Impf-Anreize und Prämien für Ungeimpfte?

15. August 2021

Angesichts rasch zunehmender Corona-Infektionen kommen immer mehr Vorschläge ins Spiel, um das Impftempo stärker anzukurbeln.

Linken-Franktionschef Dietmar Bartsch sprach sich für eine Impfprämie von 50 Euro für Gastronomie und Einzelhandel aus. Sie dürften aber ausdrücklich nicht über den Online-Handel eingelöst werden. Dies wäre ein Konjunkturpakt über drei bis vier Milliarden Euro für die Innenstädte, die stark unter Corona gelitten haben. Das Bundesgesundheitsministerium äußerte sich zurückhaltend. Hauptanreiz für eine Impfung sollte für alle sein, sich und andere zu schützen.

Der Chef der CSU im Bundestag, Alexander Dobrindt, regte Impfstationen für Urlaubsheimkehrer direkt an Flughäfen oder Bahnhöfen an. Große Einzelhandelsketten wollen Plakataktionen unter dem Motto „Leben statt Lockdown. Lass dich impfen.“ starten. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gab es diese Woche knapp 100.000 Erstimpfungen. „Das ist noch zu wenig, um gut geschützt durch Herbst und Winter zu kommen“, meinte Spahn auf Twitter. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen stieg laut Robert Koch-Institut (RKI) weiter an.
Über Maßnahmen gegen eine neue große Corona-Welle berieten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten die Woche. Dabei ging es auch um Beschränkungen, die nur für Ungeimpfte gelten könnten – ein negativer Test könnte dann nicht reichen.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprach sich dafür aus, dass bei zunehmenden Infektionen und zunehmender Belegung der Krankenhäuser große Sport- und Kulturveranstaltungen nur von geimpften und genesenen Menschen besucht werden können. Einen neuen flächendeckenden Lockdown darf es nicht geben. Impfungen seien das beste Mittel dies zu vermeiden. Diskutiert wird daher über neue Impfanreize.

Es sollte selbstverständlich sein! Geimpfte sollten nicht mit den Ungeimpften über einen Kamm geschoren werden. Alle gehen in die Lokale. Ich muss eine Maske tragen, nur weil einer nicht geimpft ist. Ich finde es unsolidarisch, dass sich die Impfgegner auf die Geimpften verlassen. Es sei denn, sie können sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen. Es könnte so kommen wie bei den Rauchern, die in extra Abteilungen, in Separees müssen. Wir waren in Österreich im Urlaub. Wessen Impfung länger als drei Wochen her ist, gilt als immunisiert und darf überall rein. Freiheit für Geimpfte, aber für eine Impfpflicht sind wir nicht – Horst Schmittger aus Hodenhagen

Ich finde es gut, dass ab September die Corona-Tests von allen, die sich nicht impfen lassen, selbst bezahlt werden müssen. Sie leben auf Kosten anderer und profitieren davon. Alles kostenlos geht nicht. Da sollten die Impfgegner auch die Nachteile tragen und zum Beispiel auch nicht zu Großveranstaltungen zugelassen werden. Impfung ist eine Einstellung, eine Verantwortung anderen gegenüber und sollte selbstverständlich sein. Eine Impfprämie wäre unfair gegenüber den schon Geimpften. Bei Reisen ist es so, dass man am Büfett zusammensteht und sich darauf verlässt, dass die anderen geimpft sind und man so sicher ist – Katy Müller aus Hiddingen

Normalerweise ist es so, dass sich jeder der Allgemeinheit zuliebe impfen lassen müsste, oder die Regierung hätte von vornherein eine Impfpflicht einführen müssen. Früher wurden auch alle – ohne wenn und aber – geimpft. Dann gäbe es jetzt das Durcheinander nicht. Mit Gewalt kann man aber auch nichts erreichen. Alle die geimpft sind, haben nun darunter zu leiden und müssen weiter Maske tragen. Selbst unser 16-jähriger Enkel ist geimpft. Eine 50-Euro-Prämie ist ungerecht gegenüber denjenigen, die sich freiwillig impfen lassen oder schon geimpft sind. Das alles kostet schon eine Menge Geld. Jetzt kommen die Urlauber aus dem Ausland zurück und schleppen alles wieder ein. Die Tests sollten selbst bezahlt werden. Es sind unsere Steuergelder, und Dummheit muss bestraft werden – Ralf-Dieter Zilz aus Walsrode

Ich habe aus gesundheitlichen Gründen nicht vor, mich impfen zu lassen. Ich bin aber im Zwiespalt, gerade jetzt, was Urlaub betrifft. Ich bin Holländerin und darf nicht mal eben so zu meiner Familie fahren. Das ist schade, und das sind so Situationen, die es schwer für mich machen. Auf der anderen Seite ist es gemein, dass Genesene, die sich nicht an die Regeln gehalten haben und an Corona erkrankten, genau die gleichen Vorteile haben wie Geimpfte. Ich halte mich immer an die Regeln und bin als Verkäuferin immer allem direkt vor Ort ausgeliefert. Andere setzen sich darüber hinweg mit der Begründung: „Aber ich bin doch geimpft!“ Es sollte nicht mit Prämien gelockt werden, sondern jeder sollte für sich entscheiden – Amber van der Burg aus Walsrode

Ich halte es für selbstverständlich und bin schon geimpft. Wir haben zweieinhalb Monate auf einen Termin gewartet. Diese Zeit könnte verkürzt werden. Ein kleines Impfangebot wie Bratwurst oder eine Kugel Eis ist okay, aber mit Geldgutscheinen zu locken ist Blödsinn und ungerecht. Vor allem für die schon geimpft sind. Es ist auch gerechtfertigt, dass Impfmuffel nicht zu Großveranstaltungen und ins Restaurant gehen dürfen. Die Corona-Leugner oder die sich nicht impfen lassen wollen, sollten die Tests auch selbst zahlen. Es geht nicht an, dass die Allgemeinheit immer alle Kosten trägt, wenn die Zahlen wieder steigen und es zum Lockdown kommt – Melanie Meyer aus Walsrode

Die Anreize/Konservenglück – Restaurant-, Kinobesuche, Kulturveranstaltungen – können sie alle für sich behalten. Eine 50-Euro-Prämie lockt doch nur die Hamsterkäufer. Jeder ist verpflichtet, zu recherchieren und sich zu informieren. Das geht nicht nur durch Tagesschau und „Heute“-Sendung, sondern wenn man sich Informationen besorgt, denkt, durchlässt, Resultate trifft und sein Leben aufbaut. Ich bin nicht geimpft und lasse mich nicht impfen, weil die klinischen Testphasen der Impfstoffe übersprungen und die Langzeitwirkung nicht erforscht wurden. Ich vertraue dem Immunsystem, dass es mit allem fertig wird, nicht nur mit Corona – Klaus Friese aus Dorfmark

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