Hat sich Ihr Kaufverhalten aufgrund von Corona auch verändert?

7. Juni 2020

Ängste vor Versorgungsengpässen und vor steigenden Lebensmittelpreisen führten im Frühjahr zu Hamstereinkäufen.

Nach einer Befragung des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik (DIL) in Quakenbrück und der Universität Göttingen gehen die Verbraucher in Corona-Zeiten weniger einkaufen. Dafür kaufen sie aber insgesamt mehr ein.
Rund ein Drittel der Befragten gab an, mehr Zeit für Mahlzeiten und die Erstellung der Einkaufslisten aufzuwenden und um den Einkauf besser planen zu können. 33 Prozent der Befragten gaben außerdem an, mehr Geld für Lebensmittel auszugeben. Hamsterkäufe sind in! So bevorraten sich die Verbraucher, um mehr Lebensmittel im Haushalt zu haben. Andererseits führt die bessere Planung der Einkäufe bei einem Viertel der Befragten auch dazu, dass weniger Lebensmittel weggeworfen werden.

38 Prozent der Teilnehmer wollen laut Umfrage das auch zukünftig beibehalten. Laut DIL stieg im April die Befürchtung der Verbraucher, nicht mehr genügend Lebensmittel kaufen zu können, drastisch. Vor der Corona-Pandemie hatten nur 3,3 Prozent der Befragten die Befürchtung. Im April ist die Zahl dann auf 18 Prozent gestiegen. Die Umfrage der Göttinger Agrar-Ökonomen lässt darauf schließen, dass die Sorge vor steigenden Preisen größer war als die Sorge vor Lebensmittelknappheit. Dies gelte besonders bei Grundnahrungsmittel, aber auch bei Gemüse und exotischem Obst. Die gestörten Lieferketten und geschlossenen Grenzen trugen außerdem dazu bei, dass die Menschen mehr über die Versorgungssicherheit nachdenken und sie merken, wie wichtig die deutsche Landwirtschaft für die Versorgung sei.

Es hat sich bei uns nichts geändert. Ich kaufe nach wie vor immer in kleinen Mengen ein und habe auch nie „gehamstert“. Wir haben trotzdem im Grunde immer genügend Vorräte und auch keine Angst vor Preissteigerungen. Die Preise steigen eh immer mal. Das einzig Verwunderliche ist, dass es zeitweise keine Nudeln, kein Mehl und kein Toilettenpapier mehr gab. Als ich das nicht bekam, habe ich mir etwas anderes überlegt. Da wird man erfinderisch und sucht Alternativen. Man merkt jetzt schon, dass man die Landwirte braucht. Wir würden auch liebend gerne die Landwirtschaft mehr unterstützen und mehr regional oder auf dem Markt kaufen. Doch das ist finanziell oft nicht drin. Das wird auch vielen älteren Menschen so gehen. Auch wenn man es gerne möchte, fällt es vielen schwer – Christina Busse und Laura-Sophi Rohde aus Walsrode

Es hat sich bei uns im Prinzip nicht viel verändert. Man kauft schon bewusster ein, weil man nicht, wenn man eine Kleinigkeit vergessen hat, mit dem Einkaufswagen wegen einem Teil durch den ganzen Laden schieben will. „Gehamstert“ wird aber nicht. Bei uns werden immer Einkaufslisten geschrieben und im Markt abgearbeitet. Angst vor Preisanstiege habe ich nicht. Bereits vor der Corona-Zeit habe ich Klamotten übers Internet gekauft und das ist so geblieben. Ich finde unsere Landwirtschaft wichtig. Meine Großeltern haben Hühner und bringen uns jede Woche Eier mit. Vor der Krise hat man es nicht so zu schätzen gewusst, weil man im Laden immer Eier bekam. Die waren aber zeitweise auch ausverkauft. Nun weiß man, was man hat und was es bedeutet – Ilja Laufer aus Benefeld

Ich kaufe einmal die Woche und sehr viel auf einmal ein. Vor der Krise war ich öfters unterwegs. Nun möchte ich zu häufigen Kontakt vermeiden, da mein Nebenjob die Betreuung einer älteren Dame ist, und für die kaufe ich ein und bringe ihr die Lebensmittel nach Hause. Daher trage ich eine Verantwortung für die Person. Die Dame ist 93 Jahre alt. Ich notiere mir, was benötigt wird und kaufe dementsprechend alles ein. Ich habe bemerkt, dass viele Produkte in Polen und auch in Deutschland teurer geworden sind. Besonders bei Obst und Gemüse fiel es mir auf. Freitags besuche ich sehr gerne den Wochenmarkt in Walsrode und freue mich über die frischen Produkte. Das ist sehr gute Qualität, die mehr kostet, dafür aber auch richtig gut schmeckt. Besonders gute Ernährung ist zurzeit wichtig. Ansonsten bin ich der Meinung, dass sich einiges durchaus positiv durch Corona ändern wird – Iwona Stelmarczyk aus Uetzingen

Unser Konsumverhalten hat sich nicht geändert, weil wir die ganzen Panikkäufe nicht mitgemacht haben. Man hat seinen Hausstand im Griff. Toilettenpapier war zeitweise die neue Währung. Wir kaufen auch nicht bewusster ein, sondern haben weitergemacht wie zuvor und auch nach Corona. Eine Einkaufsliste schreiben wir immer für unseren Wocheneinkauf. Wir gucken die Prospekte durch und das, was benötigt wird, ist generell teurer als andere Waren. Es nutzt aber nichts. Ich werde daher mein Konsumverhalten nicht ändern und nur, weil Fleisch jetzt teurer wird, mehr Obst und Gemüse kaufen. Bei Wochenmärkten bin ich vorsichtig. Wenn man auf die Felder schaut, sieht man, dass oft nur Futterpflanzen angebaut werden. Ich persönlich unterstütze die regionalen Geschäfte nicht. Wenn ich einkaufe, möchte ich möglichst alles zentral an einem Ort erhalten – Jens Hartmann aus Hademstorf

Bei uns hat sich nichts verändert. Wir leben eh etwas anders als andere, da wir in einem großen Bauwagen leben und keinen Kühlschrank und auch nicht viel Lagermöglichkeiten haben. Daher können wir uns gar nicht groß bevorraten. Wir gucken immer, was benötigt wird und kaufen danach ein, um nichts wegzuschmeißen. Einige Produkte fehlen einfach und bei anderen ändert sich der Preis. Wer weiß, was noch kommt. Aber daher gehen wir nicht öfter einkaufen. Das Bewusstsein um die Wichtigkeit der Landwirtschaft ist bei uns schon immer vorhanden. Um so dankbarer bin ich, in der jetzigen Zeit, regional einkaufen zu können. Besonders weiß ich das Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten zu schätzen. Wir bauen Kürbisse, Tomaten, Salat, Brokkoli, Erdbeeren, Rosenkohl sowie Kräuter und Gewürze an. Das bedeutet Freiheit – Sarah Quintern mit Juniper aus Dorfmark

Ich kaufe normal wie immer vor und auch nach Corona ein. Nicht mehr und nicht weniger. Ich bin alleinstehend und brauche nicht viel. Ich sorge immer vor und habe immer etwas an Vorräten im Haus. Aber es wird nicht „gehamstert“, nur ein zwei Dosen auf Vorrat. Wenn ich Suppe koche, friere ich die portionsweise ein und werfe nichts weg. Wenn ich etwas koche, was meine Tochter auch gerne isst, rufe ich sie, an und sie holt es dann ab, da ich gut koche. Ich habe schon Bedenken, dass die Produkte teurer werden. Ich jage aber keinen Schnäpchen hinterher, sondern kaufe nur das, was gebraucht wird. Es ist gut, dass wir die Landwirtschaft haben und dass sie unterstützt wird. Ich musste früher auch aufs Feld und Kartoffeln auskriegen. Daher weiß man die Arbeit zu schätzen – Magdalene Niß aus Walsrode

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