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Kia eNiro 64 kW/h

6. Januar 2019

Kia eNiro 64 kW/h Thomas Riese
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.8


eNiro schlägt Kapitel der elektrisierenden Mobilität auf – Kia bietet als einziger Hersteller ein Fahzeug im SUV-C-Segment als Stromer an

Es ist offensichtlich ein Etappenschritt, den deutschen Automobilhersteller sanft verschlafen haben. Die Techniker von Kia sind am Puls der Zeit und insbesondere am Stromnetz geblieben, um Fahrzeug mit Reichweite zu produzieren, die auch im Alltag mithalten können. Das Modell Niro ist bei den Südkoreanern schon einige Jahre im Programm und ist Schritt für Schritt ausgebaut worden. Gab es den Niro erst mit rekuperativer Energie zum Verbrennungsmotor, später mit einem Plug-In-System, um den Motor durch den geladenen Strom zu entlasten oder gar ganz zu ersetzen, ist es jetzt ein vollständiger Elektromotor, der den Antrieb übernommen hat. Der eNiro, so seine aussagekräftige Bezeichnung, kann schon jetzt bei den Händlern bestellt werden, wobei er am 6. April 2019 seine Einführung in den deutschen Markt feiern soll.

Die ersten Testfahrten des Kia eNiro haben die Alltagstauglichkeit des Elektrofahrzeugs unter Beweis gestellt, denn die Angst vor der Reichweite ist so lange völlig ungerechtfertigt, so lange der Aktionsradius nicht mehr als 400 Kilometer überschritten wird. Und die wollen erst einmal erreicht werden. Sogar 445 Kilometer hat Kia gemessen, aber die Bedingungen müssen ja nicht immer optimal sein – auf der sicheren Seite ist man, wenn man nicht mehr als 400 Kilometer einplant. Überdies ist natürlich eine immense Ersparnis an Energiekosten die Folge.

Der eNiro von Kia kommt ganz ohne fossile Brennstoffe aus. Er wird über Nacht an der häuslichen Lichtstromquelle versorgt. Dabei bleibt er noch unterhalb von sechs Stunden am Netz. Wer ihn schnell laden will, kann das an einer der immer zahlreicher werdenden Stationen vornehmen, dann steht er maximal 42 Minuten am Ladegerät, während sich seine Halter beim Shoppen oder Kaffeetrinken amüsieren.

Kia ist übrigens der einzige Hersteller, der ein Fahrzeug in dem SUV-C-Segment als Stromer anbietet und sollte damit im Trend der Begehrlichkeiten deutscher Autofahrer liegen. Die SUV boomen auf deutschen Straßen, und die Elektrofahrzeuge erleben gerade einen Aufschwung, wie er bisher nur in den Träumen der Klimaschützer vorgekommen ist.

Auf der Fahrbahn verhält sich der eNiro ganz wie es einem Elektrofahrzeug gebührt. Da wird ein stattliches Paket Drehmoment schon von der ersten Sekunde an ausgepackt. Das Resultat ist eine rasante Leistungsentwicklung. Die reicht naturgemäß bis knapp über 100 Stundenkilometer, dann kämpft der Windwiderstand zu massiv gegen das Fahrzeug an, als dass es bei Höchstgeschwindigkeit effektiv unterwegs sein könnte. Die Folge ist eine zusätzliche Reichweite, wenn der eNiro nur in der Stadt oder im ländlichen Umkreis bewegt wird. Teilweise kommen Autofahrer dann mit einer Stromladung sogar über 600 Kilometer weit.

Da die Südkoreaner den eNiro als Weltfahrzeug gebaut haben, ist das Design für deutsche Augen etwas gewöhnungsbedürftig und unterliegt mehr den praktischen Vorzügen, als der Formschnittigkeit. Ein Vorteil dieses Konzepts ist, dass es zwei unterschiedlich starke Elektromotoren im Angebot gibt und dass die Platzkapazität unverhältnismäßig hoch für ein Elektrofahrzeug ist.

Die maximal fünf Passagiere haben vergleichsweise viel Entfaltungsspielraum, und das Gepäck lässt sich problemlos auf maximal 1.405 Liter unterbringen. Wer die Fondsitze unangetastet lassen will, kann immerhin noch 451 Liter verstauen. Das ist in der Klasse ein hervorragender Wert.

Grundsätzlich kann der eNiro mit 39,2 und 64 kW/h Leistung geordert werden. Das kleinere Modell bringt es auf 136 PS und 289 Kilometer Reichweite, die größere Variante mit der Reichweite von 455 Kilometern bringt 204 PS auf die Vorderräder. Dabei kann es schon einmal zu quietschenden Anfahrten kommen, wenn der Fahrer den rechten Fuß nicht unter Kontrolle behält. An den Ampeln ist er jedenfalls der absolute Gewinner von Beschleunigungsorgien, wenn er darauf steht. Der eNiro hat aber auch den Vorteil, per Tempomat spurstabilisierend im Verkehr mitzuschwimmen. Dabei reicht die Funktion auch als Stopp-and-Go-Funktion im Stau. Überdies rekuperiert der eNiro die Bremsenergie in mehreren vorgegebenen Stufen, wenn die Leistung aus dem Spiel genommen wird.
Dass der eNiro nahezu geräuschlos unterwegs ist, versteht sich angesichts des Elektroantriebs von selbst. Lediglich Abroll- und Windgeräusche dringen an die Ohren der Passagiere. In den Fußgängerzonen erzeugt er leicht hörbare Geräusche, um seine Umwelt vor Unfällen zu bewahren. Eine optimale Funktion für die sicherlich erhöhte Teilnahme am Innenstadtverkehr des eNiro.

Während der kleine eNiro für 32.750 Euro verkauft werden soll, kostet der große eNiro einschließlich der 7-Jahres-Garantie 38.090 Euro. Zusätzlich können sich die Käufer noch einen Umweltbonus von 4.380 Euro vom Preis abziehen lassen.

Kurt Sohnemann

 

Technische Daten: Kia eNiro 64 kW/h
Antrieb: Permanentmagnet-Synchronmaschine – Leistung kW/PS: 150/204 Bei 3.800 bis 8.000 U/min – Max. Drehmoment: 395 Nm/3.600 U/min. Höchstgeschwindigkeit: 167 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 7,8 Sek. Ladezeit/Lichtstrom 20-80 %: 5 Std. 50 min. – Nennkapazität: 64 kW/h Batteriegewicht: 453 kg – Gepäckraumvolumen: 451-1.405 Liter Reichweite: 455 km – Stromverbrauch 100 km: 15,9 kW/h (WA) Effizienzklasse: A+ – CO2-Ausstoß (WA): 0 g/km – Euro 6d Temp, Grundpreis (Spirit-Ausst.): 40.290 Euro

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