Er sieht kraftvoll aus und ist großzügig mit dem Platz – der Kia cee’d. Fotos:so

Kia cee’d – Wenn der Rechenschieber „kaufen“ sagt…

25. Dezember 2016

Kia cee’d – Wenn der Rechenschieber „kaufen“ sagt… Kurt Sohnemann
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.5


Walsrode. Wenn allein das Auge die Wahl entscheiden darf, steht der Kia cee’d ganz sicher im oberen Drittel der Wunschliste, wenn es die Garage zu füllen gilt. Das Fahrzeug der unteren Mittelklasse ist ein lebender Beweis dafür, dass sich geringschätzige Meinungen aus der Vergangenheit mittlerweile in Wohlgefallen aufgelöst haben.

Das europäische Design, insbesondere auf den deutschen Kreativkopf Peter Schreyer zurückzuführen, hat die Skeptiker verstummen lassen. Wer den cee’d neuester Bauart nicht ernstnimmt, darf sich getrost zu den Ignoranten stellen, die noch immer an ihren Vorurteilen aus der Vergangenheit zu knabbern haben. Da der optische Eindruck eines modernen Fahrzeugs für die Familie von Otto Normalverbraucher alle Kriterien erfüllt, das Modell schon lange kein Vehikel aus dem Billigmarkt ist, erklärt sich auch die Zulassungsstatistik. Der Kia cee’d gehört zu den Matchwinnern in der Klasse.

Er bietet großzügigen Raum auf einer wendigen Plattform und lässt sich mit Technik verfeinern, die vor wenigen Jahren lediglich in der Oberklasse zu finden war, wenn überhaupt. Damit auch die letzten Zweifel an der Qualität bei den Autofahrern verfliegen, hat der südkoreanische Hersteller mit enger Bindung an Europa den Käufern eine 7-jährige Garantie mit auf die Fahrt gegeben. Der Glaube des Herstellers an sein Produkt bedarf keiner weiteren Missionsdienste als die Verfolgung der pflegeleichten Art in den Werkstätten. Der cee’d hinterlässt in seiner Verarbeitung einen Eindruck, der einst Produkten anhaftete, die aus deutschen Landen stammten.

Kia zeigt mit Ehrgeiz, dass auch in der unteren Mittelklasse ein Fahrzeug nicht klappern muss, keine Billigtöne abgeben muss, wenn die Türen oder Hauben verschlossen werden oder über einen Motor verfügen, dessen Lärmpegel dem eines Rüttlers auf der Baustelle gleicht. Der cee’d verhält sich sogar mit Dieselmotor leise und vornehm im Hintergrund. Wenn der Selbstzünder gestartet wird, klingt er moderat, lässt aber den sportlichen Touch gar nicht erst aufkommen, der ihm vielleicht in der ersten Analyse optisch zugetraut wird. Was aussieht wie ein Kraftpaket erweist sich eher wie ein familienkompatibles Modell mit Tendenz zum Sparen. Die 6,3 Liter Verbrauch auf hundert Kilometer bei angemessenen Fahrwerten sind verträglich, aber nicht dazu angetan, sich bei der nächsten Öko-Rallye anzumelden. Auch sollte der Fahrer nicht mit einer Leistungsexplosion rechnen, die ihm in einen Geschwindigkeitsrausch versetzen.

Die Motorenbauer aus Korea sind in ihrer Aufgabe noch etwas hinter der Allgemeinheit zurück – aber auch nur dort. Der Innenraum ist ergonomisch durchdacht und lässt Fahrer und die Mitfahrer auf allen Plätzen genügend Raum, um auch weite Fahrten entspannt zu absolvieren. Wer sich hinter dem Lenkrad positioniert hat, darf eine Fülle von Annehmlichkeiten für sich in Anspruch nehmen, die zum Teil sogar serienmäßig an Bord sind. Ausstattungsvorzüge wie Sitzheizung, elektrisch verstellbare Sitze, beheizbares Lenkrad, in der Festigkeit verstellbares Lenkrad, Navigation modernsten Zuschnitts, Spurhalteassistent, automatische Lichtregelung zwischen Fern- und Fahrlicht oder Einparkautomatik sind nur einige wenige Annehmlichkeiten, die an Bord zu finden sind, wenn sie der Fahrer haben will. Der Kia cee’d ist damit ausgestattet wie ein Oberklassenfahrzeug, wobei auch der Sicherheitsstandard eine deutliche Sprache für das Modell spricht.

Wenn dann die Sprache auf den Preis kommt, muss sich kein Händler verstecken, sondern kann sich in die Brust werfen – schließlich will Kia für das kompakte Modell nur 23.090 Euro haben. Das Direktschaltgetriebe steht allerdings mit einer Extrazahlung von 1.750 Euro in den Büchern, und die ist höchst angenehm, um den cee’d bequem und nahezu ohne Leistungsverlust über die Pisten zu steuern.

Kurt Sohnemann

Daten: Kia cee’d 1,6 CRDi DCT GT-Line: – Hubraum: 1.582 ccm – Zylinder: 4 Reihe – Leistung kW/PS: 100/136 bei U/min.: 4.000 – Max. Drehmoment: 280 Nm/1.500 – Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 10,6 sek. – Leergewicht: 1.397 kg – Zul. Gesamtgewicht: 1.940 kg – Gepäckraum: 380 – 1.318 Liter – Verbrauch (Test): 6,3 l/100 km – Anhängelast gebr.: 1.500 kg – Tankvolumen: 53 l – Kraftstoffart: Diesel – CO2-Ausstoß: 109 g/km (WA) – Euro 6 – Effizienzklasse: A+ – Grundpreis: 23.090 Euro

 

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