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Hübsch um die heimische Steckdose

13. Juni 2021

Hübsch um die heimische Steckdose Thomas Riese
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.5


Der Mazda MX-30 ist eine elegante Erscheinung, jedoch nicht unbedingt ein Kandidat für längere Strecken

„Was für ein hübsches Auto?“ Die Frage wird nicht selten von Passanten gestellt, die den Mazda MX-30 noch nicht leibhaftig gesehen haben. Tatsächlich ist es Mazda gelungen, einen Stadtflitzer der besonderen Art zu bauen, der seine Antriebskraft ausschließlich aus der bordeigenen 35,5 Kilowattstunden fassenden Batterie bezieht.
Demzufolge ist der Mazda MX-30 zu seiner Rolle als Leisetreter verurteilt, was natürlich die Passagiere unter dem Dach des Viertürers freut. Zwar sind die beiden Hecktüren nicht sofort erkennbar, werden aber nicht ohne einen gewissen Aha-Effekt gern in ihrer Funktion gezeigt. Ist die Vordertür geöffnet, lässt sich die hintere mit einem Griff ebenfalls aufklappen. Ähnlich den früheren „Selbstmördertüren“ gegen die Fahrtrichtung. Gemeinsam bilden beide Türholme die B-Säule des Fahrzeugs. Einziger Nachteil ist die relativ schlechte Erreichbarkeit der hinteren Sitzbank, die aber ohnehin am besten ausschließlich von den Kindern besetzt wird. Die sind bekanntermaßen gelenkig und brauchen weniger Platz als ausgewachsene Mitfahrer.
Wie jedes moderne Elektrofahrzeug muss auch der MX-30 nicht über ein Getriebe geschaltet werden. Ist der Motor angeknipst, erhöht er die Drehzahlen und beschleunigt die knapp 1,7 Tonnen in der explosiven Art der Kupfer-bewickelten Antriebsmethode rasant. Nach 9,7 Sekunden sind Tempo 100 erreicht, aber im unteren Beschleunigungsbereich ist der Mazda MX-30 deutlich explosiver als seine Kollegen auf der Straße, die fossile Brennstoffe tanken müssen. Bei Tempo 140 km/h hört der Spaß allerdings auf. Dort ist der Mazda abgeregelt, was auch Sinn macht. Schließlich ist der Japaner in der eleganten Hülle ein echter Nahverkehrsteilnehmer. Auch wenn auf dem Papier Reichweiten von 200 Kilometer und mehr gedruckt sind, erreichte der MX-30 maximal 150 Kilometer ohne Schweißtropfen beim Fahrer zu erzeugen.
Der Stromverbrauch, der werksseitig bei 19 Kilowattstunden für 100 Kilometer angegeben ist, wurde in der Praxis im Drittelmix von 22,9 kW/h deutlich übertroffen. Dabei zeigte der MX-30 auch, dass die Autobahn für ihn ein höchst unangenehmer Ort ist. Wer dort mit dem Fahrzeug sein muss, wird nach dem Tanken schon die nächste Säule für Strom ins Auge fassen müssen. Er kann eben nicht aus seiner eleganten Haut, der hübsche Sohn Nippons im Kodo-Design. Dafür haben seine Schöpfer ganz tief ins Regal der Möglichkeiten für das Interieur gegriffen. Sogar Kork wurde verarbeitet – schön und leicht zugleich. So hat es ein elektrifiziertes Fahrzeug gern.
Ungeachtet der Tatsache, dass das Einsatzgebiet des Mazda MX-30 begrenzt ist, kann er aber genügend transportieren, um als Haushaltshilfe zur Verfügung zu stehen. 366 Liter Einkauf passen in den Kofferraum und damit genug, um nicht noch einen Anhänger zu bemühen. Der darf nämlich nicht angehängt werden, wie bei nahezu allen elektrisch betriebenen Fahrzeugen.
Es empfiehlt sich übrigens, eine eigene Wallbox in der Garage installieren zu lassen. Dann kann der Kandidat für die heimischen Gefilde über Nacht aufgetankt werden und steht am nächsten Tag in seiner beachtlichen Dynamik wieder zur Verfügung. Ohne Frage macht es Spaß, seine Fahrten um die heimische Steckdose mit dem MX-30 zu erledigen. Er ist aber schon zum Zweitfahrzeug degradiert, wenn längere Strecken nicht ausgeschlossen sind. Da der Grundpreis von 34.490 Euro noch um die staatliche Förderung reduziert wird, ist die Wahl dieses Kandidaten mit dem Strompedal unter dem rechten Fuß keine schlechte Wahl.
Kurt Sohnemann

Technische Daten: Mazda MX-30 e-Skyaktiv
Elektromotor – Leistung kW/PS: 107/145 – Dauerleistung kW/PS: 81/110
Stufenloser Frontantrieb – Max. Drehmoment: 271 Nm bei 0-3.243 U/min.
Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 9,7 Sek.
Leergewicht: 1.720 kg – Zul. Gesamtgewicht: 2.119 kg
Wendekreis: 11,4 m – Gepäckraumvolumen: 366 Liter
Reichweite (Test): 161 km – Verbrauch (Test): 22,9 kW/100 km
Effizienzklasse: A+ – CO2-Ausstoß (WA): 0 g/km
Grundpreis: 34.490 Euro

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