Kaufen Sie noch mit ruhigem Gewissen Eier?

13. August 2017

Der Skandal um die Fipronil belasteten Eier beschäftigt nun auch die Justiz in Deutschland.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg leitete gegen Landwirte ein Ermittlungsverfahren ein. Es bestehe der Verdacht, gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz verstoßen zu haben. Betroffen seien die Verantwortlichen der Eierbetriebe, in denen Eier positiv auf Fipronil getestet wurden. Fipronil ist ein Insektizid, das seit den 1990er-Jahren sehr beliebt als Anti-Flohmittel bei Haustieren und auch in Ameisenködern verwendet wird. Es ist aber für die Desinfizierung von Hühnerställen streng verboten. Auch wenn die Hennen das Mittel nicht gefressen haben, gelangte das als Desinfektionsmittel versprühte Gift über die Haut und beim Einatmen in den Körper der Hennen.

Das eigentliche Problem liegt in der Massentierhaltung. Um möglichst billig und möglichst schnell zu produzieren, sind den Herstellern oft alle Mittel recht. Impfungen aller Art müssen her. Hinzu kommt mangelnde Hygiene. Die Milben, die vernichtet werden sollen, nisten sich unter den Flügeln an und saugen das Blut der Tiere. Es trifft alle Haltungsformen, egal ob Bio, Freiland, Bodenhaltung oder Käfig und kann sogar zum Tod durch Blutarmut der Tiere führen. Gegen viele chemische Produkte sind die Milben bereits resistent. Ein neues Insektizid namens Spinosad zeigt gute Wirkung, ist aber extrem teuer und wird daher nur lokal begrenzt angewendet. Als sich das homöopathische Mittel Dega-16 mit seiner illegalen Fipronil-Beigabe als hochwirksam gegen die Rote Vogelmilbe zeigte, wendeten es die Landwirte bedenkenlos an. Veterinär Dieter Schulze nimmt die Betriebsführer in Schutz. „Das konnte der einzelne Tierhalter nicht abschätzen. Dieses Produkt hatte eine Registrierung und eine Zulassung.“

Wir kaufen unsere Eier grundsätzlich beim Bauern. Die sind nicht immer gleich groß, aber das ist egal. Wir wissen, wo die Eier herkommen und dass die Hühner ein glückliches Leben haben. Es ist eben keine Massenproduktion. Wir können die Leute verstehen, die auf den Preis achten müssen und beim Discounter kaufen. Aber auch hier kann man auf die Herkunft der Eier achten. Grundsätzlich müssten die großen Ställe verboten werden. Die Mastställe und Massentierhaltungen sind schrecklich – Karla und Klaus Thölken aus Bomlitz

Wir sind „normale“ Eierverbraucher und holen die Eier grundsätzlich auf dem Markt. Da kann man davon ausgehen, dass die Anbieter die Regeln einhalten und kann mit ruhigem Gewissen sein Frühstücksei essen. Der Preis von 20 Cent pro Ei ist völlig akzeptabel. Die Summe, die man beim Discounter sparen könnte, ist nicht relevant, weil es um die Qualität geht. Bei dem Skandal sind die Halter die Geschädigten. Sie wurden betrogen. Das Problem ist, dass die Belgier den Skandal nicht gemeldet haben – Wolf-D. Gibas aus Walsrode

Ich esse nicht so viele Eier. Lediglich ein bis zwei pro Woche. Wenn, dann hole ich sie vom Markt oder beim Discounter. Den Mehrpreis auf dem Markt bezahle ich gerne, da ich weiß, was ich habe. Letzte Woche wollte ich Eier kaufen, aber da waren sie schon bei Aldi und Penny aus dem Regal genommen. Bei Rewe habe ich noch welche bekommen. Wenn, dann gucke ich schon, wo die Eier herkommen und kontrolliere den Code. Die Infos bekomme ich über das Handy im Internet – Evelina Zdzeiblowska aus Walsrode

Ich kaufe überall, wenn ich Eier benötige, entweder vom Markt oder auch vom Discounter. Ich versichere mich immer, dass es auch deutsche Eier sind, auch schon vor dem Skandal. Jetzt weiß man, dass die belas-teten Eier aus dem Sortiment genommen wurden. Der Preis ist nicht egal. Ich nehme immer die etwas teuren Produkte: „Herz für Erzeuger.“ Man sollte eh regional kaufen. Kurze Wege des Händlers tragen zum Umweltschutz bei. Auf jeden Fall profitieren die Bauernmärkte von dem Skandal – Matthias Röhr aus Walsrode

Ich esse generell wenig Eier. Wenn, dann aus der Region. Es gibt hier viele landwirtschaftliche Betriebe, die auch vom Hof verkaufen. Der Mehrpreis ist die Sache wert. Es gibt in Fallingbostel einen Hühnerwagen. Da weiß man ganz genau, wo die Eier herkommen und das ist sehr angenehm. Ich denke, es ist eine Sache von Angebot und Nachfrage. Würden die Verbraucher mehr Wert auf Qualität legen und den Preis zahlen, würde es auch mehr Anbieter und Tierhalter geben, die sich darauf einstellen – Thekla Aiteew aus Dorfmark

Ich kaufe meine Eier am Liebsten beim Bauern. Aber wenn ich es mal eilig habe und mehr Eier benötige, gibt es auch mal Eier vom Discounter. Das ist aber eher selten der Fall. Aber auch da gucke ich, wo die Eier herkommen. Am Besten sind die Eier von den Hofläden. Wir leben auf dem Land und haben hier alle Möglichkeiten. Ich gebe auch gerne zehn Cent mehr aus, Hauptsache, die Eier schmecken und man isst sie mit gutem Gefühl. Ich esse gerne und viele Eier – Bärbel Vlothoerbäumer aus Hodenhagen

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