Ein Sportler für fünf Passagiere - der Kia Stinger - Foto: so

Ein Sportler für fünf Passagiere - der Kia Stinger - Foto: so

Kia Stinger steht schon in den Startlöchern

3. Februar 2017

Kia Stinger gibt sich betont sportlich und beeindruckt mit 370 PS auf 4,83 Metern Länge

Mailand. Manchmal unternimmt die Automobilindustrie etwas, um das Image der eigenen Marke zu steigern. Dabei muss nicht unbedingt die schwarze Null der Aktion unter dem Strich stehen. Oftmals reicht es schon, wenn die Rechnung nur geringfügig ausfällt. Für Kia wurde es offensichtlich jetzt Zeit, das Image der Billigmarke vollends abzustreifen. Der Coup ist gelungen. Als die Koreaner mit einer GT-Studie auf der Messe 2011 in Frankfurt vorstellig wurden, blieb ein mitleidiges Lächeln bei vielen Konkurrenten nicht aus. Jetzt sehen sich selbige überrascht vom Eifer und der Treffsicherheit der Autoproduzenten aus Fernost. Kia stellte jetzt in Mailand das fertige Fahrzeug „Stinger“ vor, das bereits in Detroit die Welt erfreute.

Jetzt fuhr das Fahrzeug erstmals auf europäischer Bühne vor das Publikum. Ganz im Sinne neuer Mode ist dafür offensichtlich Mailand der richtige Ort. Die Haute Couture im Automobilbau für Europa findet nicht selten in Italien die Wiege. Da Kia in Amerika, Korea und in Deutschland kreiert, ist der Platz der Geburt einfach nur verständlich. Was in der norditalienischen Metropole auf die Bühnenbretter gefahren wurde, kann sich nicht nur jenseits deutscher Grenzen sehen lassen. Spätestens nachdem Peter Schreyer und Albert Biermann den Zeichenstift in die Hand genommen haben, ist Kia moderner als so manche deutsche Traditionsmarke geworden. Die beiden Designer, die bereits in Büros deutscher Premiumhersteller gearbeitet haben, finden immer wieder den richtigen Bogen, um die Betrachter zu begeistern.

Mit dem Modell Stinger ist den Designern ein Kia gelungen, der im Sortiment der fünfsitzigen Sportwagen eine Aufsehen erregende Alternative ist. Sicherlich ist er nicht in einem Atemzug mit dem Porsche Panamera zu nennen, dafür unterscheiden sich die Fahrzeuge auch in ihrer Größe zu sehr, die Leistungen stehen dem Zuffenhausener aber nicht weit nach. Zumindest lassen sich die Daten erstmals beeindruckend auf Papier so nachlesen – die Realität kann noch nicht geprüft werden, denn der Stinger soll erst als Serie vom Band laufen. Ende dieses Jahres ist es dann soweit. Dann werden die Händler das Modell mit der sagenhaften Garantie von sieben Jahren anbieten. Der Preis steht allerdings noch nicht fest. 4,83 Meter Länge misst das kompakt wirkende Energiepaket und bringt eine Leistung von 200 bis 370 PS auf die Straße.

Der Grand Tourismo wird in Europa mit einer 2,2-Liter-Dieselmaschine angeboten, die wie alle anderen Modelle auch die Leistung über eine 8-Gang-Automatik auf die Reifen bringt. Bei zahlreichen Testrunden auf dem Nürburgring hat das Modell mit dem V6-Motor bewiesen, dass es innerhalb von 5,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigt. Wer es etwas dezenter mag, aber nicht den sparsamen Dieselmotor unter der Haube haben will, sollte sich den 2-Liter-Turboantrieb mit ins Boot holen. Dem reichen 255 PS, um eindrucksvolle Leistungen zu zeigen. Dass Kia mit Top-Assistenzsystemen umzugehen weiß, haben die Koreaner zuletzt mit den Modellen Niro und auch Optima bewiesen. Es ist zu erwarten, dass auch der Stinger mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten ausgerüstet wird. Die Autofahrergemeinde darf gespannt sein.

Kurt Sohnemann

Schlagworte:

,



Back to Top ↑