Ist die Ablösesumme von 150 Millionen Euro für einen Fußballer berechtigt?

10. September 2017

Der Wahnsinn hat einen Namen „Ousmane Dembélé“

150 Millionen Euro Ablöse beträgt der zweitteuerste Transfer der Fußball-Geschichte! So viel wurde für den Wechsel des 20-Jährigen von Dortmund nach Barcelona bezahlt, nach Streik, viel Theater und Endlos-Poker. Am Rande der Champions-League-Auslosung einigten sich Dortmund und Barca: 120 Millionen Euro sofort plus maximal 30 Millionen Bonuszahlungen. Damit können die Dortmunder im besten Fall auf ihre geforderten Summe von 150 Millionen Euro kommen.

Wirtschaftlich ist der Dembélé-Deal für Dortmund ein Sechser im Lotto. Der Offensiv-Star (33 Millionen Marktwert) kam vor einem Jahr für 15 Millionen Ablöse von Stade Rennes. Dortmund kassierte jetzt das Zehnfache, muss davon rund 20 Millionen an Rennes weiterreichen. Zwei Tage nach einem ersten und ergebnislosen Transfer-Gipfel am 8. August trat Dembélé in einen Trainingsstreik, wollte seinen Wechsel so offenbar erzwingen. Dortmund bliebt trotzdem hart, forderte 150 Millionen Euro. Das ist jedoch „lediglich“ die zweithöchste Transfersumme.

Der teuerste Transfer der Welt war der von Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain für 222 Millionen. 105 Millionen zahlte Manchester United an Juventus Turin für Paul Pogba und liegt somit an dritter Stelle. Für Gareth Bale gab es 101 Millionen, der von Tottenham zu Real Madrid wechselte. Für „Otto-Normal-Verbraucher“ eine schier unfassbare Summe, die zeigt, wie irrational die Preise im Fußball explodieren, alleine durch Scheichs, Oligarchen, TV-Milliarden.

Die Summe ist nicht berechtigt, sie ist einfach zu hoch. Da sollte der Verein lieber viele kleinere Beträge in die Nachwuchsförderung inves-tieren. Der Sport ist mit Ehrgeiz verbunden, der aus einem selbst herauskommen sollte und das geht auch mit weniger Geld. Geld brauchen die Spieler, keine Frage, aber nicht in dem Maße. Ich gucke die Bundesliga wenn Werder Bremen und der HSV spielen – das sind meine Favoriten. Die Vereine könnten die Eintrittskarten günstiger verkaufen, damit auch Leute ins Stadion kommen, die nicht so viel Geld haben – Anke Rübke aus Wittlohe

Es ist ein Wahnsinn! Die Summe ist nicht zu vertreten. Fußballspieler sind für die Allgemeinheit ein großes Thema und sollten auch gut bezahlt werden, aber nicht durch solche Ablösesummen. Man kann nicht verstehen, dass die Vereine solche Beträge ausgeben. Sie sollten andere Prioritäten setzen, zum Beispiel könnte man mit der Summe gut den Jugendsport fördern. Es ist aber leider so. Ich schaue nur Spiele vom HSV und Europa- und Weltmeister-schaften sowie Frauenfußballspiele im Fernsehen an – Hans-Jürgen Köhnen aus Walsrode

Die Summe sprengt jeglichen Rahmen. Die Sicherheit in den Stadien übernimmt der Steuerzahler und wenn man die Ablösesumme sieht, ist das nicht gerecht. Es ist auch ein irrer Druck für die jungen Menschen. Der teuerste Spieler wurde für 220 Millionen verkauft, nur um von einem Verein zum anderen zu wechseln – unvorstellbar. Ein normaler Verdiener kann das nicht verstehen. Ich bin Bayern-Fan, aber ich gucke nur, was im Fernsehen frei zugänglich ist. Die Übertragung der Spiele sollte freigegeben werden – Karin und Karl-Heinz Auerbach aus der Oberpfalz

In dem Fall ist die Summe berechtigt. Bei dem, was sich Ousmane Dembélé geleistet hat, kann Dortmund froh sein, dass er weg ist. Nun kehrt Ruhe ein und sie können sich auf das Wesentliche – den Fußball – konzentrieren. Wie er sich benommen hat, ist nicht in Ordnung. Es war genau die gleiche Geschichte mit seinem vorherigen Verein. Er ist nicht zum Training erschienen und hat provoziert, rausgeworfen zu werden. Nun ist er für die französische Nationalmannschaft gesperrt. Er ist ein schlechtes Vorbild für junge Menschen – Christiane Heinke aus Krelingen

Ich bin Dortmund-Fan und kann die Ablösesummen nicht verstehen, die die Vereine bezahlen. Es wäre gut, wenn es eine Obergrenze gäbe, die unter zehn Millionen liegt. Meiner Meinung nach, müsste der Spieler gesperrt werden. Nun geht er nach Barcelona. Die Vereine sollten viel mehr Geld in die Jugendförderung stecken, sodass es wieder einen Anreiz gibt, Fußball im Verein zu spielen. Ich gucke alle Spiele der Dortmunder, aber auch andere. Favorit ist für mich Manchester City – Volkmar Heinke aus Krelingen

Wenn die Vereine so große Summen für einen Spieler zahlen können, können sie auch die Sicherheitsmaßnahmen und Einsatzkräfte während der Spiele zahlen. Es ist eine unfassbare Summe, die man anders einsetzen könnte. Mit dem Geld gäbe es viele sinnvollere Möglichkeiten, zum Beispiel die Jugend zu fördern oder in den Umweltschutz zu investieren. Ich gucke Fußball nur minutenweise, aber mein Mann und mein Sohn gucken die Spiele. Mein Mann ist St. Pauli-Fan, mein Sohn Werder und Dortmund-Fan – Anna Winkelmann mit Malin aus Böhme

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