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Heidedichter in neuem Licht

21. Februar 2016

„Mein Herz gib wieder her“ – Heinrich Thies stellt am 10. März sein neues Buch über Löns vor

„Mein Herz gib wieder her“ – dies ist der Titel des neuen Buches von Heinrich Thies, in dem der Autor das wechselhafte Leben von Lisa und Hermann Löns nachzeichnet. Am Donnerstag, 10. März, ab 19 Uhr wird Thies die Romanbiografie im Forum der Volkshochschule Heidekreis in Walsrode vorstellen. Der Ort der Lesung ist in diesem Fall gleichzeitig Schauplatz des Buches. Denn mit keinem Schriftsteller ist die Stadt Walsrode enger verbunden als mit Hermann Löns.

Doch an dem legendären Heimatdichter scheiden sich die Geister. Die einen rühmen ihn als Naturpoeten und Umweltschutzpionier, andere sehen in ihm einen Kitschautor und geistigen Wegbereiter der Nationalsozialisten. Am 29. August 2016 wäre Löns, nach dem mehr als 600 Straßen in Deutschland benannt sind, 150 Jahre alt geworden. Seine Werke erreichten Millionenauflagen, seine „Rosemarie“ ist ebenso bekannt wie sein „Wehrwolf“. Wenig bekannter ist die Frau, mit der Löns in zweiter Ehe verheiratet war: Lisa Hausmann-Löns, eine selbstbewusste Frauenrechtlerin und Pazifistin, die nach dem Tod ihres Mannes auch den Nachlass verwaltete.

Der Journalist und Schriftsteller Heinrich Thies beleuchtet jetzt erstmals das Leben des Heidedichters und seiner Frau in Gestalt einer Doppelbiografie. Thies zeigt in bewegenden Szenen, wie Hermann Löns nach literarischen und journalistischen Erfolgen, psychischen Krisen und Alkoholexzessen die Balance verlor und in den Ersten Weltkrieg zog, und er zeigt zugleich, wie Lisa Hausmann-Löns sich gegenüber ihrem berühmten Mann behauptete – als Übersetzerin, Autorin und als Mutter eines geistig und körperlich behinderten Sohnes, der auch das Kind von Hermann Löns war.

Besonderen Belastungsproben war Lisa Löns während der Zeit des Nationalsozialismus ausgesetzt: Auf der einen Seite verhandelte sie mit den Kulturpolitikern des NS-Regimes über die Herausgabe von Löns-Werken, auf der anderen Seite bangte sie um das Leben ihres Sohnes, der von der Euthanasie bedroht war. Und während die Nazis mit dem „Wehrwolf“ von Hermann Löns die Deutschen für den Krieg zu entflammen versuchten, blieb Lisa Löns ihren pazifistischen Grundsätzen treu.

Auf der Grundlage von bisher unbeachteten Briefen, Dokumenten und literarischen Texten hat Heinrich Thies das ungleiche Paar in einer Weise porträtiert, die manche Klischees erschüttert und daher spannende Diskussionen nach sich ziehen könnte. Die Buchpräsentation am 10. März in der „Hermann-Löns-Stadt“ Walsrode wird daher äußerst interessant werden. Die Lesung ist verbunden mit Rezitation, Vortrag und einem anschließenden Gespräch. Dabei sollte auch Lisa Löns nicht zu kurz kommen, die nicht nur den Nachlass ihres Mannes verwaltete, sondern auch eine Pionierin der Volkshochschulbewegung war.

Anmeldungen unter: Tel. 05161 948880 oder per E-Mail: info@vhs-heidekreis.de.

(het/so)

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