Ist für Sie die Landtagswahl wichtiger als die Bundestagswahl?

15. Oktober 2017

Kaum sind die Ergebnisse der Bundestagswahl offiziell bestätigt, werden am heutigen Sonntag schon wieder die Wahlurnen aufgestellt.

Eigentlich wurde der Termin für die nächste Landtagswahl in Niedersachsen von der Landesregierung auf den 14. Januar 2018 gelegt. Aber am 4. August verlor die rot-grüne Regierungskoalition in Niedersachsen ihre Ein-Stimmen-Mehrheit und so gibt es vorgezogene Neuwahlen. Die niedersächsische Abgeordnete Elke Twesten hatte mit ihrer Entscheidung, nach 20 Jahren die Grünen zu verlassen und Christdemokratin zu werden, ein politisches Beben in Niedersachsen ausgelöst und die rot-grüne Landesregierung um ihre knappe Mehrheit gebracht. Voraussetzung für die Neuwahlen war, dass sich der Landtag selbst auflöste.

Im Frühjahr 2017 wurden in den 87 Wahlkreisen des Landes Niedersachsen die meisten Kandidatinnen und Kandidaten zur Landtagswahl nominiert. Der Landtag besteht aus mindestens 135 Abgeordneten. Mit der Erststimme wählt man eine konkrete Person aus dem Wahlkreis. Wer aus seinem Wahlkreis die meisten Stimmen bekommt, zieht direkt in den Landtag ein. Bei der Erststimme gilt: „Der Gewinner bekommt alles.“ Mit der Zweitstimme entscheidet der Wähler über die Stärke und Sitzanzahl der einzelnen Parteien im Landtag. Die weiteren Abgeordneten ziehen über die Landeslisten der jeweiligen Parteien in den Landtag ein. Diese 48 Plätze werden dabei so verteilt, dass am Ende die Stimmenanteile im Landtag dem Verhältnis der Zweitstimmen bei der Wahl entsprechen.

Wichtig sind beide Wahlen, weil es um unsere Meinung geht. Zur Wahl gehe ich auf jeden Fall. Wenn ich nicht wähle, wähle ich automatisch die Falschen, die ich nicht haben will. Die lokalen Politiker sind bekannt – teilweise persönlich. Aber ich weiß, welche Partei für mich wichtig ist und an erster Stelle steht. Themen wie Natur, Umwelt und Bio sind für mich wichtig. Es ist alles offen, was das Ergebnis angeht. Mal schauen, welche Versprechen nach der Wahl eingehalten werden – Hannes Müller aus Walsrode 

Die Landtagswahlen sind auch wichtig, weil wir direkt betroffen sind. Ich habe mich noch nicht entschieden, gehe aber zur Wahl, weil es mein gutes Recht ist, meine Stimme abzugeben. Ich schätze die Wahlbeteiligung liegt bei 50 Prozent. Es ist noch alles offen, man kann nicht sagen, welche Partei gewinnen wird. Mich ärgert die Steuerverschwendung, wie sie jüngst im „Schwarzbuch“ veröffentlicht wurde. Darauf sollte mehr geachtet werden und das Geld lieber in Schulen und Bildung investiert werden – Wladimir Sartison aus Bomlitz

Mir sind beide Wahlen wichtig. Wichtig ist, dass man durch seine Kandidaten vertreten wird. Je mehr wählen, um so mehr wird verhindert, dass wir in bestimmte Richtungen, zum Beispiel nach „rechts“ rutschen. Man kann durch seine Stimme und seinen Politiker etwas bewirken. Viele beschweren sich, gehen aber nicht wählen. Die Aussage „Es ändert sich nichts“ ist nicht richtig. Ich hoffe, dass im Landtag alles so bleibt – Hans-Joachim Gallert aus Ha- demstorf

Die Landtagswahlen sind wichtiger, weil es um unser eigenes Bundesland geht und nicht weitläufig um Deutschland. Mit Themen wie Schule und Umwelt befasse ich mich seit Tagen, welcher Kandidat wofür steht. Ich glaube, die Wahlbeteiligung wird besser sein, aber nicht sehr. Im Landtag wird sich die Aufteilung der Mandate ändern, wie bei der Bundestagswahl, da die kleinen Parteien auch mehr Stimmen bekommen – Silvia Passärge aus Bierde

Ich gehe wählen, um meiner Pflicht nachzukommen. Ich finde die Bundestagswahl und die Landtagswahl gleich wichtig, weil es um unsere Demokratie geht. Es wird keinen Regierungswechsel im Landtag geben. Die SPD bleibt die stärkste Partei. Die CDU hat in ihrer Rolle der Opposition zu viel „Klamauk“ veranstaltet. Bei den Untersuchungsausschüssen ist auch nichts bei herausgekommen. Ministerpräsident Weils Reden wurden mit VW abgestimmt und es wurde viel totgeschwiegen – Hans-Heinrich Buse aus Bomlitz

Die Landtagswahl ist nicht so wichtig, wie die Bundestagswahl. Ich bin ein Gegner der Aufsplittung von Deutschland. Ich bin für einheitliche Gesetze der Länder. Zum Beispiel Schulen: Warum muss jedes Bundesland unterschiedliche Schulbücher haben? Das betrifft auch die Lehrerausbildung und die Gehälter. Ich bin für die Vereinheitlichung und auch für die Wahlpflicht. 50 bis 60 Prozent sind nicht repräsentativ. Eine Wahl unter 70 bis 80 Prozent muss als ungültig erklärt werden – Bruno Stadie aus Bomlitz

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