Ist Ihre Spendenbereitschaft zu Weihnachten größer?

16. Dezember 2018

Zahl der Spender im vergangenen Jahr gesunken

Ein Karton, gepackt für die Johanniter, die mit einem Konvoi mit Hilfsgütern gegen Osten fahren. Hier eine Spende nach dem Konzert für die Flüchtlinge in Bangladesch, dort eine Lebensmittelabgabe für die Tafel. Auch an der Haustür schickt man die Schüler nicht weg, die für die Kriegsgräberfürsorge sammeln und die „Drei Heiligen Könige“ kommen auch noch. Im vergangenen Jahr haben die Deutschen mit knapp 5,2 Milliarden Euro die drittgrößte Spendensumme seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2005 überwiesen, teilt der Deutsche Spendenrat mit. Allerdings sind weniger Menschen bereit, überhaupt zu spenden.

Etwa 21 Millionen Deutsche überwiesen Geld an gemeinnützige oder kirchliche Organisationen. Das sind mehr als eine Million Menschen weniger als im Vorjahr. Vor allem in der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen haben knapp 30 Prozent weniger Geld gespendet. Dafür geben ältere Menschen über 70 Jahre deutlich mehr und pro Jahr auch höhere Summen als alle anderen Altersgruppen. Obwohl sie nur knapp 20 Prozent der Bevölkerung stellen, sind sie für mehr als 40 Prozent der Spendeneinnahmen verantwortlich. Die Spendeneinnahmen sind insgesamt aber dennoch auf einem hohen Niveau geblieben, weil die Menschen, die sich engagieren, öfter spenden als noch im Jahr 2005. Auch die Höhe der durchschnittlichen Spende hat sich in den vergangenen Jahren stetig nach oben entwickelt und hält sich mit durchschnittlich 35 Euro pro Spendenakt im Vergleich zum Vorjahr konstant. Die 40- bis 49-Jährigen halten sich beim Spenden zurück. Vermutet wird, dass sich diese Altersgruppe in der Familienphase befindet, die Kinder hat und eventuell ein Haus abbezahlen muss. Außerdem ist in dieser Altersgruppe die Angst vor Altersarmut besonders groß.

Ich spende nicht, weil Weihnachten ist, sondern das ganze Jahr über. Ich kann mittlerweile an Spendenaufrufen vorbeigehen. Es gibt das ganze Jahr über Elend und Leid. Wenn, dann spende ich überwiegend an Schulen und Kindergärten, da ich mich berufsmäßig mit Kindern beschäftige. Man sollte schon gucken, dass das Geld dort ankommt, wo es benötigt wird. Auch das Hospiz liegt mir am Herzen. Die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ habe ich auch schon unterstützt. Auch die Aktion „Wunschzettel am Baum“ in den Banken finde ich toll. Doch da muss man früh hin, um noch einen Zettel zu bekommen – Anne Carstens aus Walsrode

Generell ist es schwierig, zu entscheiden, wem man etwas zukommen lässt. Da muss man aufpassen, dass das Geld auch da ankommt, wo es hingehört. Zum Beispiel sammeln die Johanniter für einen bestimmten Kinder-krankenwagen. Das halte ich für sinnvoll. Im Moment bekomme ich nicht so viel Spendenwerbung, aber es ist auffällig, dass die Spendenaufrufe allgemein mehr werden. Wenn ich direkt auf der Straße angesprochen werde, guck ich auch sehr genau, wem ich etwas gebe und lasse mir den Ausweis zeigen. Das sind einfach Erfahrungswerte – Thomas Knoke aus Walsrode

Wir spenden zu Weihnachten nicht mehr. Wir sind Mitglied in beiden Schul-Fördervereinen, weil unsere Kinder auf die Oberschule und zur Grundschule gehen. Da spenden wir gerne und man weiß, wo das Geld landet. So wurden unter anderem Trommeln in der Grundschule angeschafft. Aber auch spontane Aktionen wie „Die Tafel“ oder wenn es heißt „Bitte aufrunden!“ werden unterstützt. Wir sind schon seit Jahren bei „Schulengel.de“. Da werden beim Onlinekauf von Spielwaren Prozente abgezogen, die bestimmten ausgesuchten Institutionen zugutekommen – Linda und Niels Bröske aus Visselhövede

Ich bekomme zurzeit sehr viel zugeschickt – von der DLRG, dem Tierheim, der Krebshilfe und vielen mehr. Ich unterstütze die Krebshilfe, weil ich davon betroffen bin.
Ich persönlich bin der Meinung, dass man zu Weihnachten schon mehr spendet. Ich möchte allen gerecht werden und spende auch für die DLRG und Benefizkonzerte vor Ort. Dafür spende ich im Jahr selbst weniger. Die Spendengala im Fernsehen finde ich zu unpersönlich. Als Kirchgänger beteilige ich mich jede Woche auch an der Kollekte und gebe immer mal etwas vor Ort – Heinz Strehl aus Benefeld

Ich lasse mich von der Spenden-Werbung nicht beeinflussen, da ich schon jahrelang an bestimmte Organisationen spende. Dazu gehört unter anderem die Krebshilfe, weil ich selbst betroffen war. Aber auch Kinder sind mir wichtig, sie sind unsere Zukunft und auf unsere Hilfe angewiesen, damit sie eine Perspektive haben. Spenden muss nicht zu Weihnachten sein. Es gibt im Jahr genug Anlässe, wo etwas getan werden muss. Da muss man gar nicht weit gehen. Kleine Aktionen verdienen auch Aufmerksamkeit und man weiß, dass die Spenden ankommen – Annelore Effe aus Schwitschen

Im Moment klingeln sie alle ständig an der Tür. Ich persönlich gebe zu Weihnachten nicht mehr als sonst, sondern unterstütze das ganze Jahr über Menschen, die hilfsbedürftig sind oder bestimmte Einrichtungen. Ich muss aber dahinter stehen und nicht, weil Weihnachten ist, irgend jemandem etwas geben. Ich bin Mitglied in verschiedenen Organisationen. Besonders angetan bin ich von der Arbeit und Lebensleistung Dr. Adaris. Davor ziehe ich meinen Hut. Wichtig findet ich es auch, einfach mal der älteren Nachbarin zu helfen oder Freunden, die Hilfe benötigen. Die Spendengala im Fernsehen geht mir oft zu nahe – Sigrid Thiele aus Walsrode

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