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Kia Rio 1,4 CRDi

30. Juli 2015

Kia Rio 1,4 CRDi Kurt Sohnemann
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.2


Wandel zum Anspruch vollzogen.

Über viele Jahre galt Kia als eine Marke, die das Auto vom Discounter verkörperte. Schnäppchenpreis und günstige Ausführung aller Komponenten und Details. Das Bild hat sich allerdings im Laufe der vergangenen Jahre geändert. Der Kia Rio in der heutigen Form unterstreicht die Wandlung eindeutig und lässt auch beim Preis keinen Zweifel mehr daran, dass die Koreaner auf dem deutschen Markt Geld verdienen wollen. Zwar ist das Modell Rio grundsätzlich noch unter 11.000 Euro zu haben, dann aber nur als 3-Türer und mit dem kleinen 1,2-Liter-Benzinmotor. Wer den Selbstzünder mit 90 PS und fünf Türen haben möchte, kommt unter 14.190 Euro nicht davon.

Überdies haben die Hersteller aus Südostasien die Wirksamkeit einer Preisliste für Extras für sich entdeckt und sie wirkungsvoll angewendet. So kann es durchaus sein, dass dieses wirklich augenfällige Modell schon einmal bis 20.000 Euro abverlangt.

Nun ist bei näherem Hinsehen auch kein Indiz mehr für ein Billigmodell zu erkennen, so dass es nicht ausverschämt ist, was Kia in seine Preislisten geschrieben hat. Außerdem will sich der koreanische Konzern nicht mehr nur über den Preis definieren. Braucht er auch gar nicht. Die neue Rio-Generation ist so formschön, wie es ein Rio noch nie war.

Designer Peter Schreyer hat das Fahrzeug auf die europäischen Geschmacksnerven zugeschnitten, was ihm auch trefflich gelungen ist. Der Rio, der sich weder dem B- noch dem C-Segment eindeutig zuordnen lässt und irgendwie eine Mittelposition ausfüllt, ist geräumig genug, um eine Familie mit zwei Kindern aufzunehmen und diese auch wohlbehalten in den Urlaub zu bringen, wenn es denn sein soll.

Die praktischen Ansprüche erfüllt er allemal und bietet mit 288 Litern Gepäckraum noch Platz für das Gepäck für den Wochenendausflug. Indes können sich die Insassen zwanglos ausbreiten, verfügen über genügend Kopf- und Beinfreiheit, was bei Fahrzeugen aus Fernost nicht immer gewährleistet ist.

Da in den Breitengraden der Kia-Schöpfer vieles etwas kleiner ist, als in Europa, werden auch die Pferde etwas schmaler ausfallen, als die europäischen, die unter der Haube ihre Arbeit verrichten sollen. Jedenfalls hinterlassen sie unstrittig den Eindruck. Die 90 PS fühlen sich so an, als würden sie schon tagelang unter Hunger gelitten haben. Die Kraftentwicklung passiert dann auch recht zögerlich. Innerhalb von 13,9 Sekunden soll sich der Kia Rio aus dem Stand auf Tempo 100 bewegen. Die Stoppuhr bescherte im Idealfall einen Wert von 15,2 Sekunden, während die Höchstgeschwindigkeit von 169 km/h nach idealen Verhältnissen langem Anlauf auf der Autobahn erreicht war.

Das sind keine Werte, mit denen Rallyes gewonnen werden, aber das soll der Kia Rio wohl auch gar nicht. Vorbei ist im Innenraum die Ära der billigen Kunststoffe. Höherwertige Materialien haben den klappernden Werkstoff abgelöst und vermitteln eine anspruchsvolle Kulisse. Im Laufe der vergangenen Jahre haben die Kia-Techniker in der Disziplin Qualität ohnehin merklich aufgeholt. Wer immer noch Zweifel hat, kann sich kostenlos die 7 Jahre Garantie noch einmal vor Augen führen lassen, die Kia jedem Kunden mit auf die Strecke gibt. Das zeugt nicht nur von Selbstvertrauen, das gibt dem Kunden auch Sicherheit.

Kurt Sohnemann

Daten: Kia Rio 1.4 CRDi 5-türig – Hubraum: 1.396 ccm – Zylinder: 4 Reihe/Turbo – Leistung kW/PS: 66/90 bei U/min.: 4.000 – Max. Drehmoment: 220 Nm/1.750 U/min. – Höchstgeschwindigkeit: 169 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 15,1 Sek. – Leergewicht: 1.249 kg – Zul. Gesamtgewicht: 1.690 kg – Tankvolumen: 43 Liter – Gepäckraumvolumen: 288-923 Liter – Anhängelast gebr.: 1.100 kg – Kraftstoffart: Diesel – Verbrauch (Test): 6,2 l/100 km – CO2-Ausstoß: 98 g/km – Effizienzklasse A – Euro 6 Grundpreis: 14.190 Euro

 



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