Foto: Johanniter

Johanniter-Stauhelfer treffen sich im Heidekreis

12. September 2021

Ein Wochenende mit einer langen Ausfahrt im Marschverband, einem Fahrsicherheitstraining und vielen Erfahrungsberichten

Die Freude über das Wiedersehen war groß, und als alle Maschinen ab- und ausgestellt waren, konnten die aus ganz Deutschland angereisten Stauhelfer sich auch verstehen. Laut und herzlich ging es kürzlich zu beim 13. Bundesmotorradstaffeltreffen der Johanniter-Unfall-Hilfe in Walsrode (Krelingen). Eingeladen hatte der Johanniter-Ortsverband Aller-Leine, gekommen waren 61 Stauhelferinnen und Stauhelfer aus 22 Motorradstaffeln, von denen manche eine lange Anreise in Kauf genommen hatten, die weitesten Strecken hatten Biker aus München, Dresden, Kiel und Köln hinter sich.
Bundesweit sind rund 650 ehrenamtlich Aktive in 49 Johanniter-Motorradstaffeln von März bis Ende Oktober auf Deutschlands Straßen unterwegs. Sie leisten Erste Hilfe bei Unfällen, sichern Unfallstellen ab, unterstützen die Polizei bei der Beseitigung von Stauursachen und versorgen erschöpfte und hilfebedürftige Autofahrer. Alle Stauhelfer sind ausgebildet in Erster Hilfe, die meisten von ihnen bringen viele Jahre Erfahrung mit und können auf zahlreiche Einsätze zurückblicken. Begrüßt wurden sie von Marc Nieber, Dienststellenleiter des Ortsverbandes Aller-Leine. Neben aller Freude blieb dabei auch Raum für einen traurigen Moment. Gemeinsam gedachten die Johanniter ihres Kollegen Ulrich Lobenberg, Leiter der Stauhelfer im niedersächsischen Ahlhorn, der vor Kurzem überraschend verstorben ist.
Am zweiten Tag konnten die Teilnehmer bei einem Sicherheitstraining das Fahren bei langsamer Geschwindigkeit und durch enge Gassen üben. Auf dem Parkplatz des GRZ Krelingen war dafür mit Verkehrshütchen ein Parcours aufgebaut worden. „Wer auf den deutschen Straßen unterwegs ist, weiß, dass es für Motorradfahrer schnell zu gefährlichen Situationen kommen kann. Das gilt auch für uns Stauhelfer“, sagt Thomas Rauch, Leiter der Motorradstaffel des OV Aller-Leine. Das Fahrsicherheitstraining helfe, in Gefahrensituationen einen kühlen Kopf zu bewahren, richtig zu reagieren und das Gewicht der Krafträder unter Kontrolle zu behalten. Die Stauhelfer sind mit schweren Maschinen unterwegs, die noch dazu mit reichlich Hilfsmitteln beladen werden, darunter Erste-Hilfe-Material, Wasser für unterversorgte Verkehrsteilnehmer, Pippibeutel und Stofftiere für Kinder.
Nach dem Fahrtraining setzten sich alle Stauhelfer im geschlossenen Marschverband in Bewegung. Darunter waren auch drei Bundeswehrsoldaten der Militärpolizei Berlin-Tegel und eine Motorradstaffel der Berufsfeuerwehr Halle/Saale. Bei Sonnenschein und bestem Biker-Wetter fuhren sie im Konvoi rund 250 Kilometer durch den Heidekreis, eine Pause machten sie im Südsee-Camp, bevor es weiter durch die blühende Heide ging und der zweite Abend mit einem langen Erfahrungsaustausch am Lagerfeuer ausklang. Unter welchen Bedingungen seid ihr unterwegs? Welche Hilfsmittel haben sich bei euch bewährt? Was für Einsätze und Erlebnisse hattet ihr in den vergangenen Jahren? Es gab viel zu erzählen. Nach einem Gottesdienst am Sonntagvormittag verabschiedeten sich alle Johanniter-Stauhelfer schließlich gegenseitig mit dem bekannten Biker-Wunsch: „Fahre nie schneller, als dein Schutzengel fliegen kann!“

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