Ist Ihnen die Nachhaltigkeit beim Geschenkekauf auch wichtig?

8. Dezember 2019

Angesichts geringer Kosten nehmen Käufer das Risiko in Kauf, dass die Billigware direkt im Müll landet.

Die Rabattschlachten der Discounter, Supermärkte und Großhändler überbieten sich mit denen im Internet und bescheren volle Auftragsbücher. So rechnet der Logistiker Hermes in den Tagen, zum Beispiel um den „Black Friday“, mit zehn Prozent mehr Sendungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch bei den Wettbewerbern ziehen die Paketmengen an. Mit dem „Black Friday“ und dem anschließenden „Cyber Monday“ nahm das Weihnachtsgeschäft für die Paketbranche Fahrt auf.
Auf der anderen Seite rufen Blogger zum „Verzicht für alle“ auf, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und feierten den „Kauf-nix-Tag“ am 30. November. Selbstkasteiung sei dabei nicht der Weg, vielmehr der Aufruf zum bewussten Konsum. In einer Umfrage stimmten 81 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass Konsumeinschränkungen aller für den Erhalt der Umwelt nötig seien. Eine Umfrage im Hinblick auf Weihnachten zeigt aber auch, dass bei den Geschenken keine Einschnitte zu erwarten sind.

Die Verbraucher beabsichtigen fast genauso viel auszugeben wie im Rekordjahr 2018: im Schnitt 281 Euro (Vorjahr: 282 Euro). Also doch Konsumlust statt Konsumverzicht? Oft stehe hinter Käufen das Streben, etwas angeblich ganz Besonderes zu einem unglaublich günstigen Preis zu bekommen, sagt Ingo Balderjahn, der an der Universität Potsdam über ethischen Konsum forscht. „Für Schnäppchenjäger zählt häufig nicht der Besitz eines Produktes, sondern der Kaufakt an sich.“
Teils bietet die Shopping-App Dinge an, von denen man nicht ahnte, dass sie existieren: neonfarbene Beleuchtung für die Toilettenschüssel oder eine Maschine für Omelette-Röllchen etwa. Angesichts geringer Kosten nähmen die Käufer das Risiko in Kauf, dass die Billigware direkt im Müll landet.

Ich habe nur drei Leute zu beschenken. Die Söhne bekommen Geld, und meine Frau und ich schenken uns nichts. Das ist ziemlich einfach. Was ich haben möchte, kann ich mir selbst kaufen. Es ist im Prinzip nur ein hin- und hergeschenke. Wir sind in der glücklichen Lage, in einem Land zu leben, in dem alles erhältlich ist, und wir können 365 Tage im Jahr schenken. Wenn ich schenke, dann gebe ich mehr Geld aus für Qualität, weil es sich auf den zweiten Blick bezahlt macht. Mit Billigware kommt man nicht weit, habe ich gelernt. Das erlebe ich täglich – lieber weniger, aber gut – Rüdiger Carolus aus Hünzingen

Ja, natürlich lege ich Wert auf Nachhaltigkeit. Qualität hält länger. Ich habe fünf Personen zu beschenken, das genügt. Der Wunschzettel steht. Online-Shopping mag ich nicht. Ich muss die Ware anfassen und sehen und mich von der Qualität überzeugen. Wir gehen mehr als einmal zum Geschenke kaufen los. Meistens kaufen wir im WeserPark oder fahren zu Dodenhof. Bei elektrischen Geräten erkundige ich mich vorher bei Stiftung Warentest, ob die Geräte etwas taugen. Ich bin oft vorher reingefallen. Es ist ärgerlich, wenn das Gerät nach zwei Tagen kaputt ist und zerrt an den Nerven. Das kann man sich sparen – Matthias Strangalies aus Achim

Meine Frau und ich sind Rentner. Wir schenken uns das, was wir benötigen das Jahr über, nicht zu Weihnachten. Sonst sind wir zu Weihnachten immer weggefahren. Nun feiern wir mit unseren drei Kindern, deren Partner, sechs Enkel- und neun Urenkelkinder am 4. Advent Bescherung. Es gibt nur für die Kinder eine Kleinigkeit. Reihum richtet einer von den Kindern oder Enkeln die Feier aus. Wir sind stolz auf unseren Familienzusammenhalt. Wenn, dann kaufen wir nur vor Ort und legen Wert auf Qualität. Da weiß man, dass die Geschäftsleute auch nach dem Kauf ihren Kunden beruhigt in die Augen gucken wollen – Hartmut Gößler aus Walsrode

Ich stamme aus Polen, da haben wir schon seit Generationen nachhaltig gelebt. Das ist für mich nichts Neues. Die Diskussion darum ist wichtig, aber eigentlich muss man das mit der Muttermilch aufsaugen. Diesbezüglich die Rute zu schwingen, bringt nichts, man muss es einfach leben. So habe ich zum Beispiel die Kalender selbst genäht. Wir kaufen online, unterstützen aber auch die Händler vor Ort. Doch bei manchen hat man das Gefühl, dass sie es nicht mehr nötig haben. Wir sparen länger auf ein größeres Geschenk, wie für ein Fahrrad für die Kinder und kaufen nicht willkürlich. Gerne verschenken wir auch Zeit füreinander – Violetta Arndt aus Walsrode

Ich habe 30 Personen zu beschenken. Dazu gehören aber auch Freunde und Nachbarn. Ich sehe zu, dass ich rechtzeitig los komme, sonst wird es zu stressig. Ich kaufe immer vor Ort, da kann ich es genau angucken und im Notfall umtauschen. Ich habe einmal im Internet gekauft, und da kamen die Geschenke zu spät. Bei der Menge an Geschenken gucke ich, dass es günstig ist. Bei größeren elektrischen Geräten achte ich mehr auf die Nachhaltigkeit und lege auch im Alltag Wert darauf. Bei elektrischen Geräten, wie bei Fernsehern, macht es sich einfach bezahlt, Qualität zu kaufen – Steffan Hogrefe aus Walsrode

Es kommt darauf an, was sich meine Leute wünschen. Es gibt keine elektrischen Geräte, sondern Klamotten, Spiele oder Fan-Artikel. Teils kaufen wir vor Ort, teils im Internet, weil man hier nicht alles bekommt. Zum Beispiel Fan-Artikel vom American Football gibt es hier nicht. Ich habe fünf Enkel, die ein Geschenk erhalten, und ein persönliches Geschenk gibt es für den Lebensgefährten. Dazu ein Wichtelgeschenk für einen Erwachsenen, dessen Name im November gezogen wurde. Auf der einen Seite möchte ich lange etwas vom Produkt haben, andererseits muss ich auch auf den Preis achten – Ilona Scheuer aus Walsrode

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