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Jetzt haben weiße Eier Konjunktur

9. April 2017

Genetische Veranlagung entscheidet über die natürliche Farbe bei Eiern

Weiße Eier haben zu Ostern Hochkonjunktur. Der Grund ist denkbar einfach: Sie lassen sich besser färben. Das restliche Jahr ü̈ber sind braunschalige Eier bei den Verbrauchern die unangefochtenen Favoriten, berichtet die Landwirtschaftskammer Niedersachen. Unabhängig von der Farbe werden heute überwiegend Eier aus Bodenhaltung und mit zunehmender Tendenz Eier aus Freilandhaltung und Eier aus ökologischer Hennenhaltung nachgefragt. Eier aus Kleingruppenhaltungen sind dagegen aus den meisten Geschäften verschwunden, obwohl zahlreiche Eiprodukte von dieser Haltungsform aus dem Ausland stammen.

Die Fütterung der Hennen hat keinen Einfluss auf die Färbung der Eischale. Es sind die drei Farbstoffe Biliverdin, Bilirubin und Prophyrine, die die Eischale während ihrer Entstehung im Huhn einfärben. Kommen alle drei Farbstoffe zusammen, entsteht der Schalenfarbstoff Braun, fehlt ein Farbstoff, entsteht ein türkisfarbenes Ei, fehlen aufgrund genetischer Veranlagung alle drei Farbstoffe, so bleibt die Schale weiß.

Einen Hinweis auf die Schalenfarbe gibt nicht das Gefieder, sondern geben die Ohrscheiben der Tiere. Sind sie weiß, legt das Huhn auch weiße Eier. Fleischige Ohrscheiben deuten auf braunschalige Eier hin.

Anders ist es bei den Araucana-Hühnern, die anstelle der Ohrscheiben einen Federbüschel (Ohrquast) haben und türkisfarbene Eier legen. Wird ein Araucana-Hahn mit Weißlegerhennen gepaart, gibt es Eier mit grünlichem Ton. Ein weiterer Exot sind die Marans, eine aus Frankreich stammende Rasse, deren Hennen schokoladenfarbene Eier legen.

Mit Ausnahme der Schalenfarbe unterscheiden sich die Eier dagegen kaum. Qualität, Geschmack, Nährstoffe und Cholesteringehalt sind annähernd identisch.

Sowohl im Einzelhandel als auch in den professionellen Färbereien wird nach wie vor eine relativ große Menge weißer Eier benötigt. Von den Erzeugern werden aber gleichzeitig ausreichend große Mengen an den Markt gebracht. Mit Blick auf das nahende Osterfest könnten die bevorzugten Eier, vor allem wenn sie aus biologischer Erzeugung stammen, noch etwas knapper und teurer werden. Aus Sicht der Erzeuger wäre eine solche Entwicklung hochwillkommen, denn obwohl sich in den vergangenen Monaten die Erzeugerpreise wieder etwas erhöht haben, liegen sie noch immer deutlich unterhalb der Wirtschaftlichkeitsschwelle der landwirtschaftlichen Betriebe. Das Aufstallungsgebot durch das Aviäre Influenza Virus (Vogelgrippe) hat auch dazu geführt, dass Eier aus Freilandhaltung nicht mehr verkauft werden und diese Eier als Eier aus Bodenhaltung mit Kaltscharrraum beworben werden.

(lwk/so)

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