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Hola – spanischer Chic für die Golfklasse

25. Oktober 2020

Hola – spanischer Chic für die Golfklasse Thomas Riese
Verarbeitung
Gepäckraum
Verbrauch
Leistung
Ausstattung
Sitze

Bewertung:

3.3


Seat setzt mit dem Leon nicht nur modische Ausrufezeichen, sondern hat auch die technische Entwicklung berücksichtigt

Es wird sich nicht vermeiden lassen, den berühmten Bruder aus Wolfsburg in einem Atemzug zu nennen. Schließlich sind viele Bauteile des Seat Leon identisch mit dem Marktführer in seiner eigenen Klasse. Aber der Leon hat in den vergangenen Jahren mehr und mehr im Familienrevier gewildert und zwar erfolgreich. Das wundert nicht, wenn die optische Erscheinung den letzten Ausschlag für das Urteil abgibt, welches Fahrzeug in der Garage stehen soll.
Seat hat dem Leon auch in der vierten Generation ein Kleid verpasst, dass nicht nur einer Mode nachläuft, sondern sie selbst schreibt. Der aktuelle Leon ist durch die stärkeren Konturen noch eleganter und sportlicher geworden. Auch hat er durchaus Werte gewonnen, die sich im technischen Vergleich mit der Konkurrenz messen lassen können. Er ist großzügiger bei den Innenmaßen geworden, was insbesondere die Fondpassagiere schätzen. Dabei ist der Gepäckraum für die Klasse bestes Maß, weil es bei einer Größe von 380 Litern stehen geblieben ist. Klappt man die Sitze um, werden es 1.301 Liter, die für Transporte von außergewöhnlicher Dimension ausreichen müssen.
Da es neuerdings üblich ist, alle möglichen Neuerscheinungen mit mindestens einer Mild-Hybrid-Variante auszustatten, um etwas Strom ins Spiel zu bringen, hat auch Seat mitgezogen. Der Leon Xcellence 1.5 eTSI ist mit einem 48-Volt-Startergenerator ausgestattet, der eine kleine Ionen-Lithium-Batterie speist. Diese wirkt sich nahezu unmerklich auf den Betrieb des Fahrzeugs aus, sodass ein tatsächlicher Verbrauchsvorteil entstehen soll. Während dem 1,5-Liter-Turbobenziner in den Begleitpapieren ein Durst von 5,9 bis 6 Liter für hundert Kilometer zugemessen wird, wird das tatsächliche Maß an der Zapfsäule bei 6,3 Liter abgelesen.
Die Erfinder des Mild-Hybrids werden durch ihre Technik sicherlich nicht den Nobelpreis für Physik erhalten, tragen aber zumindest dazu bei, die steuerlichen Rahmenbedingungen für den Autofahrer günstiger zu gestalten. Ungeachtet der Spargedanken lässt sich der Leon aber auch so sportlich fahren, wie er sich dem Verkehrsteilnehmer präsentiert. Wer innerhalb von 8,4 Sekunden aus dem Stand die Höchstgeschwindigkeit der Überlandstraßen erreicht, kann sehr wohl mit dem Beifall der Dynamiker unter den Autofahrern rechnen. Auch die 221 km/h Spitzengeschwindigkeit unterstreicht das Temperament eines spanischen Abgeordneten für die Straße.
Bei einem ausgewogenen Fahrwerk und leicht eingeschränkter Sicht nach hinten, lässt sich der neue Leon komfortabel durch das Getümmel der Fahrzeuge zum Ziel lenken. Auch lange Strecken werden nicht durch irgendwelche Einschränkungen in ihrem Erlebnis getrübt. Dem Fahrer gefällt sicherlich nach einer kleinen Eingewöhnungsphase, dass der übliche Schalthebel der Vergangenheit angehört und dort, wo er einmal war, ein kleiner Nippel darauf wartet, den Befehl per Finger zu bekommen, ob es nach vorn oder hinten gehen soll. Den Rest übernimmt dann ein wohldosiert abgestimmtes Doppelschaltgetriebe mit sieben Gängen. Aus den Entschleunigungprozessen, mit oder ohne Bremse, wird nebenbei Energie für das Elektromodul des Fahrzeugs aufgefangen, um die 150 PS bei Bedarf zu unterstützen. Um eine nennenswerte Hilfe kann es sich angesichts der Dimension natürlich nicht handeln, sonst wäre das Gewicht von 1.361 Kilogramm nicht zu halten gewesen.
Letztlich ist es Seat gelungen, mit dem neuen Leon ein modisches Ausrufezeichen in der Klasse zu setzen und dabei die technische Entwicklung zu berücksichtigen. Hätte man zudem noch eine übersichtlichere Bedienung der Elektronik über das 8,5- oder 10-Zoll-Pad im Innenraum geschaffen, wäre damit einer noch größeren Fangemeinde gedient. In diesem Punkt gibt es noch Luft nach oben, die dann noch zuverlässiger und komfortabler in dem haptisch ansprechenden Ambiente wirken kann.
Kurt Sohnemann

Technische Daten: Seat Leon Xcellence 1,5 eTSI DSG
Hubraum: 1.498 ccm – Zylinder: 4 Reihe Turbo – Leistung kW/PS: 110/150
Frontantrieb – 7-Gang-Doppelschaltgetriebe
Max. Drehmoment: 250 Nm/1.500 U/min.
Höchstgeschwindigkeit: 221 km/h – Beschl. 0-100 km/h: 8,4 Sek.
Leergewicht: 1.361 kg – Zul. Gesamtgewicht: 1.900 kg
Anhängelast gebr.: 1.500 kg – Gepäckraumvolumen: 380-1.301 Liter
Tankinhalt: 50 Liter – Kraftstoffart: Super – Verbrauch (Test): 6,3 l/100 km
Effizienzklasse: k.A. – CO2-Ausstoß (WA): 133-137 g/km – Euro 6 DG
Grundpreis: 28.512,61 Euro

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