Inwieweit berührt Sie die Flutkatastrophe?

25. Juli 2021

Unfassbare Mengen Wasser rauschten in den letzten Wochen durch Dörfer und rissen alles mit.

Menschen starben, Häuser und Brücken stürzten ein. Die Bilder vom Unwetter in den vergangenen Wochen vor allem im Westen von Deutschland haben die Menschen erschüttert. Gleichermaßen rollte eine Welle der Hilfsbereitschaft und Spendenaufkommen an. Angesichts der dramatischen Bilder wächst allgemein die Sorge vor immer heftigeren Unwettern. Ist das auch bei uns im beschaulichen Niedersachsen möglich? „Starkregen kann überall und jederzeit auftreten“, sagt Uwe Petry von der Hochwasservorhersagezentrale des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Hildesheim. 

Die Behörde beschäftigt sich schon lange mit dem Klimawandel und den Folgen für die Wasserwirtschaft im Land. Auch in der Vergangenheit habe es schon extreme Niederschlagsereignisse gegeben. „Unsere Analysen zeigen aber, dass wahrscheinlich im Zuge des sich wandelnden Klimas die extremen Ereignisse, wie etwa Hochwasser, aber auch Trockenheit, intensiver und auch häufiger auftreten können“, berichtet Petry.
Besonders problematisch wird es, wenn viel Wasser innerhalb kurzer Zeit etwa in dichten Siedlungen oder enge Flusstäler ströme, in denen die Fluten nur schwer versickern können und sich daher stauen. Wie aus einer im April diesen Jahres veröffentlichten Analyse des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft hervorgeht, ist jedes zehnte Wohnhaus in Niedersachsen durch Starkregen gefährdet, weil es in einem Tal oder nahe einem kleinen Gewässer liegt. Der regionale und lokale Hochwasserschutz ist Aufgabe der Kommunen. In Bad Salzdetfurth (Kreis Hildesheim) läuft derzeit ein Modellprojekt zur Starkregenvorsorge. Dort sollen Risikokarten helfen, Maßnahmen gegen Starkregen abzuleiten. Einige Wasserverbände bieten solche Gefahrenkarten bereits an.

Wir haben tatsächlich auch schon gespendet und haben einen Mandanten, der nachfragte, wo man Spenden sammeln und bündeln kann. Ich finde es toll, Engagement zu zeigen und sich damit auseinanderzusetzen. Die Sachspenden sind mittlerweile sehr viel geworden und füllen ganze Hallen am Nürburgring. Dabei wissen sie nicht mal wohin damit. Da sind wir an einem Punkt angekommen, wo eher finanzielle Unterstützung, vor allem auch von staatlicher Seite aus, wichtig ist. Es geht ja auch schnell, wenn der Druck da ist – siehe Corona. Die eigene Betroffenheit ist da, weil es sich direkt vor der Tür abspielt. Es muss ein Umdenken erfolgen, um Erfolge im Klimawandel zu erreichen – Björn-André Werner aus Walsrode

2013 war die Flutkatastrophe an der Elbe. Ich war damals als Soldat dabei. Wir haben gemeinsam mit der Feuerwehr in Lüchow-Dannenberg und Umkreis Barrikaden mit Sandsäcken erstellt. Wir waren von Anfang an insgesamt vier bis sechs Wochen unterwegs und haben in Schichten geschlafen. Das Hochwasser war auch nicht weit weg von uns. Da kommen einige Gefühle wieder hoch. Es sind bedrückende Schicksale, die einen berühren und mitnehmen. Wir haben aber auch viel Dankbarkeit aus der Bevölkerung erfahren, die uns damals zusätzlich, neben dem Essen von der Bundeswehr, mit Lebensmitteln, wie Obst und Kuchen, versorgte. Das Gefühl, helfen zu wollen, ist definitiv wieder da. Ich bin patriotisch und würde mich auch jederzeit wieder einsetzen, wenn es hier brennt. Schade ist, dass die Jugend heutzutage nicht so denkt – Marvyn-Noél Karow aus Bad Fallingbostel

Ich habe bereits gleich am Sonnabend gespendet. Es geht mir persönlich sehr nahe. Beim Elbe-Hochwasser 2013 waren wir von der Walsroder Kaufmannschaft in Seegrehna, auf der anderen Seite von Wittenberg, im Einsatz. Dort haben wir den Menschen beim Aufräumen und „Saubermachen“ geholfen, später beim Streichen und Fliesen legen. Wir waren drei Wochen im Einsatz. Es war eine schwere Katastrophe, die mir heute noch nahe geht. Wir waren vor drei Wochen in Wuppertal im Urlaub und haben Bekannte besucht. Die sind aber nicht vom Hochwasser betroffen, da sie höher liegen. Jeder sollte spenden und helfen, wie er kann – Kalle Pientka aus Walsrode

Die Flutkatastrophe ist total schrecklich und irgendwie surreal, weil, solange ich lebe, hier noch nie so etwas passiert ist. Die Katastrophe fand nur drei Stunden von uns entfernt statt. Es ist so nahe! Ich habe auch vor zu spenden, da es auf jeden Fall hilft. Es kann aber auch nächstes Jahr wieder passieren und ist ein Symptom des Klimawandels. Wir machen auch bei der Aktion „Fridays for future“ mit und erwarten von der Politik, dass ganz schnell etwas passiert. Nur so geht es, weil die Natur immer stärker ist als die Menschen, wie man sieht. Ich versuche schon, so nachhaltig wie möglich zu leben und bin fast Veganerin. Man versucht es im Kleinen, fährt weniger Auto und kauft regional. Viele kleine Schritte sind auch sinnvoll und helfen – Laura Hogrefe aus Walsrode

Es ist total schrecklich. Wir Schüler bekommen es aber gar nicht so mit. Ich habe es im Internet gelesen, weil ich explizit danach gesucht habe. Es ist besonders schlimm, weil es nicht so weit entfernt ist. Es könnte auch bei uns passieren. Auch hier merkt man den Klimawandel am Wetter, und es wird nicht besser! Es muss sich etwas ändern. Das erwarte ich aber nicht direkt von den Politikern, vielmehr muss die Bevölkerung aufwachen. Jeder muss bei sich anfangen. Wenn das nicht freiwillig passiert, muss die Politik Maßnahmen ergreifen. Ich selbst fahre viel Fahrrad und esse kein Fleisch. Meine Generation kann man leichter aufklären, zum Beispiel, was den Fleischkonsum betrifft. Jeder kann etwas dazu beitragen, den Klimawandel zu stoppen – Zuzanna Drozdz aus Walsrode

Es ist furchtbar, schlimmer als schlimm, weil es so dicht dabei ist! Vor dem Feuer kann man weglaufen, vor Wasser nicht! Ich bin 91 Jahre alt, habe so etwas aber noch nie in Deutschland erlebt. Ich bin selbst vom Krieg verschont geblieben. Das Wasser hat so eine Kraft. Die Menschen haben alles verloren, nur das, was sie am Leib hatten, behalten. Spenden ist kein Problem. Ich spende auch immer für die DLRG. Es wird nur schwer, alles wieder aufzubauen. Das kostet mehrere Milliarden und wird nie das sein, was man gehabt hat. Von nichts kommt nichts! Das ist der Klimawandel. Es wird immer viel geredet, aber nichts gemacht. Die Leute fahren eh zu viel mit dem Auto, selbst wenn die Spritpreise erhöht werden, nutzt es nichts – Willi Theisen aus Walsrode

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