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Kia Proceed GT 1.6 T-GDI

27. Januar 2019

Kia Proceed GT 1.6 T-GDI Thomas Riese
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.8


Ceed-Familie hat sportliche Sprösslinge bekommen – Als flachstes Fahrzeug des C-Segments hinterlässt der Proceed von Kia auch optisch einen positiven Eindruck

„Wir sind erst die Zweiten, die den Vorstoß in diese Segmentgruppe wagen. Deshalb bleibt es spannend, ob der neue Proceed und der GT auch zur guten Stimmung im Konzern beitragen“, gibt sich Kia-Geschäftsführer Steffen Cost noch bescheiden optimistisch. Die Bestseller-Modellreihe Ceed von Kia hat in diesen Tagen Zuwachs bekommen. Die Händler haben den neuen Proceed gemeinsam mit dem GT für ihre Kunden aufbereitet. Jetzt kann die Erfolgsstory weitergehen. Dabei hat der Vertreter des C-Segments, in dem der Golf weiterhin das Maß aller Dinge ist, keinen Grund, sich zu verstecken. Nachdem sich Mercedes-Benz in die Formengebung Shootingbrake gewagt hat, ist auch Kia dabei. Shootingbrake ist die neue Variante der sportlichen Kombis. Seicht nach hinten gezogen und abflachend münden sie in ein dynamisch anschauliches Heck. Auch wenn das Modell damit deutlich flacher auf der Straße liegt, ist den asiatischen Insassen auf allen Plätzen genügend Raum zur Verfügung gestellt.

Bei den ersten Testfahrten mit zwei der neuen Modelle waren innerhalb der Familie relativ deutliche Unterschiede spürbar. Während der mit einem 136 PS Dieselmotor bestückte Ceed in der GT-Linie eine echte Offerte an sparsame Familienväter ist, kehrt der Proceed GT mit dem überarbeiteten 204 PS starken Ottomotor den Sportler heraus. Das macht er kompromisslos und nimmt auch einige Einschränkungen in Kauf, die von manchen Kunden gar nicht so gut befunden werden. So ist die Kopffreiheit für die Fondpassagiere nicht unbedingt für nordische Größen ausgelegt. Auch gibt der Blick in den inneren Rückspiegel bestenfalls die Sicht auf den eigenen Nachwuchs, als auf die Straße preis. Das ist nun einmal das Alleinstellungsmerkmal des flachsten Fahrzeugs im C-Segment. Beide Motoren sind indes mit einem Turbolader beflügelt und greifen merklich in die Vorwärtsbewegung, wenn der Fahrer mit dem Gaspedal spielt.

Kia hat mit dem Proceed in der Shootingbrake-Form zweifelsohne die Feingeister der Optik geweckt, denn schon auf den ersten Kilometern ist spürbar, dass der Proceed nicht unbeobachtet durch den Verkehr kommt. Wer es nicht optisch registriert, dass hier ein Neuer auf deutschen Straßen zu Hause sein wird, der bekommt es akustisch mit, wenn es der Fahrer so plant. Mit einer „Krawalltaste“ ist eine elektronische Soundanlage für die tiefere Stimmlage des Koreaners aktiv. Auf sportliche Herausforderungen ist das Modell ohnehin abgestimmt. Das Fahrwerk ist mit kurzen Federwegen schon einmal auf die Zeit abgestimmt, in der die deutschen Straßen wieder in dem Zustand sind, die der Steuerzahler angesichts seiner Leistungen erwarten darf.

Optisch erinnert der neue Proceed in der Heckpartie an den Porsche Panamera. Er wirkt so wie ein kleiner Bruder, natürlich viel preisgünstiger. Diese Betrachtung bezieht sich eigens auf die Heckoptik. Die Seitenansicht unterliegt hingegen einer ausgesprochen hübschen Eigennote. Die Assoziation der Dynamik reicht nicht ganz bis an den Sportler aus Zuffenhausen. Zwar wird der Proceed GT nicht mit Baldrian betankt, kommt aber nicht an die Werte, die reinen Sportfahrzeugen vorbehalten bleiben.
Kia hat die Beschleunigung des 1,6-Liter-Turbobenziners mit den 204 Pferden unter der Haube mit 7,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 km/h bemessen. Gefühlt sind es ein paar Zehntelsekunden mehr. Das Modell mit dem 6-Gang-Schaltgetriebe ist auch mit Doppelkupplungsautomatik erhältlich und erfüllt die strengste Abgasnorm, nämlich Euro 6d-Temp. Das gilt auch für das Dieselfahrzeug und den 1,4-Liter-Einstiegsbenziner mit 140 PS.

Nicht unwichtig ist das Vertrauen von Kia in die eigene Stärke. So geben die Koreaner auf jeden Kia eine Garantie für sieben Jahre. Auch müssen die Kia-Kunden nicht der technischen Entwicklung im Automobilbau hinterherlaufen. Im Proceed GT sind alle Errungenschaften der Jetztzeit verbaut, die im Verkehr von Bedeutung sind. Das reicht vom Toten-Winkel-Assistenten über den Querverkehrswarner beim rückwärtigen Ausparken bis hin zur Connect-Systematik mit Navigationssystem und Beschallungstechnik.
Eine Annäherung der Autofahrer an den Kia Proceed sollte sich auf jeden Fall lohnen, zumal die Modellvariante deutlich aus dem Einheitsbrei in dem C-Segment herausragt und bei einem Einstiegspreis von 28.590 Euro als GT eine interessante Alternative zu den Mitbewerbern darstellt.

Kurt Sohnemann

Technische Daten: Kia Proceed GT 1.6 T-GDI

Hubraum: 1.591 ccm – Zylinder: 4 Reihe Turbo – Leistung kW/PS: 150/204
6-Gang-Schaltgetriebe – Max. Drehmoment: 265 Nm/1.500 U/min.
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 7,5 Sek.
Leergewicht: 1.513 kg – Zul. Gesamtgewicht: 1.870 kg
Anhängelast gebr.: 1.410 kg – Gepäckraumvolumen: 395-1.291 Liter
Tankinhalt: 50 Liter – Kraftstoffart: Super – Verbrauch (WA): 6,8 l/100 km
Effizienzklasse: D – CO2-Ausstoß (WA): 155 g/km – Euro 6d Temp
Grundpreis: 28.590 Euro

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