Jonas Krause berichtet den Forstwirten von den Klimaauswirkungen Foto: so

Jonas Krause berichtet den Forstwirten von den Klimaauswirkungen Foto: so

Klimawandel erfordert Waldumbau

3. Juli 2016

Engehausen (so). Als sich die etwa 150 Waldbesitzer und Waldinteressierten kürzlich auf dem Hof von Kerstin Hemme in Engehausen versammelten, war ihnen klar, dass sich die Vegetation schon in den vergangenen Jahren geändert hat. Was aber empfehlen die Fachleute, um für die nächsten Jahre richtig zu reagieren? Lösungen in ökologischer wie auch in wirtschaftlicher Hinsicht sind gefragt.

Die Waldbesitzer leisten schließlich einen erheblichen Beitrag zum Mikroklima der Region. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat sich des Themas angenommen und war mit Fachleuten erschienen, die Werte aus der Erfahrung und der Wissenschaft mit nach Engehausen brachten, um den gespannt lauschenden Forstwirten die Erkenntnisse mitzuteilen. Die seit Jahrzehnten bewährten Pflanzungen von Bäumen wie Kiefern und Fichten sind aufgrund der klimatischen Veränderungen einem Umdenken unterworfen, zumal sich Verwendung des Holzes und das entsprechende Preisgefüge geändert haben. So natürlich auch die Anbaubedingungen für diese Baumarten sind. Nach einführender Theorie erhielten die Gäste der Landwirtschaftskammer Niedersachsen an Beispielen in den Wäldern von Engehausen praktische Beispiele und Erklärungen von Fachleuten anhand von Ausarbeitungen, welche Alternativen auf den Bodenstandorten möglich sind. Jonas Krause von der Forstverwaltung Hamburg fasst zusammen: „Durch die kontinuierlich steigenden Temperaturen verlängert sich die Vegetationszeit des Waldes. Es ergibt sich Stress durch Wassermangel für die Bäume.

Im Winter fördert die zunehmende Feuchtigkeit die Pilzerkrankungen.“ Überdies lässt sich die Holzwerbung durch die längere Periode aufgeweichter Böden schlechter praktizieren. Alle Faktoren schlagen sich betriebswirtschaftlich negativ auf die Resultate der Waldbesitzer nieder. Wie diese dem Wandel in kleinen Schritten begegnen können, verrät Lena Runge von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit wirtschaftlich errechneten Pflanzungen unterschiedlicher Baumarten. „Verlierer des Klimawandels ist eindeutig die Fichte“, erklärt sie. Aus ihren Studien geht die Douglasie eindeutig als Gewinner dieser Veränderung hervor. Für sie ist ein Erlös von 290 Euro pro Hektar errechnet worden, da sie eine wesentlich bessere Wuchsleistung als Fichte und Kiefer erbringt. Gegenüber dem Wassermangel zeigt sie sich tolerant und zeigt sich auch Stürmen gegenüber als sehr standhaft.

Weitere Baumarten der Zukunft sind Roteiche mit einem jährlichen Hektargewinn von 70 Euro pro Jahr. Sie hat geringere Standortansprüche als heimische Eichenarten und eine relativ gute Wuchsleistung, wobei die Qualität dieser nicht ganz erreicht wird. Aber auch Traubeneiche und die Birke zeigen sich den Anfälligkeiten des Klimawandels gewachsen. Neben den Fichten leiden zunehmend die Lärchenarten unter den Witterungseinflüssen, was einen schleichenden Umbau der Wälder durch die Forstwirte nach sich ziehen sollte, so die Fachleute von der Landwirtschaftskammer und ihre Berater aus der Wissenschaft.

 

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