Foto: Landkreis Verden

In den Alltag integrieren

7. April 2019

Landkreis Verden strukturiert sprachliche Bildung im Kindergarten neu

Die alltagsintegrierte Sprachbildung und Sprachförderung ist seit Mitte vergangenen Jahres als Bildungsauftrag der Kindertageseinrichtungen im sogenannten KiTa-Gesetz verankert. Wurden Kinder mit sprachlichem Förderbedarf bislang durch schulische Lehrkräfte im Rahmen der vorschulischen Sprachförderung im letzten Jahr vor der Einschulung punktuell gefördert, sollen künftig die Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas die Sprachentwicklung von Beginn an unterstützen. Dazu stellt das Land finanzielle Mittel für Fachpersonal und Qualifizierungsmaßnahmen bereit.
Wie die Umsetzung im Landkreis Verden gestaltet werden kann, das beschreibt eine Konzeption, die die Fachberatung Sprache im Fachdienst Jugend und Familie des Landkreises gemeinsam mit den Kita-Fachberatungen in Verden und Achim sowie verschiedenen Kita-Leitungen aus dem Landkreis erarbeitet hat. Der Konzeptionsentwurf wurde jetzt im Rahmen einer Fachveranstaltung den Kita-Leitungen und -Stellvertretungen sowie den kommunalen und freien Trägern der Kindertagesstätten im Landkreis vorgestellt.
Im Kern geht es um die Verteilung der finanziellen Mittel von jährlich rund 560.000 Euro im Landkreis Verden auf die einzelnen Träger der Tageseinrichtungen. 85 Prozent der Mittel sollen für den Einsatz zusätzlichen Fachpersonals in den Kitas aufgewendet werden. Die restlichen 15 Prozent werden für Qualifizierungen und Fachberatung bereitgestellt. Kindertageseinrichtungen sollen sich so in Form von Teamfortbildungen regelmäßig weiterqualifizieren können.
„Erzieherinnen und Erzieher in der Kita unterstützen die Sprachentwicklung der Kinder von Anfang an – alltagsintegriert und systematisch. Darin bettet sich die vorschulische Sprachförderung ein“, beschreibt Denise Drewes, Fachberaterin mit Schwerpunkt Sprache für Kindertageseinrichtungen beim Landkreis Verden, einen weiteren Schwerpunkt der Konzeption. Die Kinder sollen dabei ausgehend von ihren Kompetenzen und Interessen gefördert werden. Im Mittelpunkt stehe dabei die persönliche Beziehung zwischen Kind und Kita-Fachkraft. Kinder würden Sprache am besten im persönlichen Kontakt, im Dialog und im Handeln mit vertrauten Bezugspersonen lernen. So entstünden Handlungszusammenhänge, die für Kinder bedeutungsvoll seien und sie zum Sprechen animierten, so Drewes.
Aufgabe der Kitas ist es, die Sprachentwicklung der Kinder kontinuierlich zu beobachten und zu dokumentieren. Spätestens zu Beginn des letzten Kindergartenjahres ist für Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung ein Entwicklungsgespräch über die individuelle Sprachkompetenz der Kinder seitens der Kita-Fachkräfte mit den Erziehungsberechtigten zu führen. Wird dabei ein besonderer Sprachförderbedarf festgestellt, soll eine individuelle und differenzierte Förderung auf Grundlage des pädagogischen Konzepts der Kita stattfinden. „Die Zusammenarbeit mit der Familie hat einen hohen Stellenwert“, betont Drewes.

(une/rie)

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