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Jetzt auf 1000 Meter Länge aufgewertet

14. Oktober 2018

Viele Lebewesen profitieren von den drei Gewässerentwicklungsmaßnahmen im Gohbach

„Wir haben einiges für den Gohbach erreicht.“ Anke Willharms, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Aktion Fischotterschutz, blickte beim Besichtigungstermin hochzufrieden auf das Ergebnis der Gewässerentwicklungsmaßnahmen auf 700 Meter Länge am Nebenfluss der Aller in Specken bei Kirchlinteln, mit denen neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen werden sollten.

In Weitzmühlen/Luttum wurde der Gohbach einst begradigt und einheitlich ausgebaut sowie zum Teil verlegt und die Ufer mit Bauschutt befestigt. Wo früher natürliche Strukturen, wie Kies und Totholz, vielen Wasserlebewesen einen Lebensraum boten, gab es nur noch eine sandige, schlammige Gewässersohle. Die Aktion Fischotterschutz, die im Rahmen des Aller-Projektes bereits vier Naturschutzmaßnahmen am Gohbach umgesetzt hat, initiierte drei weitere Naturschutzmaßnahmen, um die Gewässerentwicklung fortzusetzen.
Durch die Unterstützung der Flächeneigentürmer, Bewirtschafter, Landwirte und des NABU Verden als Kooperationspartner wurden drei räumlich abgetrennte Maßnahmen realisiert. Diese wurden mit den Anliegern und Bewirtschaftern, der Unteren Wasser- und Naturschutzbehörde und dem Unterhaltungsverband Goh-Bach, abgesprochen, betonte Anke Willharms.

Angrenzend an eine in 2015 vom NABU Verden umgesetzte Maßnahme in Specken wurde auf 300 Metern Länge der monotone Bachverlauf durch den Eintrag von wechselseitigen Kiesbänken im Niedrigwasserbereich aufgewertet. Mit 300 Tonnen Kies wurde die Struktur- und Strömungsvielfalt im ansonsten einheitlich fließenden Bach erhöht und gleichzeitig neue Laichhabitate für kiesliebende Fischarten, wie Bachforelle, Bachneunauge und Elritze, entwickelt. Die Kosten dafür betrugen rund 22.000 Euro.

Daran anschließend wurde der NABU Verden als Träger einer Maßnahme gewonnen und der Gohbach auf weitere 100 Meter aufgewertet. In diesem Abschnitt wurde das große Gewässerprofil durch eine Niedrigwasserrinne aus Kies, Kiesbetten und Wurzelstubben eingeengt und strukturell aufgewertet. Diese wurde von der Postcode Lotterie mit 10.000 Euro finanziert, und der Landkreis Verden beteiligte sich an der Kofinanzierung.

Von einer dritten Naturschutzmaßnahme – die Aufwertung eines weiteren 300 Meter langen Abschnitts – mit den Gesamtkosten von 44.600 Euro wurden die Niedersächsische Bingo-Umweltlotterie, der Landkreis Verden und der NABU Verden überzeugt. Die Flächeneigentümer und Landwirte Claus Hermann Hoops und Frank Ahrens stellten dafür kostenfrei Uferrandstreifen zur Verfügung. Dadurch bestand die Möglichkeit, die eigendynamische Entwicklung des Gohbachs zu fördern und den gradlinigen Verlauf durch Strömungslenker und Uferabflachungen aufzuheben. Zusätzliche Kiesbetten, Kolke, Raubäume und Wurzelteller sollen zudem die Strukturvielfalt erhöhen. Die Totholzelemente sollen unter anderem Strömungsschatten und Standplätze für Klein- und Jungfische spenden. Auch für die wirbellosen Tierarten stelle dies wertvolle Strukturen im Gewässer dar, sodass nicht nur der Fischotter, sondern auch viele andere Lebewesen im Gohbach von den Maßnahmen profitieren würden.

Zusammen mit der Jägerschaft, dem NABU und dem Landkreis wurde im Frühjahr auch Erlenwildwuchs ausgegraben und an die Ufer gepflanzt, um langfristig eine Beschattung des Fließgewässers zu erreichen. Mit dem Abschluss der Arbeiten, bei denen rund 700 Tonnen Kies eingetragen wurden, ist der Gohbach nun zusammen mit der Maßnahme des NABU auf einer Länge von insgesamt 1000 Metern aufgewertet und sind Biotope vernetzt.

(awi/rie)

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