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„Immer den gleichen Typen zu spielen, wäre doch sehr langweilig“

9. April 2017

Hannes Jaenicke lässt sich nicht etikettieren – viel Zeit und Ehrgeiz für Naturschutzprojekte und als Buchautor

Im deutschen Film ist Hannes Jaenicke eine Figur, die hunderte Rollen bekleidet hat, zumeist ist er den Zuschauern als einer bekannt, der in seinen Filmaufgaben mit der Feinsinnigkeit eines Grobschmieds versehen ist und dem kriminellen Milieu zumeist etwas nahe steht. „Das ist aber typisch deutsch, etwas zu etikettieren. Wenn ich immer nur einen Charakter spielen würde, dann wäre das sehr langweilig und für mich sicherlich nicht mehr die Herausforderung, die das Geschäft jetzt ist“, so Hannes Jaenicke im Gespräch mit dem Wochenspiegel am Sonntag. Der geborene Frankfurter dreht derzeit mit einem Team für den Produzenten und Talkmeister Hubertus Meyer-Burckhardt den Film „Meine fremde Freundin“ für den NDR.

In dem Film wird ihm eine Vergewaltigung vorgeworfen, die er versucht zu entkräften. „Das ist ein Justizdrama, der an einem Mittwochabend gezeigt wird. Den Termin kann ich noch nicht genau sagen, aber es wird noch in diesem Jahr sein“, so Jaenicke. „Darüber hinaus spiele ich noch einen BND-Mann, der in die RAF eingeschleust wurde und auch einen Organisator, der ein Wacken-ähnliches Spektakel veranstaltet, einen Eishockeycoach und auch einen alleinerziehenden Vater. Ich suche mir die Rollen immer so aus, dass ich mich nicht langweile.“ Es gibt viele Rollen, die Hannes Jaenicke noch spielen würde und bekennt: „Ich hab gerade La La-Land geguckt. So einen Film würde ich gern mal machen.“

Wenn der deutsch-amerikanische Schauspieler, der an der Westküste der USA lebt, mal zu Hause ist, geht er gern surfen. Dafür fehlt ihm leider die Zeit, wie er bedauert. Jaenicke schreibt derzeit in seinen freien Minuten an einem Buch für den Bertelsmann-Verlag. Es ist unschwer zu erraten, welche Themen er in Büchern verarbeitet, denn er zählt zu den meistverkauften Autoren in seiner Rolle als Umweltaktivist und Menschenrechtler. Noch in diesem Jahr dreht er für einen Film Szenen der Wilderei in Afrika und anschließend über den Nashornhandel in Asien, um einen weiteren Film zu den Dokumenten beizusteuern, die ihn bewegen. „Im nächsten Jahr wollen wir über eine Ausstellung Singvögel drehen. Dann möchte ich auch gern im Vogelpark in Walsrode drehen“, bekundet Hannes Jaenicke und lobt die gute und wertvolle Arbeit des Weltvogelparks.

(so)

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