalmannschaft werden wie gewohnt im Wechsel von den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF übertragen, auch im jeweiligen Livestream der beiden Sender. Neben der DFB-Elf dürfen sich gleich mehrere Nationen berechtigte Hoffnungen auf den WM-Titel machen. Die USA, die als Titelverteidiger und führende Nation der FIFA Weltrangliste ins Turnier gehen, sind erneut sehr stark einzuschätzen. Auch Gastgeber Frankreich dürfte nach Erfolgen gegen die USA, Brasilien und Kanada selbstbewusst ins Turnier im eigenen Land gehen. Japan zählt nach dem WM-Titel 2011 und dem Finaleinzug 2015 ebenfalls zum Favoritenkreis. Egal, wie weit die deutschen Mädels von Voss-Tecklenburg kommen, hier sollte Frau Fahne zeigen!

Ich gucke allgemein gerne Fußball. Der sportliche Ehrgeiz der Frauen und wie sie den Männern etwas vormachen sowie die Leistungen, die sie bringen, sind einfach enorm. Ich zappe aber eher mal zufällig ins Spiel rein, da ich durch die Imkerei im Moment wenig Zeit finde. Ich finde es auch interessant, welche Leistungen die anderen Mannschaften bringen. Da können sich die männlichen Kollegen etwas abgucken. Ich weiß nicht, wie weit unsere Mannschaft kommen wird, aber das Endspiel werde ich mir angucken. Der Hype, den es sonst bei der Männer-WM gibt, ist hier leider nicht gegeben – Winfried Mattfeld aus Walsrode

Frauenfußball gerät immer mehr in den Hintergrund. Es ist, wie beim Boxen, eine Männerdomäne. Wenn, dann gucke ich Weltmeisterschaften und auch Europameisterschaften. Frauenfußball gucke ich nicht so häufig, weil man sich von Anfang an damit beschäftigen muss, und dazu fehlt mir die Zeit. Aber das Finale würde ich gucken und entsprechend mitjubeln, mit allem drum und dran. Public Viewing kann ich mir auch vorstellen. Da sollte man keinen Unterschied zum Männerfußball machen. Es sollte mehr Werbung für die Frauenfußball-Weltmeisterschaft gemacht werden, damit es sich herumspricht – Yasar Kizilboga mit Zinar aus Walsrode

Frauenfußball ist eigentlich überhaupt nicht mein Ding. Weltmeisterschaften hingegen gucke ich schon gerne und verfolge auch die WM der Frauen. Wenn, dann gucken wir mit Freunden, Familien und allem, was dazugehört. Es ist, wie beim Handwerk, eine Männerwelt, und so wird auch der Frauenfußball gesehen. Er ist nicht in aller Munde und bleibt oft auch ein Tabuthema. Es ist in den Köpfen drin, dass da Frauen nichts zu suchen haben. Doch Gleichberechtigung sollte auf jeden Fall sein, nicht nur beim Fußball. Es wäre nicht verkehrt, wenn der Frauenfußball in den Medien mehr verbreitet wird, damit es publik wird – Julia Stroh mit Nick aus Walsrode

Das ist voll „mein Ding“! Im Moment ist keine Bundesliga, da guckt man automatisch. Es ärgert mich, dass die Frauen unterbezahlt sind. Wenn man sieht, was die Männer verdienen und im Gegensatz dazu leisten! Die Männer sind längst nicht so weit gekommen wie unsere Damen jetzt schon. Ich gucke alle Spiele und tippe mit Kollegen um einen kleinen Einsatz. Es ist schade, dass die Euphorie nicht so groß ist wie beim Männerfußball. Es könnte mehr sein, sie hätten es verdient. Frauenfußball ist für viele uninteressant. Aber die Deutschland-Spiele muss man einfach gucken. Wir kommen ins Endspiel und werden Weltmeister – Michael Gebauer aus Walsrode

Es ist immer überall das Gleiche – die Männer stehen im Vordergrund! Vor allem, was das Finanzielle angeht. Die Frauen kämpfen genauso hart, sogar noch mehr. Während die Frauen meistens noch zu Hause ihre Arbeit leisten, können sich die Männer ganz aufs Trainingslager konzentrieren. Ich selbst bin kein Fußballfan, aber mich ärgert, das die Frauen nicht gleichberechtigt behandelt werden. Mein Mann guckt viel Fußball. Der Fernseher läuft für mich nebenbei. Den letzten „Abstauber“ habe ich geguckt und wir werden wohl auch das Endspiel verfolgen. Da muss man doch Nationalstolz beweisen – Alletta Stöhr aus Benefeld

Die Damenfußball-WM finde ich gut! Frauenfußball ist interessanter als Männerfußball. Die Frauen strengen sich mehr an und bleiben bei Fouls nicht so lange liegen. Was mich stört, ist, dass sie vor der WM nicht von der Arbeit freigestellt werden. Das ist nicht gerecht, wenn man in so einer hohen Liga spielt. Das sollte belohnt werden, da muss doch keiner mehr arbeiten. Sie repräsentieren Deutschland und trainieren dafür wie die Bekloppten. Außerdem sind sie auch noch unterbezahlt. Sofern ich es schaffe, gucke ich jedes Spiel. Die Resonanz ist leider nicht so toll. Frauenfußball wird einfach nicht akzeptiert – Sven Bock aus Lindwedel

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