Fotos: Charlotta Spöring

Fotos: Charlotta Spöring

Irgendwo zwischen Tradition und Innovation

18. September 2016

Aarhus ist Europäische Kulturhauptstadt 2017 und hat große Pläne für das kommende Jahr

Viel zu bieten: Die dänische Stadt Aarhus heißt ihre Besucher mit mehrfach ausgezeichneter Gastronomie und beeindruckender Architektur willkommen. Im kommenden Jahr schaut ganz Europa auf die Stadt im Jütland, denn sie ist zu Europas Kulturhauptstadt 2017 gewählt worden. Aarhus hat bewiesen, dass kreative Städte zu Weltstädten werden können. So hat die zweitgrößte Stadt Dänemarks in den vergangenen Jahren ein enormes Wachstum erfahren, wobei der altstädtische Flair stets bewahrt wurde. Jährlich ziehen etwa 4.000 Menschen nach Aarhus, um dort ein neues Leben zu beginnen.

Einige beeindruckende Museen zeichnen das Bild von Aarhus. Das Kunstmuseum Aros bietet ein wechselndes Angebot an verschiedenen Ausstellungen. Diese reichen von Gemälden über abstrakte Kunstwerke bis hin zu moderner Fotografie. Auf dem Dach des Museums befindet sich „your rainbow panorama“, eine aus getöntem Glas bestehende Panorama-Plattform, von der aus sich dem Besucher ein atemberaubender Blick über die komplette Stadt bietet.

Das Freiluftmuseum „Den Gamle By”, zu deutsch „Die Alte Stadt“, gehört zu den großartigsten Sehenswürdigkeiten der Welt. Das Museum ermöglicht eine Reise durch die Zeit und zeigt mit rund 80 Häusern und vielen Statisten verschiedene Perioden der dänischen Geschichte vom 17. bis ins 20. Jahrhundert. So lassen kleine Läden, eine Brauerei oder eingerichtete Appartments die Geschichte lebendig werden.

Das erst im Oktober 2014 eröffnete Moesgard-Museum zeigt auf einer Fläche von rund 15.000 Quadratmetern Kultur, Natur und Architektur aus Dänemark. Dabei wird der Besucher auf einen Rundgang durch die Jahrtausende eingeladen. Er begegnet den ersten Menschen, geht auf den Spuren der Wikinger und findet sich dann in einer Schlacht im alten Rom wieder. Spannend ist es auch, die Geschichte des „Grauballe-Manns“ zu entdecken, einer in Dänemark gefundenen Moorleiche aus der Eisenzeit. Aufgrund der natürlichen Gerbprozesse im Moor wurde die Leiche nahezu vollständig konserviert und sorgt nun im Museum für faszinierte Gesichter und Gesprächsstoff.

Die erst im vergangenen Jahr fertiggestellte Bibliothek „DOKK1“ ist ein beliebter Treffpunkt für Einwohner und Touristen geworden. Von außen deutet nichts auf eine Bücherei hin, wie man sie kennt: Das moderne Gebäude direkt am Hafen besteht auf den ersten Blick fast nur aus Glas. Architektonisch sehr modern und ausladend gestaltet, beinhaltet die Bibliothek nicht nur stille Ecken für Leseratten. Neben der Touristinformation können es sich die Besucher im hauseigenen Café gemütlich machen. Auch Spielbereiche für Kinder sind eingerichtet worden, die junge Eltern entlasten sollen. Im ganzen Gebäude lassen sich kleine oder größere Kunstwerke entdecken, wie beispielsweise den „Gong“. Dieser ist mit der städtischen Geburtsklinik verbunden und läutet jedes Mal, wenn ein Kind zur Welt kommt.

Nach wie vor stammen die meisten Touristen in Dänemark aus Deutschland. Für den Norddeutschen bietet sich ein Aufenthalt besonders an, da man das Land beinahe mit einem „Katzensprung“ erreichen kann. Nicht nur Geschichte zieht jedes Jahr Gäste in Schaaren nach Aarhus. Nirgendwo im Land gibt es eine höhere Studenten-Rate als in der zweitgrößten Stadt Dänemarks. Aarhus bietet für junge Besucher ein extraordinäres Nachtleben vom Irish Pub bis hin zu mehrstöckigen Diskotheken. Im „Latinerkvarteret“, auf deutsch Wikingerviertel, laden kleine Boutiquen, bunte Läden, Straßenkünstler sowie Restaurants mit lokalen und internationalen Spezialitäten zu einem gemütlichen Stadtbummel ein. „Nirgendwo in der Stadt lässt sich so gut einkaufen wie in der Altstadt von Aarhus“, so Heidi Lindberg von VisitAarhus.

Eine einzigartige Atmosphäre bieten auch die vielen kleinen Bars und Restaurants, die entlang des Aarhus Å gelegen sind, dem Fluss, der im Hafen von Aarhus in die Ostsee mündet. Der jüngste Stadtteil, Aarhus Ø, ist ein Aushängeschild für die Innovation und Einzigartigkeit der Stadt. Das Wahrzeichen von Aarhus Ø ist der „Isbjerget“, ein Wohnkomplex aus Glas in Form von Eisbergen, der direkt am Meer gelegen ist.

Genussliebhaber finden in Aarhus ein Reiseziel von besonderer Bedeutung, denn Aarhus wird nicht umsonst auch „Stadt der Gastronomie“ genannt. Frischer Fisch, knackiges Gemüse und traditionelle Speisen locken Gäste aus vielen Ländern an, um in einem mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Restaurants zu speisen. Aber auch für kleines Geld lassen sich hervorragende Delikatessen erwerben, so etwa beim alljährlich stattfindenden Streetfood-Festival. Dort werden viele Produkte vorgestellt, die Besucher dürfen sich durch die Stände „durchprobieren”. So macht der ein oder andere vielleicht Bekanntschaft mit Seegras-Pesto, gerösteten Mehlwürmern in Chili oder auch Wein ohne Alkohol. Aber auch „internationale Gerichte“ wie Pizza, Tartar und Nudeln sind dort zu bekommen. Wer es ganz traditionell mag: Die besten „Smörrebröds“ gibt es im „Käler Spisesalon“, verrät Touristenführerin Heidi Lindberg.

Aufgrund des facettenreichen Kulturangebotes wurde Aarhus zur Kulturhauptstadt bestimmt. So werden mehr als 350 Projekte und ein Programm, das sich über das gesamte Jahr 2017 erstreckt, in Aarhus und Umgebung Kunst und Kultur lebendig machen. Die Zeiten der eintönigen Ausstellungen sind vorbei: So wird sich eine vier Kilometer lange Kunstzone von der Stadtmitte bis zum Strand entfalten. Umgerechnet rund 60 Millionen Euro investiert die Stadt in neue Installationen und Projekte. Das Motto im kommenden Jahr lautet “Rethink” und verleitet dazu zu hinterfragen, inwiefern Kunst Veränderungen im Leben hervorrufen kann. Unter der Schirmherrschaft von Ihrer Majestät Königin Margrethe II. verspricht die Stadt “ein ganz besonderes, herausforderndes und herrliches Jahr voller Kunst und Kultur”.

Charlotta Spöring

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