Der Jeep Renegade fühlt sich im Gelände wohl. Foto: (so)

Jeep Renegade Trailhawk 2.0 4×4 AT

1. Februar 2016

Jeep Renegade Trailhawk 2.0 4×4 AT Kurt Sohnemann
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.2


Kleiner mit großen Fähigkeiten

Nur selten haben die Schöpfer von Fahrzeugen so viel Freude an einem neuen Modell gehabt, wie die des Renegade. Der Jeep kam dem Fiat-Konzern gerade recht, um die Zulassungszahlen nach oben zu treiben. Er ist so etwas wie ein Glücksgriff für das Unternehmen und hat mittlerweile viele bewundernde Blicke erhaschen können. Er ist zweifellos nicht mit den Offroadern zu vergleichen, die bullig und unwiderstehlich durch das Gelände furchen oder sich Respekt auf der Straße schaffen.

Der Jeep Renegade ist eine dezente Ausgabe dieser Fahrzeuggattung, ohne auf die Fähigkeiten zu verzichten, die den Großen des Fachs mitgegeben werden. Schon optisch ist erkennbar, dass der Renegade nicht in Übersee produziert wurde und ein europäisches Produkt ist. Zu sehr erinnert das Design an Mutter Fiat, als dass man in Turin eine Verwandtschaft abstreiten könnte.

Besteht aber auch kein Grund. Der Renegade der für den Testbetrieb abgestellt wurde, war mit einem 2-Liter-Dieselmotor ausgestattet, was ihn für den Markt noch einmal interessanter macht, weil er dann deutlich weniger Treibstoff benötigt, als seine Geschwister mit Ottomotor. Grund dafür ist nicht zuletzt der Windwiderstandsbeiwert, der eher dem einer Lokomotive als dem eines Rennwagens ähnelt. Das ist aber auch klar, denn der Renegade ist so gebaut, dass er mit Allradantrieb agieren kann – er regelt das elektronisch dazu, wenn er es braucht. Dann kann er im Gelände Wald- und Feldwege befahren, die in aufgeweichtem Zustand nichts für andere Pkw sind.

Mit seiner Übersetzung (9 Automatikgänge) hat der Jeep Renegade Trailhawk eine Ausstattung, die ihn so schnell nicht vor einem Gelände kapitulieren lässt, welches für unbefahrbar gehalten wird. Seine Tapferkeit gegenüber Eis und Schnee hat er bei Testfahrten in den Alpen bewiesen. Ob der Schneepflug schon da war oder nicht, interessierte nur die Fahrer ganz normaler Pkw.

Der Jeep Renegade marschierte unaufhaltsam durch die weiße Pracht. Der Allradantrieb wurde dabei spürbar gefordert und erledigte die Ansprüche zur vollen Zufriedenheit. Lediglich das Ergebnis der Sitzheizung kam immer recht spät zur Geltung. Der Renegade ließ sich bei der Wärmeentfaltung permanent einige Kilometer Zeit.

Auch mussten Radio und Navigationsgeräte mehr als einmal neu hochgefahren werden, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Das spricht nicht eben für die beste Verarbeitungsqualität. Und auch im Innenraum wurden nicht wertvollste Materialien aufgeboten, damit der Renegade unter Umständen seine Fahrer aus höheren Fahrzeugklassen abholt. Seine Aufgabe erledigte er souverän und ist mit 170 PS bestens bestückt, mehr als nur eine Randerscheinung auf der Straße zu sein. Bei guten Sitzverhältnissen vorn und etwas engen Fußräumen im Fond, langt der kleine Jeep aber durchaus für den Alltagsverkehr.

Ein großes Plus ist zudem ein recht geräumiger Gepäckraum, der zudem leicht zu be- und entladen ist. Zwar muss das zu verstauende Gut höher angehoben werden als bei manchem Kompaktfahrzeug, dafür gibt es aber keine Ladekante, die beispielsweise das schwache Geschlecht zur Verzweiflung bringen könnte. Durch die sensible Feinabstimmung, die der Fahrer programmieren kann, zeigt sich der Jeep Renegade bereit, auf allen Untergründen das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Von Fahrten im Gebirge bis zum Fahren auf Sand oder eisigen Straßen kann der Fahrer alle Abstimmungen vorgeben.

Der Renegade reagiert folglich so perfekt, wie es die Physik zulässt. Das Fazit lässt den unbestrittenen Schluss zu, dass der Renegade seinen Platz im Verkehrsgefüge schon jetzt erobert hat. Als leichtes Geländefahrzeug ist er ideal und lässt seine Insassen nicht verzweifelt vor Hindernissen stehen. Er sieht zudem gut aus und kann sich so vor Opernhaus und Hochsitz sehen lassen. Einzig die Verarbeitung lässt noch einige Nachbesserungen zu, so dass sich die Konstrukteure noch nicht zurücklehnen sollten.

Kurt Sohnemann

 

Jeep Renegade Trailhawk 2.0 4×4 9-AT – Hubraum: 1.956 ccm – Zylinder: 4 Reihe/Turbo – Leistung kW/PS: 125/170 bei U/min.: 3.750 – Max. Drehmoment: 350 Nm/1.750 – Höchstgeschwindigkeit: 196 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 8,9 Sek. – Leergewicht: 1.610 kg – Zul. Gesamtgewicht: 2.080 kg – Zul. Anhängelast gebr.: 1.500 kg – Verbrauch (Test): 7,0 l/100 km – Gepäckraum 351 – 1.297 l – Tankvolumen: 48 Liter – Kraftstoffart: Diesel – CO2-Ausstoß: 155 g/km (WA) – Euro 6 – Effizienzklasse C – Grundpreis: 33.500 Euro

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