Jamaika-Koalition geplatzt – wie soll es jetzt weitergehen?

26. November 2017

Der Traum von schwarz, gelb, grün ist diese Woche geplatzt!

Was nun?, fragen sich viele. Nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungsgespräche hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Parteien zu einem erneuten Anlauf für eine Regierungsbildung aufgerufen. Die SPD lehnte den Eintritt in eine große Koalition auch nach dem Jamaika-Aus ab. Sollten die Sozialdemokraten dabei bleiben, gäbe es noch zwei Optionen: eine Minderheitsregierung unter Unions-Führung oder eine Neuwahl.

Dem Bundespräsident kommt in dieser, in der Geschichte der Bundesrepublik bisher einmaligen Lage, eine Schlüsselrolle zu. Er muss dem Bundestag einen Kandidaten für die Kanzlerwahl vorschlagen. Für eine Minderheitsregierung unter Führung Merkels bräuchte die Kanzlerin für ihre Wahl einige Dutzend Stimmen aus anderen Fraktionen. Angela Merkel will nach eigenen Angaben die CDU erneut als Spitzenkandidatin anführen und sieht keinen Anlass für einen Rückzug. Im Gegensatz dazu hat Horst Seehofer (CSU) schlechte Karten. Es gilt als ausgeschlossen, dass die Partei nach dem Seehofer angelasteten Wahl-Desaster (38,5 Prozent) erneut unter dessen Verantwortung in eine Bundestagswahl geht.

Die AfD-Fraktionschefs Alice Weidel und Alexander Gauland werten das Scheitern der Jamaika-Koalition als Erfolg und sehen für sich bei Neuwahlen bessere Chancen. Linken-Chefin Katja Kipping fordert Neuwahlen, da sich eine Fortsetzung der Großen Koalition niemand ernsthaft wünschen könne.

Die Politiker sollten sich mal zusammenreißen, wie jeder normale Bürger. Egal ob beim Elternsprechtag oder in einem Verein, da müssen Kompromisse geschlossen werden. Der Lindner müsste mehr auf die anderen zugehen. Jeder sollte zwar seinen Standpunkt vertreten, aber sie sollten kompromissbereit sein. Neuwahlen kosten wieder unser Geld. Daher sollten sie sich zusammenraufen. Es fällt sonst auf uns zurück, und die AfD würde noch mehr Stimmen bekommen. Angela Merkel sollte auch den anderen entgegenkommen und flexibler werden – Betina Hartung aus Benefeld

Die Verhandlungen hätten schneller zu Ende sein können. Wir können es nicht verstehen, dass Lindner einfach so egoistisch war und „Nein“ gesagt hat. An die Bürger wird nicht gedacht. Wir sind es doch, die das zahlen müssen. Es kostet auch bei Neuwahlen unsere Steuergelder. Und es kommt nichts dabei raus! Alle großen Parteien würden verlieren. Außerdem ist es für Deutschland peinlich. Wie stehen wir im Ausland da, von wegen „Wir schaffen das!“ Es sollte ein Wechsel stattfinden. Angelas Raute ist eine Flaute – Ingrid und Hans Jürgen Schröder aus Bad Fallingbostel

Es ist traurig, dass Herr Lindner so reagiert hat. Er wollte sich einfach selbst profilieren. Ich denke, für ihn stand es von Anfang an fest, dass er keine Jamaika-Koalition wollte. In Niedersachsen war es so, dass Birk-ner von der FDP gleich von vornherein Stellung bezog und „Nein“ zur „Ampel“ sagte. Ich hoffe, dass es Neuwahlen gibt und dass die Stimmen nicht zur AfD und Linken übergehen. Gut wäre es, wenn die Wähler sich so entscheiden, dass eine große Partei eindeutig die Mehrheit der Stimmen bekommt – Horst Schuber aus Walsrode 

Neuwahlen kosten wieder viel Geld und würden der FDP schaden. Im Gegensatz zur SPD, da sie standhaft geblieben ist. Sie haben sich von vornherein gegen eine große Koalition ausgesprochen und stehen dazu. Wenn jemand so lange regiert wie Angela Merkel, weiß man nicht, wie es ohne sie weitergehen wird. Merkel hat es bisher auch sehr gut gemacht, nur drückt sie nicht immer klar aus, was sie will. Es wäre schön, wenn die SPD gewonnen hätte. Einer Jamaika-Koalition hätte ich auch mit gemischten Gefühlen gegenüber gestanden – Irene Posdziech aus Düshorn

Ich bin für Neuwahlen. Ich habe von Anfang an nicht daran geglaubt, dass die Jamaika-Koalition zustande kommt. Ich habe ein paar Jahre in Hamburg gelebt und mitbekommen, dass die CDU-Regierung unter Bürgermeister Ole von Beust nicht mit der GAL (Hamburger Grünen) zusammenpasste. Die sind wieder auseinander gegangen und das im liberalen Hamburg. Ich selbst bin Mitglied der CDU, kann aber auch Lindner verstehen, der eine klare Linie vertreten hat. Ich hoffe und glaube, dass sich Angela Merkel noch einmal zur Wahl aufstellen lässt – Jörg Wasik aus Walsrode

Neuwahlen bringen nichts, sondern kosten nur unnötiges Geld. Sie sollten sich alle zusammenraufen und eine Jamaika-Koalition bilden. Bei Neuwahlen würde Lindner den Kürzeren ziehen. Sie haben unnütz Zeit vergeudet und nichts zustande gebracht. Die Politiker in Berlin können sich ein Beispiel an den Kollegen in Hannover nehmen. Von einer großen Koalition halte ich nichts. Da fehlt der SPD der richtige Mann. Schulz bringt nichts. Es ist richtig, dass Angela Merkel die Stellung hält. Sie ist solide und macht ihre Arbeit gut – Otto Bostel aus Honerdingen

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