Peter Hokema hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Foto: (so)

Kalimbas aus Walsrode für den Weltmarkt

30. August 2015

Wer die „Ol Potatoes“, „Strings on wings“, „Glisando“ oder „A Capolka“ kennt, der kennt auch Peter Hokema. Unverwechselbar unter der Schirmmütze zaubert er die schönsten Klänge aus der Geige und holt auch die Mandoline raus, wenn es der Sound erfordert. Der Hünzinger Vollblutmusiker, der einst Girarre und Mandoline studierte, ist der Materie um die Noten sein Leben lang treu geblieben. Ob klassische Einsätze, Jazz, Blues oder andere Unterhaltung, der Violinist ist auf allen Ebenen zu Hause und spielt gern, wenn es seine Zeit erlaubt. Die ist in den vergangenen Jahren zunehmend knapper geworden. Während sich Peter Hokema vor zwei Jahrzehnten noch auf diversen Flohmärkten tummelte, ist diese Leidenschaft einem anderen Hobby zum Opfer gefallen. Er baut Instrumente. Ganz besondere Instrumente.

Kalimas heißen sie und sind in Orchestern ebenso anzutreffen, wie in Yogaschulen und Klangtherapien. Außerdem kann sich jeder mit der Kalimba beschäftigen, der auch ohne Noten musizieren möchte. Auf einem Holzblock werden Stahlzungen befestigt, denen unterschiedliche Töne zu entlocken sind. Wer besonders schöne Klänge haben möchte, nimmt die Kalimba mit einem Ziegenfell oder Pergament als Untergrund. Die Kalimba heißt „Sansula“ und ist von Peter Hokema patentiert worden. „Da das Basteln mit Holz zu meinen Leidenschaften zählt, habe ich schon früh Kalimbas gebaut und sie auf Flohmärkten verkauft.

Die Nachfrage ist kontinuierlich gestiegen“, schildert Peter Hokema einen Werdegang, der vor zwei Jahren in eine große Produktionsstätte im Honerdinger Gewerbegebiet mündete. Teilweise produzierte Peter Hokema 20 unterschiedliche Musikinstrumente aus dem weiten Feld der Percussion. Letztlich fixierte er die Tätigkeit auf die Kalima, die heute auf der gesamten Welt einen hervorragenden Ruf genießt. In sieben unterschiedlichen Varianten werden die Kalimbas angeboten, über mangelnde Nachfrage kann sich Peter Hokema nicht beklagen.

Ehefrau Hanna packt unterdes die Bestellungen für den Versand ein, die dann in alle Welt transportiert werden. Die ersten Jahre dienten dafür, den heute eingeschlagenen Weg zu erarbeiten. In Hünzingen wurden für den Instrumentenbau Geräte entwickelt, die es auf der ganzen Welt nicht gab. Peter Hokema gab sie in Auftrag und ließ so ein Unikat nach dem anderen bauen. Der geschäftliche Erfolg blieb nicht aus, so dass der Umzug nach Walsrode in eine moderne Produktionsstätte unumgänglich wurde. Ganz neu ist beispielsweise eine CNC-Holzbearbeitungsmaschine, auf der die Grundlagen der Instrumente aus Kirschholz gesägt werden. Heute ist fast die gesamte Familie mit der Kalimba-Produktion befasst.

Neben Peter und Hanna Hokema sind auch die Söhne Felix (Technik) und Hugo (Vertrieb) wie auch die Schwiegertochter ins Unternehmen eingebunden. Im Betrieb ist deutlich zu merken, dass hier ein Rad ins andere greift, die Abwicklung reibungslos funktioniert und alle wie in einer großen Familie harmonieren. Andrea und Sascha Karolat waren die ersten Mitarbeiter, die Peter Hokema vor zehn Jahren einstellte, heute ist es ein dreizehnköpfiges Team, das von der Kalimba-Produktion lebt. Ausweitungen sind nicht abwegig. „Wir haben die Option, noch räumlich zu erweitern“, sagt Peter Hokema und hat ein entsprechend großes Grundstück für die jetzt zweijährige Produktionsstätte bekommen, die mit eigenem Solarstrom versorgt wird.

(so)

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