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Heimatgeschichte bekommt Gesicht

7. April 2019

Arbeitsgruppe „Zeitgeschichtliche Werkstatt im Kapitelhaus zu Wittlohe“ organisiert erste Ausstellung

Die erste Tafel der zeitgeschichtlichen Werkstatt im Kapitelhaus zu Wittlohe (ZWiK) ist fertig und wurde kürzlich von Maik Meyer (Web Print Design) an Harm Schmidt, Vorsitzender des ZWiK, sowie Wilhelm Timme vom Vereinsvorstand übergeben. Auf der Tafel ist die wechselhafte Geschichte des Kapitelhauses dargestellt. Das Backsteingebäude aus dem 13. Jahrhundert gilt als das älteste nicht kirchliche Gebäude im Landkreis Verden. Im Keller befand sich das Gefängnis. Später diente das Kapitalhaus mal als Lager, Jugendherberge, Wasch-, Back- und Schlachthaus, als Armenhaus oder als Zufluchtsstätte für Nichtsesshafte. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs und Jahre danach gab das Haus Kriegsgefangenen und Flüchtlingen ein Dach über den Kopf. Einer Reihe von glücklichen Umständen ist es zu verdanken, dass es später im maroden Zustand nicht abgerissen, sondern gerettet und aufwendig renoviert wurde. Jetzt soll es der ZWiK unter anderem als Ausstellungsgebäude dienen. Weitere Tafeln sind in Arbeit.
„Wir müssen das Alte um der Zukunft willen bewahren“, so steht es in der Wittloher Dorfchronik geschrieben. Diese Überzeugung soll nun im doppelten Sinne fortgeführt werden. Im Kapitelhaus soll die unmittelbare Heimatgeschichte ein Gesicht bekommen und eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschaffen werden. Unter dem Motto „Unsere Geschichte entdecken – Netzwerk Kirchlinteln“ wurde am 26. April 2015 der Grundstein für eine Geschichtswerkstatt im Kapitelhaus gelegt. Hier werden die Spuren und das Wissen der älteren Generation nicht verloren gehen. Immer mit dem Ziel, die Historie in Kirchlinteln und Umgebung aufzuarbeiten und anschaulich zu präsentieren. In diesem Sinne wird das Kapitelhaus mit Leben gefüllt und Geschichte erfahrbar gemacht. Am Sonntag, 28. April, wird die erste Ausstellung offiziell in großem Rahmen eröffnet.
Mit Hochdruck arbeitet eine Arbeitsgruppe an der inhaltlichen Ausgestaltung, um so den Besuchern einen Einblick in die regionale Geschichte der letzten 70 bis 80 Jahre vermitteln zu können. Ganz bewusst wurden Zeitzeugen aus dem Bereich der Gemeinde Kirchlinteln befragt, um deren Erinnerungen zu dokumentieren und damit der Nachwelt zugänglich zu machen.
Wer die Arbeit des Vereins ideell oder auch aktiv unterstützen möchte, kann gerne mitmachen. Dazu zählt auch die Überlassung – leihweise oder auch auf Dauer – von Dokumenten wie Fotos, Briefen oder Gegenständen, die ordnungsgemäß und sicher im Kapitelhaus aufbewahrt werden können und somit der Nachwelt erhalten bleiben. Nähere Informationen gibt es beim Vorsitzenden des Vereins Harm Schmidt unter Telefon (04231) 928180 oder per E-Mail an Harm.Schmidt@ewetel.net.
Wer sich selber ein Bild der Geschichtswerkstatt machen will, hat dazu am Sonntag, 28. April, ab 11:30 Uhr Gelegenheit: Harm Schmidt wird dann die erste Ausstellung feierlich im großen Gemeindesaal des Wittloher Gemeindehauses, Stemmener Straße 20, eröffnen. Nach Grußworten von Landrat Peter Bohlmann, Bürgermeister Wolfgang Rodewald und Superintendent Fulko Steinhausen berichtet Pastor Wilhelm Timme über die Entstehung des Kapitelhausprojektes, Gerhard Steinwede gibt eine Einführung in die Sammlung der Kriegsbriefe der Eheleute Steinwede, und Wilhelm Hogrefe berichtet über die Integration des Kapitelhausprojektes in das Netzwerk der Erinnerungskultur des Landkreises Verden sowie die pädagogischen Ziele der Arbeit in der zeitgeschichtlichen Werkstatt. Am Ende der Beiträge, die rund eine Stunde dauern, wird für die Teilnehmer ein kleiner Imbiss gereicht.

(hme/chi)

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