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Klassische Vorzüge extravagant verpackt

10. Januar 2021

Klassische Vorzüge extravagant verpackt Thomas Riese
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.3


Nissan hat den neuen Juke optisch leicht verändert und bietet jetzt den Insassen mehr Platz

So ganz viel hat sich gegenüber dem Vorgängermodell nicht geändert. Das wäre auch nicht gut, denn der Juke ist vom Publikum bisher in Deutschland gut angenommen worden. Immerhin konnten über 10.000 davon verkauft werden, bevor der Modellwechsel 2020 stattgefunden hat. Nissan ging ein nicht unerhebliches Wagnis ein, als der japanische Hersteller den Juke auf die Beine stellte. Er wich doch sehr und außergewöhnlich vom täglichen Einheitsbrei der Automobilhersteller ab, als er erstmals auf die Straßen kam und traf dabei besonders auf den Geschmack junger und jung gebliebener Autofahrer.
Das soll sich auch mit der neuen Generation nicht ändern. Die nur unwesentlich veränderte Karosserie wirkt äußerlich größer als sie in Wirklichkeit ist. Es handelt sich beim Juke um einen Kleinwagen – ganz so, wie Nissan das auch will. Schließlich soll die Kundin oder der Kunde nicht ganz bis zum Grund des Sparstrumpfes greifen müssen, wenn das neue Auto die Garage füllen soll. Wer auf Extravaganzen verzichten kann, bleibt bei der Anschaffung unterhalb von 20.000 Euro, wenn er das Fahrzeug beim Händler begleicht. Der gut ausgestattete Test-Juke in der Version Tekna steht mit knapp 27.000 Euro in der Preisliste, lässt dann erfreulicherweise aber kaum noch Aufpreis-Möglichkeiten zu.
Wie alltagstauglich der Juke ist, erfahren die Passagiere schon beim Einsteigen. In Höhe des Hüftknicks kann man sich bequem auf die Sitzmöbel schieben, hat dann genügend Bein- und Kopffreiheit, wenn man das Glück hat, in der ersten Reihe sitzen zu dürfen. Die Fondsitze sollten in erster Linie den Kindern vorbehalten bleiben, denn für Erwachsene können lange Fahrten dort etwas beengt werden. Die ergonomische Ausrichtung des Juke wird dem Fahrer schon vor dem Start wohlwollend bewusst. Alle Bedienungselemente lassen sich leicht erreichen und auch tasten. Kein langes Suchen in Displays, die Anordnung ist verständlich und unkompliziert.
Nach dem Druck auf den Startknopf kommt der Motor ins Spiel. Einem geschulten Ohr kann in keiner Phase über den Drehbereich verheimlicht werden, dass hier nur noch drei Zylinder die Arbeit verrichten müssen. Die Akustik hält sich aber dezent zurück und ist in keiner Phase unangenehm im Innenraum zu empfinden. Nissan hat beim neuen Juke grundsätzlich darauf verzichtet, ein Dieselaggregat anzubieten. Das hatte sich aufgrund der Nachfrage auch abgezeichnet, denn der Juke verkehrt überwiegend in Städten oder auf kurzen Strecken.
Aber die 117 Pferde unterhalb der Haube reichen vollkommen aus, um das Einsatzspektrum des Crossovers zu bewerkstelligen. Wer ihn kauft, erwartet weder einen Sportwagen noch einen Transporter. Wohl aber bietet der Juke eine Mischung aus allen Ansprüchen. Dabei kommt es in einigen Hinsichten zu Kompromissen, die leicht zu ertragen sind. Beispielsweise ist der Laderaum relativ hoch gelegen, sodass es ganz vorteilhaft ist, wenn die Rückenmuskulatur beim Workout nicht völlig vernachlässigt wurde. Vor dem Leeren eines Kasten Bieres haben die Götter der Automobiltechnik bei Nissan den Schweiß gesetzt. Dafür muss aber keine Ladekante überwunden werden, wie bei vielen anderen Fahrzeugen der Kleinwagenklasse.
Die Formgebung des Nissan Juke war schon früh so beeinflussend, dass auch andere Hersteller größere Automobile diese Idee übernahmen. Der Nachteil der schlechten Übersicht wurde dabei in Kauf genommen. Hier sollte man nicht zu viel erwarten und die Dimensionen des Juke schnell kennenlernen, bevor die ersten Rempler die Grenzen aufzeigen. In der Zubehörliste sind allerdings Einparksensoren und eine Rückfahrkamera zu haben und empfehlen sich. Die Testvariante Tekna hat dieses Assistenzsystem allerdings an Bord.
Im Testbetrieb hat der Juke einen Verbrauch von 6,8 Liter Superbenzin für hundert Kilometer durch die Brennkammern der drei Zylinder laufen lassen. Das ist angemessen und überfordert den Etat für die Größenordnung des Fahrzeugs nicht.

Kurt Sohnemann

Technische Daten: Nissan Juke Tekna DIG-T 117 MT
Hubraum: 999 ccm – Zylinder: 3 Reihe Turbo – Leistung kW/PS: 86/117
Frontantrieb – 6-Gang-Schaltgetriebe
Max. Drehmoment: 200 Nm/4.000 U/min.
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 10,7 Sek.
Leergewicht: 1.257 kg – Zul. Gesamtgewicht: 1.700 kg
Anhängelast gebr.: 1.250 kg – Gepäckraumvolumen: 422-1.305 Liter
Tankinhalt: 46 Liter – Kraftstoffart: Super – Verbrauch (Test): 6,8 l/100 km
Effizienzklasse: B – CO2-Ausstoß (WA): 118 g/km – Euro 6d
Grundpreis: 26.212,10 Euro

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