Foto: Jan Evers

Kennzeichnung und Versicherung sind Pflicht

25. Februar 2018

Mit der gesetzlichen Regelung gelten Vorschriften auch für Besitzer von privaten Drohnen

Glaubt man diversen Statistiken, werden in diesem Jahr rund 400.000 Drohnen über den Ladentisch gehen und damit insgesamt 1,26 Millionen Drohnen den deutschen Luftraum bevölkern. Den Großteil nehmen davon sogenannte „semiprofessionelle Drohnen“ (250 g bis 2 kg) mit einem Anteil von etwa 74 Prozent ein. „Spielzeugdrohnen“ bis 250 Gramm machen einen Anteil von 23 Prozent aus, wovon dann noch etwa drei Prozent auf die professionellen Drohnen entfallen, die über ein Startgewicht von mindestens zwei Kilogramm verfügen.

Mit dem steigenden Absatz steigt die Gefahr von Kollisionen, Abstürzen und Unfällen und somit die Gefährdung von Mensch und Tier, aber auch der gefährliche Eingriff in den Luftraum, beispielsweise in der Nähe von Flughäfen. Aufgrund dessen hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) am 1. Oktober vorigen Jahres die „Verordnung zur Regelung des Betriebes von unbemannten Fluggeräten“, kurz „Drohnen-Verordnung“, erlassen.

Die wichtigsten Punkte sind hier sicherlich die Kennzeichnungspflicht, der Nachweis einer Haftpflichtversicherung sowie des Kenntnisnachweises. Aber gilt dies für alle Drohnen? Muss jeder, der im Laden eine Spielzeugdrohne für die Kinder und den heimischen Garten kauft, eine Versicherung besitzen oder den „Drohnen-Führerschein“ machen?

„Zunächst einmal gilt die Regelung des Kenntnisnachweises nur für Personen, die Drohnen mit einem Gewicht von zwei Kilogramm oder mehr starten lassen wollen“, so Jan Evers, gelernter Pilot, der zur Zeit nicht nur Piloten ausbildet, sondern auch Kameraleute für Drohnen-Aufnahmen. „Für den Erwerb muss man mindestens 16 Jahre alt sein. Eine Pilotenlizenz würde ebenfalls akzeptiert werden, aber die haben wohl die wenigsten. Wer also professionell mit Drohnen fliegen möchte, kommt um den Nachweis nicht herum.“

Der Altenboitzener hat früher selber jahrelang bei der Entwicklung und Programmierung von Drohnen mitgewirkt. Inzwischen ist er vom Luftfahrtbundesamt zertifiziert, den erforderlichen Kenntnisnachweis auszustellen. „Dieser kann über einen Online-Kurs erworben und somit ganz bequem von Zuhause aus gemacht werden“, so Jan Evers. Damit die Anwender sich optimal vorbereiten können, hat er ein Programm entwickelt, was auch eine kostenfreie Testversion bietet. Auf www.copteruni.de kann man sich einen Überblick verschaffen, welche Fachgebiete der Führerschein umfasst. Diese dürften vor allem für professionelle Einsteiger interessant sein, die, sollten sie ohne den Nachweis erwischt werden, mit einem Bußgeld von mehreren 100 Euro rechnen müssen.

Drohnen-Piloten, die sich für ein kleineres Objekt entschieden haben, müssen jedoch auch einige Regelungen beachten. So müssen Drohnen ab 250 Gramm mit einer wetter- und feuerfesten Plakette gekennzeichnet sein, die fest mit dem Gerät verbunden ist. Auf dieser müssen Name und Adresse des Piloten stehen, um im Schadensfall den Halter ermitteln zu können.

Generell dürfen auch diese Drohnen nur in Sichtweite fliegen und bis zu einer Flughöhe von 100 Metern. Verboten ist generell das Überfliegen „sensibler Zonen“, wie beispielsweise an Einsatzorten von Rettungskräften oder Polizei, über Krankenhäusern oder Menschenansammlungen sowie offiziellen Einrichtungen wie Gefängnissen oder Industrieanlagen.

Auch Wohn- und Naturschutzgebiete dürfen nicht ohne Erlaubnis überflogen werden, wenn sie optische, akustische oder Funksignale aufzeichnen oder übertragen können, was für die meisten Drohnen gelten dürfte. Ein absolutes Flugverbot gilt auch innerhalb von 1,5 Kilometern um Flughäfen herum sowie für Überflug von Wohngrundstücken, um die Privatsphäre der Anwohner zu schützen.

Laut Luftverkehrsgesetz besteht eine Pflicht zur Haftpflichtversicherung. Grundsätzlich müssen Halter für Personen- und Sachschäden einstehen. Einige Privathaftpflichtversicherungen haben diese Abdeckung in ihren Tarifen mit eingeschlossen. Dies gilt dann meist nur für private Nutzer, gewerbliche kommen um eine spezielle Versicherung nicht herum.

(ch)

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