Ist die Kassenbonausgabepflicht sinnvoll?

12. Januar 2020

Neue Regelung seit Jahresbeginn in Kraft

Bis 2020 hatten die meisten Verbraucher den Kaufbeleg lediglich für den Garantiefall oder einen möglichen Umtausch aufgehoben, oder um die getätigten Ausgaben später in ein Haushaltsbuch einzutragen. Das ändert sich nun: In Deutschland soll durch das Inkrafttreten der Kassensicherungsverordnung, unter die auch die Kassenbonpflicht fällt, der Steuerbetrug gemindert werden. Aus diesem Grund sind Ladenbesitzer verpflichtet, bis Ende September ihre Kassen mit der technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) fälschungssicher zu machen. Durch das System wird jede Transaktion unwiderruflich aufgezeichnet und automatisch ein Kaufbeleg ausgedruckt.

Zwar gilt die Kassensicherungsverordnung seit dem 1. Januar, allerdings hat das Finanzministerium mitgeteilt, dass es keine Annahmepflicht seitens der Kunden gibt. Anders als beispielsweise in Italien oder Österreich wird also nur der Händler zur Ausgabe des Kassenbelegs verpflichtet (Belegausgabepflicht). Ob Verbraucher die Quittung anschließend auch mitnehmen, bleibt ihnen überlassen. Experten gehen davon aus, dass die Umrüstung der Kassen den Steuerbetrug eindämmen kann. Denn durch TSE wird bei jeder Transaktion aufgezeichnet, was, zu welchem Preis verkauft wurde. So könnten laut Bundesfinanzministerium, auch bei einer kurzfristigen Kassenprüfung, alle Einnahmen eines Geschäftes fälschungssicher und lückenlos dargestellt werden.
Dass bei jeder elektronischen Transaktion automatisch eine Quittung ausgestellt und ausgedruckt wird, kritisieren Ladenbesitzer und der Handelsverband Deutschland (HDE). Nach deren Angaben werden durch die Kassenbonausgabepflicht Kaufbelege von insgesamt zwei Millionen Kilometern Länge zusätzlich pro Jahr produziert. Dies gehe vor allem zulasten der Umwelt. Darüber hinaus werden die Ausgaben für die Geschäfte deutlich steigen, da die Umrüstung der Kassensysteme bis zu 500 Euro pro Kasse kosten kann, heißt es laut Verband. Und das wiederum könnte sich auf die Verbraucherpreise niederschlagen.

Ich bin der Meinung, dass man auf die Bonpflicht verzichten könnte. Unter dem Strich spricht der Umweltfaktor, im Verhältnis zur Effizienz der Einnahmen für das Finanzamt, dagegen. Ich selbst nehme den Bon nie mit. Die kleinen Beträge muss ich nicht in der Haushaltsbuchführung auflisten. Ich finde es typisch deutsch, dass sich über die Bonpflicht und über alles andere aufgeregt wird, als konstruktiv darüber zu reden – Pascal Graß aus Bad Fallingbostel

Es ist mir egal. Wenn es eine Umtauschmöglichkeit gibt, nehme ich den Bon natürlich mit, aber nicht bei Bäckersachen. Zum Absichern der Finanzen macht das System vermutlich Sinn, aber für den Kunden ist es irrelevant. Es bereitet auf jeden Fall mehr Müll. Ich kann die Regelung für das Umtauschen verstehen, aber nicht beim Bäcker. Es ist so typisch deutsch. Ich bin öfters in der Türkei. Da geht alles viel „harmloser“ zu. Man bezahlt mit Geld und geht wieder. Sie sparen sich den Bon, haben aber dafür viel Plastiktüten. Das Leben dort ist einfacher – Max Justen aus Bomlitz

Ich finde die Regelung lächerlich. Für ein, zwei Brötchen nehme ich den Zettel nie mit. Den findet man später auf der Straße wieder. Den Ärger der Bäcker kann ich gut verstehen, weil keine Nachfrage da ist. Und wenn jemand den Bon benötigt, kann er ihn anfordern. Die meisten Kassen haben bereits das Chip-System. Daher kann man es anders regeln und braucht nicht diesen Mehraufwand an Papier. Wenn das Finanzamt etwas sucht, findet es auch etwas. Die meisten wollen den Bon jedenfalls nicht haben. Bei Reklamationen ist es etwas anderes. Aber bei dem „Kleckerkram“ ist es albern – Annegret Bertram aus Walsrode

Ich finde das System nicht gut. Es ist eine totale Verschwendung. Die Zettel fliegen überall herum, und der Aufwand steht in keinem Verhältnis, was die Einnahmen betrifft. Es muss immer mal wieder etwas Neues auf den Tisch, damit sich die Politiker ins Gespräch bringen können. Hauptsache der Name taucht in den Medien auf. Ich hatte bisher noch nicht das Problem, da ich im Lebensmittelladen beim Backshop Brot und Brötchen mitnehme. Da bekommt man den großen Einkaufsbon am Ende an der Kasse. Aber den brauche ich auch nicht – Elisabeth Höschen aus Walsrode

Es ist völlig überflüssig. Die Bäcker haben den Nachweis im Kassensystem, wenn die Ware eingebongt wurde. Es ist schon registriert. Der Bon ist dann nur eine unnötige Papierverschwendung. Er ist lediglich ein Nachweis für den Kunden, dass die Ware eingebongt wurde, das Finanzamt steht ja nicht daneben. Ich möchte den Bon meistens gar nicht haben, außer ich kaufe für die Firma ein. Da benötige ich einen Nachweis. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es mehr Steuereinnahmen bringt – Petra Matthias-Kremer aus Hedern

Es ist ein Mehraufwand, und im Verhältnis ist der Erfolg zu gering. Man nimmt die Ware mit, und es ist erledigt. Eine Quittung braucht man nicht. Es ist nur für die Verkäuferinnen mehr Arbeit. Der Olaf Scholz meint, dass es ihm zehn Millionen mehr Steuereinnahmen am Jahresende bringen wird. Aber das wird es nicht. Er verspricht sich zu viel davon. Dabei bringt es uns nur immer mehr Bürokratie – Adolf Wellerdt aus Walsrode

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