Foto: sohnemann

Foto: sohnemann

Kia Optima Sportswagon 2.0 GDi Plug-in Hybrid

7. Oktober 2018

Kia Optima Sportswagon 2.0 GDi Plug-in Hybrid Thomas Riese
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

4.5


Denkzettel als To-Do-Liste für die Etablierten – Kia Optima Plug-in Hybrid bietet eine Technologieofferte für sparsame Normalverdiener

Wer ihn ansieht, betrachtet einen superschicken Mittelklassekombi und stellt fest, dass er mit allen Annehmlichkeiten gesegnet ist, die in der Premiumklassen schnell zu dem Ergebnis führen: zu teuer. Aber Kia hat offensichtlich so kalkuliert, dass auch der Autofahrer auf der Aktiva-Seite sein soll. Die Koreaner mit europäischem Know-how und deutschen Genen im Automobilbau haben seit Langem die Überholspur eingeschlagen und sind mit dem Modell Optima Plug-in bereits an nahezu allen Mitbewerbern vorbeigefahren. Während sich bei einigen deutschen Autoherstellern die Probleme so sehr häufen, dass man aufgrund der Abgasverordnungen nicht einmal konventionelle Fahrzeuge ausliefern kann, hat Kia mit dem Optima Sportswagon Plug-in Hybrid ein Auto in den Markt gefahren, das mit 33 Gramm CO2-Emissionswerten im Lande der Automobilindustrie bei den Herstellern für lange Gesichter sorgt.

Der Optima in der Langform und mit der optimalen Kombination aus Verbrennung und Strom ist längst raus aus den Diskussionen, fährt vornweg, wenn nüchterne Fakten gefragt sind. Während Unentschlossene noch zweifeln, wie weit man mit einer Batteriefüllung fahren kann, sind aufgeklärte Köpfe schon lange in dem Fahrzeug unterwegs. Hat ein Autofahrer eine handelsübliche Steckdose für Lichtstrom im Hause oder sogar eine Schnellladestation in der Nähe, wird schnell eine begeisternde Symbiose zwischen Fahrzeug und Autofahrer wachsen.

Im Test hat das Fahrzeug bewiesen, dass es täglich mindestens 50 Kilometer weit unterwegs sein kann, ohne auch nur einen Tropfen Benzin zu verbrauchen. Geschwindigkeiten im Elektromodus sind bis 120 km/h möglich. Einzig über Nacht sollte die hauseigene Steckdose als Andockstation genutzt sein. Damit sind Pendler auch dann restlos glücklich, wenn der Weg zur Arbeitsstelle etwas weiter ist. Die 156 PS aus dem Verbrennungsmotor reichen nicht nur für höchst sportliche Auftritte, sie können den Aktionsradius ohne Probleme so weit halten, wie bei jedem anderen benzinbetriebenen Automobil auch. In Verbindung mit den 68 Pferdestärken aus dem Elektroaggregat reicht das für 205 PS Systemleistung.

Bei den Testfahrten, die teilweise eine Distanz von weit über 500 Kilometer aufwiesen, geriet der Benzintank nahezu in Vergessenheit, weil das Kombimodell nicht mehr als 5,2 Liter verbrauchen wollte. Dabei musste das Fahrzeug nicht einmal im Schongang betrieben werden. Für hundert Kilometer im Elektromodus sind übrigens lediglich 12,3 Kilowattstunden Strom nötig. Auch Rekuperationsenergie wird von der Batterie aufgefangen. Die 6-Gang-Automatik reicht die Leistung je nach Wunsch des Fahrers an die Vorderräder weiter. Entweder im Strom-Verbrenner-Mix oder als pure Energie aus dem gewählten Modus. Im Übrigen bewegt sich der ausgesprochen geräumige Kombi nicht nur im Elektromodus nahezu lautlos über die Straßen. Die Passagiere werden von einem Raumgefühl empfangen, das ihnen bestenfalls aus der Luxusklasse bekannt sein dürfte.

Der Innenraum ist ohnehin einen Pflichtbesuch wert, denn hier dominieren alle Attribute, die ein Fahrzeug haben sollte. Das reicht von den übersichtlichen Instrumenten mit großem Bildschirm über die unterschiedlichen Wahlmöglichkeiten des Betriebssystems, der höchst komfortablen Ausstattung mit Soundanlage und Einparksystem und den Sicherheitsfeatures bis hin zur adaptiven Geschwindigkeitsregelung mit Notbremsfunktion.
Die Fahreigenschaften des Optima Sportswagon sind übrigens so lobenswert, wie sie ansonsten nur in der Oberklasse oder darüber zum Ausdruck kommen. Auch wenn der Optima Plug-in Hybrid in seiner gestreckten Form etwas mehr als 1.800 Kilogramm auf die Waage bringt, können ihm noch 1.500 Kilogramm angehängt werden, was seine Allgemeintauglichkeit unterstreicht. Uneingeschränkte Fahrfreude bei günstigen Kosten ist dem Halter somit in allen Disziplinen gewährt, auch ungeachtet der 7-Jahres-Garantie, die Kia bei allen Modellen gewährt.

Wer den Optima Sportswagon 2.0 GDi Plug-in Hybrid in der hochwertigen Ausstattung Spirit kauft, legt 45.940 Euro auf den Ladentisch. Sollen noch eine Volllederausstattung mit Sitzheizung vorn und hinten sowie Sitzbelüftung bei heißen Temperaturen, eine elektrische Heckklappe und eine Metalliclackierung dazukommen, werden nicht mehr als 49.090 Euro daraus. Das ist ein fünfstellig geringerer Betrag, als ein vergleichbares Fahrzeug anderer Hersteller kosten würde, wobei diese häufig nicht einmal in der Lage sind, solche Automobile zu bauen.

Kurt Sohnemann

Technische Daten: Kia Optima Sportswagon 2.0 GDi Plug-in Hybrid
Hubraum: 1.999 ccm – Zylinder: 4 Reihe/+ Elektro – Leistung kW/PS: 151/205
6-Gang-Automatikgetriebe – Max. Drehmoment: 375 Nm/2.330 U/min.
Höchstgeschwindigkeit: 192 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 9,7 Sek.
Leergewicht: 1.815 kg – Zul. Gesamtgewicht: 2.270 kg
Anhängelast gebr.: 1.500 kg – Gepäckraumvolumen: 440-1.574 Liter
Tankinhalt: 55 Liter – Kraftstoffart: Super – Verbrauch (Test): 5,2 l/100 km
Effizienzklasse: A+ – CO2-Ausstoß (WA): 33 g/km – Euro 6d Temp
Grundpreis: 41.940 Euro

Schlagworte:

, , ,



Comments are closed.

Back to Top ↑