Fotos: Heinemann

Irische Vielfalt mit Star-Wars-Kulisse als Deko

21. August 2016

Aktivreise an der Westküste – Natur, Geschichte, Küche und Entspannung

Irland, die „grüne Insel“: Schon beim Anflug auf die Hauptstadt Dublin leuchtet einem die Natur entgegen! Das Klima ist mild, der Erholungswert hoch, die Freizeitgestaltung vielfältig – zum Beispiel an der Westküste der irischen Insel. Thomas chauffiert uns im Kleinbus souverän rund 300 Kilometer von Dublin aus quer durchs Land über gerade Autobahnen und ginstergesäumte Schnellstraßen. Es geht Richtung Westküste nach Tralee, gälisch Trá Li. „Gälisch ist Pflicht in der Schule, seit 2004 EU-Sprache und wird in einzelnen Orten immer noch gesprochen“, erläutert Reiseleiterin Brenda. Je näher die Küste kommt, desto bergiger wird es. Erste Übernachtung im Ballygarry House, stilvoll eingerichtet, in einem kleinen Park gelegen, gutes Restaurant, hauseigener Pub. Sláinte! Prost!

Brendas Kollegin Mairin kennt sich auf der Dingle-Halbinsel aus, wo Unternehmen wie Dinglebaycharters Touristen einen Eindruck vom Hochseeangeln vermitteln. Dingle lebt vom Tourismus, seinem Fischereihafen und besonders von Fungi, dem umtriebigen Delphin. Er macht sich einen Spaß daraus, kleinere Touristenboote beim Hinausfahren aus der Bucht zu begleiten. Während wir vom Boot aus selber unser Mittagessen angeln, schwimmt er mit, taucht genau dann auf, wenn wir ihn eigentlich an ganz anderer Stelle vermuten.

Gefühlt heißen die meisten Iren Murphy, wie Marc, Chef der örtlichen Cookery School. Er hilft uns, Makrelen auszunehmen für ein Mahl, das mit einer Crème brûlée endet. Mit dem Rad geht es über 20 Kilometer an einer schmalen, bergigen Küstenstraße entlang. Die Autos fahren links. Und weil die, die hinterm Steuer sitzen, geduldig sind, fühlen wir uns zu keiner Zeit unsicher, „erfahren“ im Wortsinn auf zwei Rädern, dass die Berge in Irland immerhin bis zu 1.000 Meter hoch sind. Wer Ruhe ohne jedes Hintergeräusch sucht, findet sie im Carrig Country House am Caragh Lake, umgeben von Wald nahe Killorglin.

Mit Monika aus Frankfurt wandern wir auf Valentia Island. Auf dem Fußweg zur Hügelspitze trifft man mehr Schafe als Menschen. Die Vierbeiner genießen hier eine kaum gekannte Bewegungsfreiheit, sind aufgrund der regelmäßigen Schur farblich entsprechend gekennzeichnet. Von oben wird der Blick frei auf die Skellig Rocks, zwei herausragende Felsen einige Kilometer vor der Küste, bekannt als Star-Wars-Filmkulisse. Die achte Folge wird gerade gedreht.

Meeresbiologin Lucy Hunt von SeaSynergy Waterville erläutert nicht nur, welche Schlüsse über die Meeresbewohner von damals und heute nach zahlreichen Funden gezogen werden können. Sie erzählt auch, dass der Aussichtsplatz, auf dem wir uns befinden, der beste in Europa sei, um Wale und Delphine zu beobachten. Zudem hat der Ort einen historischen Hintergrund: 1966 sind von hier 350.000 Meilen Kabel für die Transatlantikkommunikation nach Neufundland gelegt worden. Der Waterville-Club, einer der bekanntesten seiner Art im ganzen Land, bietet Golf-Schnupperstunden an. Wer sich anschließend hier nahe dem Städtchen Sneem einquartieren will, kann dies im architektonisch beeindruckenden Parknasilla tun.

Das internationale Haus arrangiert für Gäste auch Touren mit Elektro-Kajaks. Nicht weit entfernt bei Caherdaniel im Derrynane House ist Daniel O’Connell geboren, als „The Liberator“ der „herausragende Politiker Irlands in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts“. Beim Segeln in dieser Gegend staunt man nicht schlecht, dass es an einigen Ecken Irlands sogar Sandstrand gibt.

Killarney, Wiege des irischen Tourismus, liegt mehr im Inselinneren. Vom Lake Hotel aus lassen sich eindrucksvolle abendliche Aussichten auf den See hinaus genießen. Das Danny Man im Eviston House in Killarney ist vollbesetzt. Es wird gefeiert, natürlich mit Guinness und Musik. Uilleann pipe heißt das Instrument, das der junge Mann spielt. Echt irisch, denn es wird nicht mit dem Mund, sondern über einen mit dem Ellenbogen betätigten Blasebalg mit Luft versorgt. Auf feine Unterschiede legen Iren wert. Deshalb besser nicht „Dudelsack“ sagen.

Angela Heinemann

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