Können die Gebühren für öffentlich-rechtliche Rundfunksender entfallen?

11. März 2018

Die Schweizer haben es vorgemacht.

Sie votierten mit einer deutlichen Mehrheit gegen die Abschaffung der Rundfunkgebühren. Ein Drittel der Deutschen stehen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk so kritisch gegenüber, dass sie ihn abschaffen wollen. Der Rundfunkbeitrag hierzulande beträgt 17,50 Euro pro Haushalt und Monat, also 210 Euro jährlich, er ist somit deutlich niedriger als in der Schweiz mit umgerechnet rund 390 Euro.

Bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey sprachen sich immerhin rund 39 Prozent der Teilnehmer für eine Abschaffung von ARD und ZDF aus. Rund 55 Prozent waren dagegen. ZDF-Intendant Thomas Bellut sagte zur Schweizer Entscheidung: „Auch in Deutschland müssen sich ZDF und ARD richtigerweise immer wieder einer Legitimationsdebatte stellen und um die Akzeptanz bei den Beitragszahlern kämpfen.“ Tatsächlich ist auch in Deutschland selten über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk so gestritten worden wie zuletzt.

Dabei hatten die Ministerpräsidenten und übrigen Länderschefs erst im Herbst 2016 über die Höhe des Rundfunkbeitrags entschieden, der üblicherweise am meisten Zündstoff bietet. Sie waren sich einig, den Beitrag bis 2020 unverändert bei 17.50 Euro zu belassen. Nur mit Werbung oder Steuermitteln lasse sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht finanzieren, weil die Sender sonst in Abhängigkeit geraten würden, sagte FDP-Chef Christian Lindner. Allerdings fügte er gleichzeitig hinzu: „Die Gebühr kann in den kommenden Jahren sinken, da gibt es noch erhebliche Sparreserven. Auf keinen Fall dürfen die Gebühren steigen.“

Wir sollten nicht auf die Gebühren verzichten, weil die Qualität der Sendungen sonst sehr darunter leiden würden. Inhalt und Bericht kann es nicht geben, wenn kein Cent daran verdient wird. Dann würden wir von  Filmen und Serien aus dem Ausland zugeschüttet. Die Öffentlich-rechtlichen werden um Werbung nicht herum kommen. Frühere Straßenfeger wie „Stahlnetz“ oder die alten Edgar Wallace Filme gibt es kaum mehr. Dafür liefern ZDF Neo oder 3Sat sehr gute Naturberichte. Das würde alles verloren gehen, wenn die Gebühren entfallen – Siegmund Gerstmann aus Walsrode

Wir gucken regelmäßig den Tatort. Das ist ein Muss. Aber auch die Tagesschau, die Frageshow „Wer weiß denn so was?“ sehen wir uns immer an. Rundfunkbeiträge werden auch für die dritten Programme gezahlt. Daher ist eine Abschaffung der Gebühren nicht sinnvoll. Ebenso gehört Enjoy dazu und die Sportsendungen. Die sprechen besonders junge Leute an. Wenn man diese Sendungen auf andere Sender umverlegen könnte, wäre es okay, zumal wir auch noch Netflix nutzen. Da zahlen wir auch monatlich Gebühren – Christina Foard und Lucas Ehrlich mit Ivy aus Bad Fallingbostel

Jeder Anfang hat auch ein Ende. Man muss sich der aktuellen Situation bewusst sein und sich fragen, ob die Rundfunkgebühren noch berechtigt sind. Es gibt eine Fülle an Informationsquellen, nicht nur die öffentlich-rechtlichen Anstalten. Viele Medien bieten heutzutage Informationen. Es wurde die Kopfpauschale für Betriebe eingeführt, obwohl viele es nicht nutzen und viele darauf verzichten können. Ich gucke im Unterhaltungsbereich viel Privatfernsehen, nutze aber auch die Nachrichtensendungen und Information der öffentlich-rechtlichen Sender – Ersin Kocabas aus Walsrode 

Ich möchte ARD und ZDF behalten, weil ich den Tatort und in der Woche die Krimiserien weiterhin sehen möchte. Mein Mann und mein Sohn haben sich im letzten Jahr Sky geholt, da sie große Fußballfans sind. Die ganzen Doku-Soaps auf den Privatsendern werden mehr und die Qualität leidet. ARD und ZDF vermitteln sinnvoll, was in der Welt passiert. Am Wochenende gibt es für die Kinder auf ZDF die schönen alten Märchen oder Sendungen, wie „Löwenzahn“. Daher sind die Gebühren berechtigt. Mir reichen die ersten drei Programme – Melanie Schulz mit Lina aus Vethem

Mein Fernsehkonsum ist sehr gering. Von daher kann ich mir die Rundfunkgebühren sparen. Wenn, dann sehe ich mir die Nachrichten auf ZDF an. Filme gucke ich über NetFlix. Da zahle ich auch monatlich Gebühren. Da kann ich gucken, was es an Filmangeboten und Serien gibt. Vielen Sendungen, wie auf RTL, sind mir zu niveaulos. Es wäre von Vorteil, wenn wir wie in der Schweiz abstimmen dürften. Von daher wäre einzig das ZDF wegen der Nachrichten interessant. Die Werbeeinnahmen wären den Sendern weiterhin garantiert, sollten die Gebühren wegfallen – Max Dirani aus Walsrode 

Die Rundfunkgebühren könnten abgeschafft werden. Die Finanzierung haben sie durch Werbung auch weiterhin sicher, ohne dass das Niveau leidet. Viele sind bereits von den Gebühren befreit, wie zum Beispiel Ältere oder Sozialhilfeempfänger. Ich gucke wenig Fernsehen und suche mir die Filme oder Sendungen gezielt aus. Mir sind Inhalte wichtig. Sendungen wie „WISO“ und Dokus interessieren mich. Auch  NDR 3 ist sehr informativ. Ich liebe auch ältere Filme. Tatort dagegen ist überholt und kann aus dem Programm – Karin Bossert-Grethe aus Walsrode  

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